Schwalben willkommen: Nabu-Auszeichnung für engagierte Grundschüler und Lehrkräfte

Neues Heim für die „Schwätzerin“

+
Freude über die Auszeichnung: Anni Wöhler-Pajenkamp (Nabu), Irmtraud Keppler und Stefan Westermann (hinten v.l.) mit einigen Schülern.

Scharrendorf - Von Theo Wilke. „Hier sind Schwalben willkommen!“ steht auf der hellen eckigen Plakette, die Hausmeister Stefan Westermann gerade an der Ziegelwand befestigt. Die Jungen und Mädchen vor der Außenstelle der Twistringer Grundschule am Markt stimmen das Lied „Frau Schwalbe ist eine Schwätzerin“ an. Über ihren Köpfen kreisen fröhlich zwitschernd einige dieser selten gewordenen Flugkünstler. Das passt.

Der Naturschutzbund (Nabu) Niedersachsen hat die Schule als „Schwalbenfreundliches Haus“ ausgezeichnet. Und das aus gutem Grund, betont Nabu-Vertreterin Anni Wöhler-Pajenkamp aus Bassum bei einer kleinen Feier unter freiem Himmel. Dank des Engagements der Schüler und Lehrkräfte würden sich in Scharrendorf wieder mehr Mehlschwalben ansiedeln.

Im Gepäck hat die Bassumerin auch eine Urkunde sowie zwei Nisthöhlen mit Kotbrett, die sie an Lehrerin Irmtraud Keppler überreicht – als Anerkennung und Wertschätzung.

„Im Unterricht haben wir uns schon länger mit dem Thema beschäftigt. Die Kinder haben eine Lehmpfütze für die Mehlschwalben angelegt, für den Nestbau – und eine Blumenwiese ausgesät, das dauert aber noch, bis die blüht“, erzählt Keppler. Dann stimmt sie mit ihrem Akkordeon das nächste Lied an: „Alle Vögel sind schon da.“ Der Gesang der Kinder ist noch über mehrere Straßenzüge hinweg zu hören.

Sechs Nisthöhlen gibt es schon unter den Dachvorsprüngen an der Schule. „Die Mehlschwalben leben gern in unmittelbarer Gesellschaft von Menschen und von Tieren, beispielsweise Kühen“, weiß Anni Wöhler-Pajenkamp. Bis zu 1500 kleine Lehmkügelchen seien für ein Nest nötig, deshalb seien Lehmpfützen auch so wichtig.

Glücksbringer und

Insektenvertilger

Die früher als Glücksbringer verehrten Vögel sind laut Nabu fleißige Insektenvertilger, die die Natur im Gleichgewicht halten – aber sie bleiben weg, wenn etwa raue Außenwände und naturnahe Gärten fehlen und Weidetiere, Fliegen, Läuse und andere Insekten Mangelware sind. Wöhler-Pajenkamp: „Nester werden heutzutage an Häusern nicht mehr geduldet.“ Der Kot würde Wände verunreinigen. Dies lasse sich aber ganz gut mit sogenannten Kotbrettern verhindern, sagt die Nabu-Vertreterin. Sie freut sich über den besonderen Einsatz der Scharrendorfer Schulkinder zum Schutz der Mehlschwalben.

Mehr zum Thema:

Bargfrede und Eilers arbeiten individuell

Bargfrede und Eilers arbeiten individuell

In diese 10 Berufsgruppen haben die Deutschen Vertrauen

In diese 10 Berufsgruppen haben die Deutschen Vertrauen

Frau stirbt bei schwerem Unfall in Bassen 

Frau stirbt bei schwerem Unfall in Bassen 

Pflanzung neuer Bäume im St.-Jakobiwald Wittlohe

Pflanzung neuer Bäume im St.-Jakobiwald Wittlohe

Meistgelesene Artikel

Frühlingsmarkt lockt Besucher

Frühlingsmarkt lockt Besucher

24-Jähriger bei Unfall schwer verletzt

24-Jähriger bei Unfall schwer verletzt

Brummi-Fahrer pinkelt an Tankstelle 

Brummi-Fahrer pinkelt an Tankstelle 

Problem Brandschutz: Barrier Grundschule muss auf größten Raum verzichten

Problem Brandschutz: Barrier Grundschule muss auf größten Raum verzichten

Kommentare