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Schüler des Twistringer Gymnasiums zeigen bei Bienen-AG viel Engagement

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Sie kontrollieren die Bienenvölker: (v.l.) Die Schüler Lian Hinrichs, Leonard Wolf, Schulleiter Peter Schwarze und Bienen-AG-Leiter Jürgen Schulze.
Sie kontrollieren die Bienenvölker: (v.l.) Die Schüler Lian Hinrichs, Leonard Wolf, Schulleiter Peter Schwarze und Bienen-AG-Leiter Jürgen Schulze. © Marten Vorwerk

Auf der Suche nach der Bienenkönigin sind die Schüler und Leiter der Bienen-AG des Hildegard-von-Bingen-Gymnasiums an einem der AG-Tage, an dem sie die Bienenvölker betreuen und selber Rähmchen und Waben herstellen.

Twistringen – Wenn die 14-jährige Lena Wessels im Twistringer Hildegard-von-Bingen-Gymnasium ihr Bienenkostüm überstreift, weiß die ganze Schule Bescheid: Es gibt wieder Honig zu kaufen, der von den fünf schuleigenen Bienenvölkern produziert wird. „Jedes Jahr ist das zweimal der Fall. Immer Ende Mai, Anfang Juni und im August“, sagt Jürgen Schulze. Er leitet – zusammen mit Sarah Stöger – die Bienen-AG der Schule, an der neun Schüler teilnehmen und die Bienen betreuen.

Und zurzeit, mitten im Frühling, sind die Bienen richtig fleißig. „Alles blüht, da ist richtig was zu holen für die Honigbienen“, erzählt Jürgen Schulze an einem der AG-Tage. Die Bienen-AG des Gymnasiums trifft sich alle zwei Wochen. Es werden zum Beispiel neue Zargen oder Rähmchen mit Waben hergestellt. Darum kümmern sich Lena Wessels und Laura Deiermann mit Lehrerin Sarah Stöger. Zargen sind die rechteckigen Kästen, in denen die Bienen leben. Rähmchen werden in diese Zargen hineingeschoben, dort geben die Bienen in den Waben ihren Nektar ab.

Ein paar Meter weiter, bei den Bienenvölkern am Parkplatz der Schule, kümmert sich Jürgen Schulze mit den Schülern Lian Hinrichs und Leonard Wolf direkt um die Bienen. Eine neue Zarge wird auf schon bestehende Zargen gestellt, um den Platz für die Bienenvölker zu vergrößern.

Laura Deiermann, Lehrerin Sarah Stöger und Lena Wessels zeigen Rähmchen
Sie haben Rähmchen und Waben für die Bienen hergestellt: (v.l.) Laura Deiermann, Lehrerin Sarah Stöger und Lena Wessels. © Vorwerk, Marten

Die Schüler Lian und Leonard sind mit Leidenschaft dabei, helfen ihrem Lehrer beim Ausbau der Bienenvölker. „Letztens erst habe ich die Bienenkönigin gesehen“, schwärmt Lian Hinrichs. Auch diesmal sucht er mit seinen beiden Mitstreitern die Königin, zu sehen ist sie aber nicht. „Schade, ich habe sie bisher erst ganz selten entdeckt. Sie hat eine beeindruckende Größe“, sagt Jürgen Schulze, der Politik und Geschichte unterrichtet.

Einen Einblick in das Imkerwesen verschafft sich auch Schulleiter Peter Schwarze. Experte Jürgen Schulze und die beiden Lehrlinge Lian und Leonard erklären ihm die wichtigsten Dinge über Zargen, Rähmchen und Waben. „Für mich als Schulleiter ist es immer toll, wenn ich zu Veranstaltungen unseren eigenen Honig als Geschenk mitbringen kann. Für die Bienen wurden extra Blumen gepflanzt, das macht das Ganze naturfreundlicher“, lobt Peter Schwarze.

Schüler zeigen Eigeninitiative

Seit 2013 sind Schüler mit den AG-Leitern für Bienen auf dem Schulgelände verantwortlich. „Das macht richtig Spaß – vor allem, wenn man merkt, dass sich die Schüler dafür begeistern“, erzählt Sarah Stöger, die seit der Einführung der Bienen-AG mit dabei ist. Die Biologie-Lehrerin freut sich besonders darüber, dass die Schüler auch selbst initiativ werden.

Lena Wessels zum Beispiel entwirft derzeit ein neues Logo mit zwölf Blüten, das auf die Honig-Gläser geklebt wird. Sie ist seit fast fünf Jahren Mitglied der Bienen-AG. „Ich habe mich schon immer für Bienen begeistert. Mit ein paar Freunden wollte ich dann in die AG“, sagt sie.

3,50 Euro kostet ein 250-Gramm-Glas. Etwa 100 Kilogramm Honig produziert die Schule im Jahr. Der Verkauf des Honigs, der unter dem Namen „Hilde-Honig“ läuft, geht vorrangig an Schüler und Eltern. Finanziell unterstützt wird die Bienen-AG vom Förderverein der Schule. „Dank des Fördervereins haben wir die Materialien für die Bienenvölker vorrätig“, sagt Peter Schwarze.

Keine Angst vor Bienenstichen

Ob bei den Beteiligten keine Angst vor Bienenstichen besteht? „Ich habe keine Angst. Ich wurde schon ab und zu gestochen. Aber das ist kein Weltuntergang. Irgendwann entwickelt man Antikörper dagegen“, erklärt Jürgen Schulze. Er musste eine Imker-Ausbildung absolvieren, bevor er die AG leiten durfte. „Wegen der Bienenstich-Gefahr dürfen nur Kinder ab der sechsten Klasse teilnehmen“, berichtet er. Die ältesten AG-Teilnehmer gehen in die neunte Klasse.

Seit Tag eins im Jahr 2013 ist Abiturient Johannes Kolatzki dabei. „Er ist mittlerweile schon richtiger Profi. Leider schafft er es nicht mehr häufig zur AG. Aber er hat selbst ein eigenes Bienenvolk in Marhorst“, erzählt Jürgen Schulze und ergänzt: „Es ist schön zu sehen, wenn Schüler lange mit dabei bleiben und so viel lernen.“

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