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Kundgebung: Sorgen um Spaltung der Gesellschaft

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Von: Katharina Schmidt

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Beim Verlesen der Diepholzer Erklärung.
Beim Verlesen der Diepholzer Erklärung. © Schmidt

Gut 70 Personen versammelten sich am Mittwochabend auf dem Twistringer Centralplatz zu einer Kundgebung gegen Hass und Falschmeldungen. Dazu aufgerufen hatten die Stadtratsfraktion der Grünen, die evangelische Kirche Twistringen, die örtliche Flüchtlingsinitiative und der Seniorenbeirat. Die Zusammenkunft war überschrieben mit dem Titel „Gemeinsam gegen die Pandemie – Verschwörungsmythen spalten“.

Twistringen - „Was uns Sorgen macht, ist nicht, dass Coronamaßnahmen kritisch hinterfragt werden. Das muss eine Demokratie ertragen, dafür ist sie da“, sagte Grünen-Fraktionsvorsitzende Sylvia Holste-Hagen. „Aber man muss wissen, unter wem man demonstriert“, führte sie bezogen auf die Corona-Protest-Spaziergänge aus und kritisierte die Freien Niedersachsen scharf.

„Wir werden nicht vor Angst die Klappe halten“, sagte Holste-Hagen. Durch die Corona-Schutzmaßnahmen habe es in Deutschland im Verhältnis viel weniger Tote gegeben. Wer sich nicht impfen lassen wolle, müsse die Konsequenzen tragen und mit derzeit geltenden Einschränkungen leben. Besonders regte sie sich über jene auf, die stattdessen Mitarbeiter in Geschäften beschimpfen.

Bürgermeister Jens Bley verdeutlichte: Ziel der Maßnahmen sei, die Gesundheit zu schützen, um nicht womöglich irgendwann Leben gegeneinander abwägen zu müssen. Jeder habe das Recht, auf die Straße zu gehen. Es passe jedoch nicht zusammen, Grundrechte einzufordern und gleichzeitig das Recht der Versammlungsfreiheit zu unterwandern. „Ich persönlich habe einen ganz großen Wunsch: Dass es diesen Gruppierungen nicht gelingt, unsere Gesellschaft zu spalten.“

Um wieder Normalität zu erreichen, sei wichtig, sich nach wissenschaftlichen Erkenntnissen zu richten und sich – sofern medizinisch möglich – impfen zu lassen.

Rund 650 Personen haben Diepholzer Erklärung unterschrieben

Die Grünen verlasen die Diepholzer Erklärung, die bisher rund 650 Personen unterschrieben haben. „Die Parolen einer lautstarken Minderheit, dass der Staat wie eine Diktatur handelt, sind absurd und verhöhnen alle Opfer von Diktaturen“, heißt es darin. Solidarisches Miteinander sei der einzige Weg, möglichst schnell aus der Pandemie zu kommen. Den Punkt griff auch Pastor Elmar Orths auf.

Aus den Reihen der Anwesenden kam ein Plädoyer dafür, Verständnis für Ungeimpfte aufzubringen. Sie wollten mit ihren Sorgen wahrgenommen werden.

In dem Zusammenhang regte Jürgen Schulze von den Grünen an, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Weniger einfühlsam kamen Zwischenrufe daher, Meinungen anderer würden nicht respektiert und man möge erklären, was denn Verschwörungstheorien seinen. Schulze brachte als Beispiel die Zweifel an der Echtheit der Bilder von Leichenbergen in Bergamo, die damals kursierten. Die Antwort schien die Fragestellerin nicht zufriedenzustellen.

Von Katharina Schmidt

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