Flutkatastrophe

Twistringens ehemaliger Kaplan Marc Weber sammelt Spenden: „So viele wollen helfen“

Bilder der Zerstörung: Ein Freund von Marc Weber hat diese Aufnahmen aus seinem Heimatort Ahrweiler gemacht. Die Twistringer sammeln derzeit Spenden, um zu helfen.
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Bilder der Zerstörung: Ein Freund von Marc Weber hat diese Aufnahmen aus seinem Heimatort Ahrweiler gemacht. Die Twistringer sammeln derzeit Spenden, um zu helfen.

Twistringen/Bremen/Ahrweiler – Deutschlandweit ist die Spendenbereitschaft für die Opfer der Flutkatastrophe sehr groß. Ob Geld- oder Sachspenden oder persönliche Hilfe vor Ort, alles wird dringend benötigt und auch dankbar angenommen. Einer, der ebenfalls um Geldspenden bittet, ist Pfarrer Marc Weber, der von 2013 bis 2015 Kaplan in Twistringen, Bassum, Harpstedt und Marhorst war und noch guten Kontakt nach Twistringen unterhält.

Marc Weber wurde bereits einen Tag nach der Flutkatastrophe aktiv. „Weil ich sechs Jahre in Ahrweiler gewirkt habe, wollte ich einfach helfen.“ Ein Resultat war ein Spendenaufruf auf Facebook. Dieser verbreitete sich auch in seinen einstigen Gemeinden sehr stark, und so fließen seitdem täglich Spenden Richtung Ahrweiler. „Wie viel, kann ich gar nicht wirklich sagen“, so Weber, der aktuell vor Ort ist.

Er versichert, dass jeder Cent ankommt.

Seit dem Tag des Geschehens steht Weber in engem Kontakt zu seinem Freund Ralf Hogen und Pfarrer Jörg Meyrer. „Afghanistan war sehr schlimm. Das hier ist viel schlimmer“, so schrieb Ralf Hogen über den Ausspruch eines Soldaten. Weber selber berichtet, dass in der Kirche das Wasser über einen Meter hochstand, dass viele seiner Freunde betroffen seien. Einige hätten „nur“ ihr Auto verloren, andere ihr Haus und alles, was sich darin befunden habe. Am schlimmsten ist für den Pfarrer, dass er viele der Menschen kannte, die in den Fluten umgekommen sind. Die meisten seiner Freunde seien bei Freunden oder Verwandten untergekommen. Einige wohnen jedoch weiter in ihren Häusern oder Wohnungen, ohne Strom, ohne Wasser und ohne Gas.

Spenden werden dringend für das Überleben gebraucht.

Aktuell werden dringend Masken, Desinfektionsmittel und Handschuhe benötigt. „Und Antibiotika, weil viele Menschen durch den giftigen Schlamm, der nun in Staub übergeht, krank werden.“ Und Essen wird gebraucht, für die Einheimischen und die Helfer. „Spenden werden dringend für das Überleben benötigt“, so Weber weiter. Und für ganz normale Alltagsgegenstände. „Und dafür braucht es sehr, sehr viel Geld. Denn viele Menschen stehen vor dem Nichts.“

In Altenburg, so informiert Hogen weiter, werden am Ende nur 20 Prozent der Häuser stehen bleiben können. Was nicht durch das Wasser mitgerissen worden sei, müsse laut Statiker abgerissen werden. Genauso erschreckend: 14 Schulen seien vom Hochwasser betroffen. Allein in Bad Neuenahr/Ahrweiler.

Marc Weber, ehemaliger Twistringer Kaplan

Marc Weber erzählt von einem Rentnerehepaar, das sein ganzes Leben für sein Haus gespart habe. Nun stehe es vor dem absoluten Nichts. Alles sei weg. Sie hätten keine Elementarversicherung abgeschlossen. Kein Geld, um alles wieder aufzubauen. Nicht mal mehr eigene Kleidung oder eine simple Zahnbürste sei geblieben. Laut Weber kein Einzelschicksal. „Tausende sind ohne Wohnung“, sagt Pfarrer Meyrer in seiner Bitte um Hilfe. „Wie viele Tränen sind geweint, weil alles verloren ist?“ Und dankbar fügt er hinzu: „So viele wollen helfen.“

Wie die Gemeinde St. Raphael in Bremen von Pfarrer Marc Weber, der alleine dort in den vergangenen Tagen 13 000 Euro gesammelt hat. Spenden gingen auch aus Bohmte, Hunteburg, Lehmförde und eben aus Twistringen ein. Seine einstige Gemeinde in Ahrweiler sorge dafür, dass das Geld bei denen zu 100 Prozent ankommt, die es am dringendsten benötigen. Wie bei dem Rentnerehepaar, das vor dem absoluten Nichts steht. Wer Geld spenden möchte, kann dies an den Hilfsfonds „Helfet Einander“ Laurentius Stiftung Ahrweiler überweisen.

Spendenkonto abrufbar

www.Raphael-Bremen.de

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