Sieben Bands – sieben Kneipen: Das Protokoll einer atemberaubenden Nacht

Wie in den 80ern

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Pure Leidenschaft für Musik: Hubert Kramer in der Scubar.

Twistringen - Von Sabine Nölker. Geschafft! Sieben Bands in sieben Kneipen in nur einer Nacht. Nicht nur die Musiker bekamen Lob von allen Seiten, auch die Wirte waren für den Ansturm von mehreren Hundert Gästen gewappnet. Ein bisschen erinnerte der Abend an die 1980er, als die Delmestadt noch eine Hochburg der Kneipen und Discos war. Diese Nacht war grandios. Ein Protokoll.

21.55 Uhr: Gasthaus Zur Penne

Meine erste Station an diesem Abend. Schon hier ein volles Haus. Ich muss mir meinen Weg durch die gedrängte Menge bahnen. Die fünf Jungs der Rockfabrik, einer Twistringer Band, spielen guten alten Deutschrock. Das Publikum geht ordentlich mit.

22.40 Uhr: Centralcafé

Es geht zu Biggy Lee & Tom. Für Wirt Gerd von der Ecken ist es das erste Mal, dass er sich an der Kneipennacht beteiligt. „Es ist echt klasse – das machen wir bestimmt wieder“, sagt er. „Für mich die beste Band des Abends“, lobt Besucherin Bianca Gottwald. „Die Stimmung ist super, das Publikum geht voll mit.“ Jesse Bundt, Niklas Brauer und Alexander Brinkmann springen als Backgroundsänger ein, die Leute sind begeistert.

23.10 Uhr: Domschänke

Großer Ansturm auch für Honky Tonk with the Copycatz. Frank Rasche-Bejenke ist mit seiner Clique unterwegs und von der Nacht begeistert. Sein Zwischenfazit: „Das Klausi‘s ist klasse, das Duo da spielt Old-School und begeistert mit Songs aus meiner Jugendzeit. Deutschrock in der Penne ist mein Ding, gerade Marius Müller-Westerhagen.“ Auch „Igel“ Heuermann, Leadsänger der Honky Tonks, freut sich. „Viele singen mit, die Stimmung ist klasse.“

23.55 Uhr: Klausi‘s

Rüber über die Straße zum Klausi‘s. Gut, dass die Wege so kurz sind. Es ist inzwischen unter null Grad. Man trifft Leute, die man zum Teil viele Jahre in der Twistringer Kneipenszene nicht gesehen hat. Auf der Bühne: Steve & Gerrit, auch unterwegs als die Deichgrafen. Sie haben ihr Publikum voll im Griff. Bon Jovi, Metallica, auch plattdeutsche Lieder laden zum Tanzen ein. Die Gäste haben Durst, das Team hinter der Theke ist gefordert.

Kneipennacht in Twistringen

0.40 Uhr: Le Bistro

Es ist spät geworden. Immer noch sind ganze Menschentrauben auf dem Weg zum Le Bistro. Mit Funnybone aus Drentwede spielt eine Band, die noch recht unbekannt ist in der Stadt. Auch hier wird Marius Müller-Westernhagen gespielt, gemischt mit Hits aus drei Jahrzehnten Rockgeschichte. Die fünf Männer sind bereits alle über 50, sie beherrschen ihr Handwerk. Wo es geht, wird getanzt.

1.10 Uhr: Kaktus

Die vorletzte Station des Abends ist schnell erreicht. Die Berliner Gruppe Nerd School spielt ihre letzten Songs, und es ist voll. Gegönnt sei es den Wirten, die diese Szene-Kneipe Ende des Jahres schließen. „Aber heute rockt hier nochmal voll die Hütte“, freut sich René Beckmann. Eine Mischung aus Punk-Rock und Rock‘n‘Roll dröhnt aus den Boxen. Das relativ junge Publikum genießt den Partyabend.

1.30 Uhr: Scubar

Die letzte Kneipe. Hier spielen Limberg & Limberg & Friends – meine heimlichen Favoriten. Wie schon im vergangenen Jahr ist es ihnen egal, wie lange sie spielen, sie sind mit Herz und Seele dabei. Martin und Heiner Limberg, sonst oftmals als Duo unterwegs, haben sich Hubert Kramer und Cord Fehsenfeld zur Verstärkung geholt. Ihr Repertoire scheint unerschöpflich und reicht von Rock und Pop bis Deutschrock. „Verdamp lang her“ von Bap dröhnt aus den Boxen und „An Tagen wie diesen“ – der Höhepunkt ist erreicht.

Draußen schneit es. In den Kneipen herrscht immer noch dichtes Gedränge. Die Leute feiern, tanzen, singen und haben Spaß. Der Plan der Veranstalter ging voll auf. Und in einem sind sich alle einig: Das wiederholen wir auf alle Fälle.

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