Twistringer Haupt- und Realschule trifft Grippewelle

Halbe Stelle bleibt unbesetzt: Sozialarbeit liegt weiter brach

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Keine Projekttage, keine Streitschlichter-AG, kein Berufsbörsen-Besuch.

Twistringen - Von Theo Wilke. Im Herbst 2017 hieß es noch, die Situation an der Haupt- und Realschule in Twistringen werde sich verbessern. Neue Leiterin ist inzwischen Andrea Formella. Mehr ist nicht passiert. Immer noch wartet man im Schulzentrum auf die Besetzung einer – halben! – Sozialarbeiterstelle.

Und das bei fast 430 Schülern und 35 Lehrkräften. Nach Aussage der Landesschulbehörde in Lüneburg ist die Unterrichtsversorgung zu fast 97 Prozent (Stichtag: 17.8.2017) sichergestellt. „Es geht nach den Ferien aufwärts. Ich bin da optimistisch, dass es auch wieder eine Schulsozialarbeitskraft geben wird“, so Andrea Formella noch Mitte 2017.

Für die zurzeit erkrankte Schulleiterin erklären auf Nachfrage die Vertreter Ines Oszegowski und Andreas Deters, dass sich in Sachen Schulsozialarbeit nichts getan habe. „Nach unserer Einschätzung liegt es daran, dass die Landesschulbehörde für eine Schule unserer Größenordnung laut Vorschrift nur eine halbe Stelle zur Verfügung stellt. Und die ist dann so schlecht bezahlt, dass es dann keiner gerne macht“, so Deters. Seine Kollegin Oszegowski fügt hinzu: „Davon kann man keine Familie ernähren, und wenn die Person dann noch pendeln muss, kann sie im Endeffekt auch zu Hause bleiben.

Schule steckt in schwieriger Phase

Die Haupt- und Realschule Twistringen steckt weiterhin in einer schwierigen Phase. Es gab und gibt Unterrichts- und Lehrerausfälle – und seit März 2017 liegt die Schulsozialarbeit brach. Hinzu kommt: keine Berufsbörse, keine Firmenbesuche, keine Streitschlichter-AG, auch keine anderen präventiven und integrativen Projekte.

„Wenn das ein Kollege von uns übernehmen würde, müsste er das freiwillig machen, ohne Stundenausgleich. Es fehlen Lehrer, es fällt Unterricht aus“, erklärt Andreas Deters. Die Lehrerversorgung sei eher schlecht, wie in ganz Niedersachsen. Die Lehrkräfte am Twistringer Schulzentrum blieben seit Wochen auch nicht von der Grippewelle verschont. Es sei gar nicht zu schaffen, dass sich jemand nebenbei noch um die Schulsozialarbeit kümmere.

„Die AG ist auch eingeschlafen“

Und Ines Oszegowski ergänzt, die andere Sache sei: Wenn jemand zum Beispiel zur Berufsbörse nach Syke mitfahren würde, müsste er einen regulären Unterricht ausfallen lassen. Die damalige Sozialpädagogin habe die Streitschlichter-AG betreut. „Die AG ist auch eingeschlafen. Wir könnten die Schüler wieder animieren. Das ist nicht das Problem, aber es muss ja jemand die Kinder ständig schulen und sie begleiten. – Stunden, die momentan keiner leisten kann“, so Oszegowski. Vorrangig sei der reguläre Unterricht.

Dabei hatte Bianca Schöneich, Sprecherin der Landesschulbehörde aus Lüneburg, vor Monaten noch versichert, die Haupt- und Realschule sei „grundsätzlich bedarfsgerecht versorgt“ und der Pflichtunterricht gesichert. Schöneichs Vertreter, Christopher Winkler, gestern auf Nachfrage: Die halbe Sozialarbeiterstelle sei weiterhin ausgeschrieben, sie habe bisher noch nicht besetzt werden können.

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