Ausstellung zum Weltgebetstag

Solidarität mit den Frauen auf Vanuatu

Machen auf den Weltgebetstag aufmerksam: Anke Döpkens, Sandra Richter und Katharina Heimsoth.
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Machen auf den Weltgebetstag aufmerksam: Anke Döpkens, Sandra Richter und Katharina Heimsoth.

Twistringen – Der Inselstaat Vanuatu wird häufig als Südseeparadies bezeichnet. Wer einen Blick auf die Natur dort wirft, versteht warum: Es gibt Korallenriffe, Palmen, weite Strände und Regenwald. Aber Naturkatastrophen bedrohen die Idylle. Außerdem ist das Leben in Vanuatu vor allem für Frauen alles andere als paradiesisch. Darüber informiert eine Ausstellung, die aktuell mitten in Twistringen am Centralplatz zu finden ist.

Im Wintergarten des Restaurants Korfu stehen drei Stellwände mit Fotos und Texten, die einen Einblick in das Leben der Frauen Vanuatus geben. Der Inselstaat, der zwischen Australien und Fidschi liegt, ist Schwerpunktland des diesjährigen Weltgebetstags am Freitag, 5. März.

In Twistringen feiern die katholischen Kirchengemeinden St. Anna und Marhorst sowie die evangelische Martin-Luther-Gemeinde den Weltgebetstag seit Jahren gemeinsam. Dieses Mal ist die evangelische Gemeinde mit den Vorbereitungen an der Reihe. Eine Feier in der gewohnten Form wird es angesichts der Coronapandemie am Freitag in Twistringen allerdings nicht geben.

Stattdessen wird der Weltgebetstag bei einem Sonntags-Gottesdienst am 7. März um 10 Uhr in der Martin-Luther-Kirche thematisiert. Alle Interessierten sind dazu eingeladen. Außerdem kann jeder, der sich solidarisch mit den Frauen auf Vanuatu zeigen möchte, am 5. März um 19.30 Uhr eine brennende Kerze sichtbar in ein Fenster stellen. Und dann gibt es angesichts der besonderen Situation in diesem Jahr eben noch die Ausstellung am Centralplatz. Anke Döpkens, Sandra Richter und Katharina Heimsoth haben die Texte und Fotos vorbereitet.

Wer sich die Infos auf den Schautafeln durchliest, erfährt zum Beispiel, dass Vanuatu stark vom Klimawandel bedroht ist. Die steigende Temperatur des Meeres lässt Korallen sterben und gefährdet Fischbestände. Der Meeresspiegel steigt, und tropische Wirbelstürme wüten immer zerstörerischer. So verwüstete Wirbelsturm „Pam“ im Jahr 2015 zum Beispiel innerhalb weniger Stunden den Inselstaat. Einerseits kommt es in Vanuatu immer häufiger zu extremen Regenfällen, die alles wegspülen. Andererseits können sich die Bewohner Vanuatus nicht mehr darauf verlassen, dass in der Regenzeit genügend Wasser fällt.

Weil Vanuatu auf dem pazifischen Feuerring liegt, ist es zudem besonders gefährdet durch Vulkanausbrüche, Erdbeben und Tsunamis.

Spannend sind auch die bei der Ausstellung aufgeführten Vergleiche mit Deutschland: Hierzulande würden die Co2-Emissionen pro Kopf und Jahr 9,15 Tonnen betragen, in Vanuatu nur 0,29 Tonnen. Dafür liegt Deutschland laut dem „Global Gender Gap Report“ bei Geschlechtergerechtigkeit auf Rang 10 und Vanuatu auf Rang 126.

„Die Frauen kümmern sich um alles, was das Leben und Überleben der Familie betrifft“, heißt es in der Ausstellung. „Sie beschaffen das Essen und die Vorräte, kümmern sich um die Wäsche, die Kinder, die alten und behinderten Familienangehörigen. Das gilt auch nach Naturkatastrophen, wenn die Vorräte und die nächste Ernte zerstört sind.“ Sie würden meistens die Haupteinnahmen der Familie erwirtschaften und den ganzen Tag arbeiten. „Und wenn der Mann abends zuhause ist, müssen sie ihm gehorchen. Tun sie das nicht, gibt es Schläge.“

Im Zuge des Weltgebetstags sammeln die Kirchengemeinden Spenden für die Frauen auf Vanuatu. Das Geld geht an das Deutsche Komitee des Weltgebetstags der Frauen. Die Partnerorganisation des Weltgebetstags heißt in diesem Jahr Brenjônk. Ursprünglich gegründet, um die Idee des ökologischen Landbaus in der Bevölkerung zu verbreiten, bietet Brenjônk mittlerweile auch Fortbildungen zu Frauenrechten und Geschlechtergerechtigkeit an. Wer Spenden will, kann dazu Spendentüten nutzen, die bei der Ausstellung hängen. Diese können bei der Volksbank oder Sparkasse abgegeben werden. Es ist auch möglich, Geld dort direkt in Sammelboxen zu werfen.

Die Ausstellung am Centralplatz wird noch bis zum 14. März zu sehen sein.

Von Katharina Schmidt

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