Verein gegründet

Fair-Kauf-Twistringen: Sozialkaufhaus in Eigenregie

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Der Vorstand des neuen Vereins Fair-Kauf-Twistringen (v.l.): Beisitzer Matthias Franzlüning, 1. Vorsitzende Sylvia Holste-Hagen, Kassenwart Manfred Hagen, Schriftführerin Claudia Ahlers. Es fehlen: 2. Vorsitzender Hartmut von der Wellen und Beisitzerin Inge Wehmeyer-True.

Mit Fair-Kauf-Twistringen gibt es jetzt einen neuen Verein in der Stadt. Er möchte die Arbeit des eingestellten Sozialkaufhauses fortsetzen. Neun Gründungsmitglieder engagieren sich darin künftig für Bedürftige. Sylvia Holste-Hagen wurde zur ersten Vorsitzenden gewählt.

Twistringen - Von Luka Spahr. „Jetzt hat Twistringen einen neuen Verein“, freut sich Sylvia Holste-Hagen. Vor ihr in der Domschänke sitzen weitere zufriedene Gründungsmitglieder von Fair-Kauf-Twistringen. 

Am Mittwochabend fiel die Entscheidung für eine Fortsetzung des Sozialen Kaufhauses in Twistringen, welches den Betrieb im vergangenen Jahr eingestellt hatte. Auf Initiative der Grünen-Stadträtin Sylvia Holste-Hagen soll das Engagement für bedürftige Menschen in Twistringen über den neuen, derzeit neunköpfigen Verein fortgesetzt werden.

Vorstand schnell komplett

Dass die Lokalpolitikerin nicht nur einen Vorschlag in den Raum werfen wollte, sondern auch selbst aktiv sein will, zeigte sie mit der Annahme der Wahl zur ersten Vorsitzenden. Die restlichen Posten des Vorstands waren ebenfalls schnell belegt. Hartmut Hagen, Ehemann der ersten Vorsitzenden, erklärte sich bereit, die Stelle des Kassenwarts zu übernehmen. Claudia Ahlers hatte schon zu Beginn der Gründungsversammlung den Stift in der Hand und somit keine Bedenken, die Wahl zur Schriftführerin anzunehmen. Matthias Franzlüning und Inge Wehmeyer-True wollen dem Vorstand künftig als Beisitzer zur Seite stehen.

Eine Diskussion gab es vor der Wahl des 2. Vorsitzenden Hartmut von der Wellen. Aufgrund einer Kur konnte er an der Versammlung nicht teilnehmen. Seine Kandidatur für den Posten hatte er Holste-Hagen vorab schriftlich zukommen lassen. Schwierig war, dass kaum jemand der Versammelten von der Wellen wirklich kannte. 

Holste-Hagen gab lediglich an, dass er ein Rentner aus Twistringen sei, aus dem kaufmännischen Bereich komme und sich bereits bei den Vorabtreffen gut eingebracht habe. Bedenkenträgern gegenüber erklärte sie: „Ohne einen zweiten Vorsitzenden gründen wir keinen Verein. Wir können froh sein, dass Hartmut sich bereit erklärt hat.“ Das wirkte. Von der Wellen wurde im Anschluss einstimmig gewählt.

Einige Besucher verlassen Gründungsversammlung

Auch wenn der Tisch in der Domschänke zu Beginn mit über zehn Leuten noch recht gut gefüllt war, wurde schnell klar, dass nicht alle der Anwesenden dem neuen Verein, der sich durch die Bindestriche von ähnlich klingenden Vereinigungen abgrenzen soll, beitreten möchten. So bewegten die Mitglieder vor allem drei Frauen, die sich nach der Vereinsgründung verabschiedeten und einen Beitritt ablehnten. 

Im vergangenen Jahr waren sie noch bei der Caritas im alten Sozialkaufhaus angestellt. Nun sind sie arbeitslos. Die Prioritäten lägen nun erst einmal woanders und nicht bei der Freiwilligenarbeit, erklärten sie. Die eine oder andere Sachspende wollten sie dem Verein aber auf jeden Fall in Zukunft zukommen lassen.

Satzung des Vereins beschlossen

Ein weiteres bekanntes Gesicht aus dem alten Sozialkaufhaus entschied sich ebenfalls gegen einen Vereinsbeitritt. Dieter Jurga war nicht nur rund sieben Jahre ehrenamtlich im alten Sozialkaufhaus aktiv, er brachte seine Ideen auch im Vorstand mit ein. In dem neuen Verein will sich der Rentner nun jedoch nicht mehr engagieren. Er übergab den Anwesenden bei der Vereinsgründung lediglich ein Schreiben, in dem er die Bedeutung des Sozialkaufhauses hervorhob und Tipps gab, was der Verein zukünftig bedenken sollte.

Zur Gründung von Fair-Kauf-Twistringen wurde natürlich pflichtgemäß eine entsprechende Satzung beschlossen. Hier wurde vor allem ein Paragraph viel diskutiert: Was passiert mit dem Vermögen des Vereins, wenn er sich einmal auflösen sollte? Holste-Hagens Vorschlag, es der Caritas für die Twistringer Tafel zu übergeben, wurde breit abgelehnt, da gerade diese Vereinigung ja für die „Misere“ verantwortlich sei. Gemeinsam entschlossen sich die Mitglieder, das Vermögen dem Twistringer Wohnheim der Lebenshilfe für Freizeitaktivitäten zu vermachen.

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