Kleine Kunstschätze im Twistringer Museum

Schmucke alte Schatullen aus einem Bündel Stroh

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Schatullen aus Stroh: Kleine Schätze im Museum.

Twistringen - Von Theo Wilke. Ungewöhnliche und zugleich beeindruckende Schatullen aus Stroh liegen hinter Glas und haben schon manchen Besucher erstaunt.

In der Kunst-Ecke des Twistringer Museums der Strohverarbeitung gibt es noch mehr kleine Schätze – zu bewundern auch am kommenden Sonntag während des zweiten Museumsmarktes von 11 bis 18 Uhr am Kapellenweg.

Die Strohschatullen entstanden in den frühen 1940er-Jahren, gefertigt zum Teil von russischen Zwangsarbeiterinnen oder Kriegsgefangenen, Diese handgearbeiteten Schatullen aus Stroh wurden häufig mit Stoff ausgeschlagen.

Im Twistringer Museum ist zum Beispiel ein Kistchen in Herzform von einem russischen Kriegsgefangenen ausgestellt. Louise Dumke aus Bramstedt hat es zur Verfügung gestellt. Solche Schatullen wurden beispielsweise „als Dank für zugesteckte Lebensmittel oder gute Behandlung“ verschenkt. Im Museum werden sie gehütet, weil ältere Menschen nicht wollten, dass die Strohkästen auf dem Müll landen.

Schatullen von Soldaten mitgebracht

Auch Soldaten brachten Schatullen mit nach Hause. „Mein Vater war 1943/44 als Soldat in Thorn, damaliger Reichsgau Danzig-Westpreussen, als Obergefreiter der Landesschützen stationiert. Ende 1943 brachte er die Schatullen anlässlich eines Heimaturlaubs mit nach Hause, nach München. Er hatte sie von einer Bäuerin erworben“, hat Alfred Ludwig aus Ganderkesee zu den von ihm gestifteten Kästchen geschrieben. Sie lagen seit 1982 im Keller – bis Ludwig das Twistringer Strohmuseum besichtigte.

„Wenn man ein Bündel Stroh in die Hand nimmt, kann man sich nicht vorstellen, dass es Personen gibt, die daraus ein Kunstwerk entstehen lassen. Bei Ihnen sind die Schatullen besser aufgehoben und können Zeugnis ablegen über die Kunstfertigkeit der damaligen Landbevölkerung“, so Ludwig im Brief ans Museumsteam. In der Kunst-Ecke hängen auch Mecklenburger Strohbilder.

Museumsmarkt am Sonntag

Zum Museumsmarkt am Sonntag haben fast 30 Aussteller zugesagt. Das Angebot reicht von Glaskunst, Gießkeramik und Lampen, Stoffdesign und Bremer Filz bis zu Flechtkörben, Besteckschmuck, Wolle, Steinvögel, Marmeladen, Hobbymalerei und Gartendeko. Die Stapelholmer Tanz- und Trachtengruppe wird erneut dabei sein, und diesmal auch das Twistringer Blasorchester ab 11 Uhr zum Frühschoppen.

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