Schwerlastregale statt Tannenbäume

Ein Jahr später: Wie sieht es jetzt in der Gemüsehalle aus?

Vor einem Jahr bei den Vorbereitungen des Weihnachtsgottesdienstes...
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Vor einem Jahr bei den Vorbereitungen des Weihnachtsgottesdienstes...

Vor einem Jahr war ein (noch nicht ganz fertiges) Kühlhaus von Gemüse Meyer Schauplatz von zwei Weihnachtsgottesdiensten. Wie sieht es dort heute aus?

Twistringen – Es sind -22 Grad Celsius in Lagerhalle Nummer 11. Die Firma Gemüse Meyer deponiert dort tonnenweise Gemüse, klein geschnippelt und tiefgekühlt. Vor genau einem Jahr ragten anstelle der Schwerlastregale noch Tannenbäume in die Höhe. Die Halle diente damals als Schauplatz für die katholische Krippenfeier und das Weihnachtsamt in Twistringen.

Als sie noch nicht komplett fertig war, bot die Halle reichlich Raum, um in Zeiten der Pandemie Abstand zu halten – ungewöhnliche Umstände erfordern eben manchmal ungewöhnliche Lösungen.

Mittlerweile geht es in dem Kühlhaus eher darum, bloß keinen Platz zu verschenken. Die Regale stehen dicht an dicht. Da passt kaum ein Fuß zwischen, geschweige denn ein Gabelstapler.

„Der Altar stand damals genau hier...“, sagt Dominik Willkommen, Betriebsleiter interne Organisation bei Gemüse Meyer, und drückt auf ein paar Knöpfen herum. Wie von Zauberhand bildet sich ein breiter Gang zwischen den Regalen mit den Nummern 370 und 371. Natürlich kein Hokuspokus, sondern ein modernes System, bei dem sich alles dank Schienen im Boden maschinell verrücken lässt. Das spart Platz.

Zwischen diesen Regalen stand der Altar.

Die Gemüsehalle ist 3650 Quadratmeter groß (auf der Hälfte davon fanden die Gottesdienste statt) und umfasst 11 000 Palettenstellplätze. Auf einer Palette können bis zu 700 Kilo Gemüse, Pilze oder auch Obst lagern. Passt also ordentlich was rein in so eine Halle.

Die Kartoffeln, Möhrchen & Co. landen später nicht direkt auf dem Teller. Die Kunden kommen aus der Industrie und stellen zum Beispiel Tiefkühlgerichte, Dosensuppen, Babynahrung oder Tierfutter her. Nicht immer ist das Gemüse dann noch als solches erkennbar. Viele Menschen essen zum Beispiel mehr Sellerie, als ihnen bewusst ist.

Die nächsten beiden Hallen entstehen

Sellerie ist auch in der Lagerhalle 11 zu finden, in Form von kleinen Würfelchen. Das Gemüse des Unternehmens kommt zu einem guten Teil von Feldern in unmittelbarer Nähe, in enger Zusammenarbeit mit der Twistringer Gemüse-Erzeugergesellschaft. Der Rest wird aus der Region hinzugekauft.

„Die Nachfrage nach tiefgekühltem Gemüse zieht gewaltig an“, erzählt Dominik Willkommen. Der Trend gehe generell hin zu mehr Gemüse, aber auch zu mehr Tiefkühlgerichten.

Gemüse Meyer hat rund 250 Mitarbeiter. Aktuell baut das Unternehmen zwei weitere Kühlhäuser – beim Betriebsgelände, in Richtung des Windrades. In beiden sollen später jeweils knapp 15 000 Palettenstellplätze unterkommen. So weit, als dass man darin Gottesdienste feiern könnte, sind die Hallen Nummer 12 und 13 allerdings noch nicht.

Mit dem Tochterunternehmen Tiefkühlzentrum Meyer (TZM) bietet Gemüse Meyer die Einlagerung von Tiefkühlprodukten auch als Dienstleistung an. In Twistringen steht eines der größten und modernsten Tiefkühllager in Deutschland.

Heimische Gefrierschränke zeigen meistens eine Temperatur von -18 Grad Celsius an. Wieso dann eigentlich -22 Grad in den Kühlhäusern? Ein kleiner Puffer, erklärt Willkommen, um auf der sicheren Seite zu sein.

Der tiefgekühlte Rosenkohl fürs Festtagsessen ist also bei vier Grad weniger Zuhause trotzdem gut aufgehoben. Über die Weihnachtstage wird bekanntlich viel geschlemmt. Wer weiß, vielleicht landet bei dem einen oder anderen ein Produkt mit auf dem Tisch, das einst in einem Twistringer Kühlhaus verweilte.

Von Katharina Schmidt

Die damalige Weihnachts-Halle ist rechts im Bild zu sehen. Im Inneren herrschen -22 Grad.

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