Publikum geizt nicht mit Applaus

Salonorchester spielt Neujahrskonzert im Twistringer Ratssaal

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Das Salonorchester Ungestüm im Twistringer Rathaus.

Twistringen - Von Sabine Nölker. Mit ihrem musikalisch servierten „Genuss ohne Reue“ entführte am Sonntagabend das Salonorchester Ungestüm seine Gäste in die Zeit der Caféhausmusik des vergangenen Jahrhunderts. Phantasievoll ausgesuchte Musikstücke machten das Neujahrskonzert zu etwas ganz Besonderem.

„Es entwickelt sich so langsam eine lieb gewordene Tradition“, betonte Kulturbeauftragte Katja Bischoff zu Beginn. Sie freue sich, bereits zum dritten Mal das Salonorchester Ungestüm im Ratssaal begrüßen zu können. Bischoff versprach „überraschende musikalische Zaubereien“, und die Anwesenden wurden nicht enttäuscht.

Den Anfang machte die Sonntagspromenade, „die Sie auch zu uns geführt hat“, so Gründer, Geiger und Sänger Detlef Wehking alias Felix Ungestüm. Auf charmante Art führte er durchs Programm. Er bewies mit seiner gefühlvollen Stimme, dass er nicht nur ein guter Sänger, sondern auch ein begabter Geschichtenerzähler ist.

Ihm zur Seite standen Tammo Koch am Kontrabass und Manfred Schiwik am Schlagzeug und Xylofon. Neu dabei war Flötistin Ching-Yi Ho und am Klavier Wlodek Jasionowski, die beide nicht nur mit ihren Soli begeisterten. Mit ihrem eigenständigen Stil spielten die Vollblutmusiker Tango-Stücke, leichtfüßige Musette- und Wiener Walzer sowie samtige Chansons.

Getanzt wurde nicht, aber genossen

Bei einem kleinen Rätsel für die Damen lobte Ungestüm eine CD aus. „Wo traf man sich in der Jugend nach der Schule?“ – Darauf folgte „In einer kleinen Konditorei“. Der Aufforderung, bei einem Walzer von Johann Strauß Sohn zu tanzen, kam keiner der Anwesenden nach. Sie genossen lieber die Musik.

Das umfangreiche Repertoire des Abends reichte von klassischen Stücken wie dem Ungarischen Tanz Nr. 5 von Brahms über Salonstücke aus der Zeit der Ozeandampfer und Filmmusiken der Ufa-Filme bis zu Schlagern und Tanzmusik der 1920er- und 1930er-Jahre.

Aber auch Titel der 1950er/1960er-Jahre, wie „In einer Pizzeria“, ein echter italienischer Marsch, und von Pianist Jasionowski komponierte Stücke gehörten an diesem Abend dazu.

Katja Bischoff überraschte die Besucher in der Pause mit liebevoll dekorierten Tischen, auf denen passend zum Neujahrskonzert Luftschlangen und Partyhüte lagen. Es gab Sekt und Orangensaft sowie kleine Knabbereien.

Danach ging es schwungvoll weiter. Das Publikum wippte auf den Stühlen und zeigte sich beim Applaus nicht geizig. Da waren Zugaben vorprogrammiert. „Ein wirklich tolles Neujahrskonzert“, hieß es zum Schluss.

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