Mängel bei Heizung und Wasseraufbereitung

Twistringer Schwimmpark braucht neue Technik

Twistringen - Von Michael Walter. 300.000 Euro – bei dieser Summe mussten die Mitglieder des Twistringer Bauausschusses am Dienstag Abend erstmal schlucken. So viel müsste die Stadt in die Hand nehmen, um den Schwimmpark auf Vordermann zu bringen.

Und dann wäre noch kein einziger Handgriff am Becken oder im Umkleidetrakt getan. Das ist das Ergebnis, mit dem Stephan Heidtmann vom Ingenierbüro INEG aus Bad Iburg den Ausschuss konfrontierte. Er hatte im Auftrag des Rats den technischen Zustand des Bads unter die Lupe genommen und ein Sanierungskonzept erarbeitet.

Zwei große Baustellen hat der Experte dabei ausgemacht: Die Heizung und die Wasseraufbereitung. Beide Bereiche sind technisch veraltet und müssen dringend modernisiert werden.

Die vorhandenen Anlagen am Schwimmpark beschrieb Heidtmann als „Technikhaufen.“ Daran sei zwar immer mal wieder gearbeitet worden, um über die Runden zu kommen. „Aber da ist nie konzeptionell vorgegangen worden.“ Und das zeige jetzt unangenehme Folgen.

Heizung unzuverlässig

Etwa bei der Heizung: Das Schwimmbecken wird seit einiger Zeit mit Fernwärme beheizt. Genauer: Mit der Abwärme von Gemüse Meyer. Es gibt laut Heidtmann aber keine automatisierte Steuer- und Regelungstechnik dafür. „Dort dreht jemand von Hand den Regler auf“, beschrieb Heidtmann. „Die schieben rüber, was geht.“ 

Aber nicht immer, und auch nicht immer dann, wenn Wärme benötigt wird. Deshalb gibt es parallel zur Fernwärme auch noch eine Gasheizung. Doch auch dafür fehlt laut Heidtmann die Regeltechnik, die nur dann die Gasheizung zuschaltet, wenn nicht genügend Fernwärme ankommt. „Wir wissen noch nicht einmal, wieviel Fernwärme überhaupt zur Verfügung steht.“

Das nächste Problem wartet dann beim Wärmetauscher: Der ist nicht gedämmt, und dadurch geht viel Wärme verloren. Auch die Elektrik ist ein Sanierungsfall: Sie ist so überaltert, dass sie nach heutigen Maßstäben als nicht mehr betriebssicher gilt.

Den Investitionsbedarf für diesen Komplex kalkuliert Stephan Heidtmann auf rund 100.000 Euro.

Sanierung nötig nach der nächsten Saison

Etwa doppelt so viel dürfte die Modernisierung der Wasseraufbereitung kosten. Daran sei seit der Installation 1974 „wenig bis gar nichts“ gemacht worden, so der Ingenieur. Die Folgen: Mangelhafte Überwachungsmöglichkeiten der Wasserqualität, hoher Energieverbrauch, personalintensiver Betrieb und nebenbei auch noch zu geringer Wasserdruck in den Duschen.

Eine Sanierung könne zwar in zwei Bauabschnitten erfolgen, Heidtmann empfahl dem Ausschuss allerdings die Modernisierung in einem Rutsch. Darin sehe er ein Sparpotenzial von bis zu fünf Prozent gegenüber zwei separaten Bauabschnitten. Würden die Arbeiten im Frühjahr geplant, könnten sie nach Ende der Freibadsaison 2018 beginnen.

Wichtig dabei: Die Stadt müsste vorher nochmal mit Gemüse Meyer über die Fernwärme-Lieferung sprechen. Auch der Betrieb müsste eine Studie machen lassen, was er auf seiner Seite der Leitung noch optimieren könnte. Dazu sei das Unternehmen auch bereit, habe Heidtmann bei Gesprächen mit der Leitung herausgefunden. Seine Anregung: Vielleicht könne die Stadt ja einen Zuschuss dazu geben.

Peter Dünzelmann (CDU), der gleichzeitig Vorsitzender des Förderkreises Schwimmpark Twistringen ist, räumte im Anschluss ein: „Dass es so nicht weitergeht, ist uns allen klar.“ Die Sanierung müsse gemeinsam mit Gemüse Meyer geplant werden. „Dass wir nach der nächsten Saison das Problem lösen müssen, steht bombenfest.“

Rubriklistenbild: © dpa

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