Aus Spaß am Fahren sind zwei Twistringer zum Mittelpunkt einer Szene geworden

Die Roller ihres Lebens

Doris Schierholz und Kurt Spiekermann sind mehr oder weniger zufällig auf den Motorroller gekommen. - Foto: Michael Walter

Twistringen - Und plötzlich war ein Auto weg. Vor dieser Situation standen Doris Schierholz und Kurt Spiekermann nach einem nicht ganz planmäßig abgelaufenen Termin beim TÜV. Da ahnten sie noch nicht, dass das der Grund sein würde, aus dem sie heute im Mittelpunkt einer kleinen überregionalen Fan-Szene stehen.

„2007 sind wir zusammengezogen“, erzählen sie. „Wir hatten jeder ein Auto. Eins davon hat den TÜV nicht überlebt. Da haben wir uns überlegt: Kaufen wir uns doch einen 50er Roller für die kleinen Fahrten.“ Gesagt, getan. Doch das Ergebnis war nur mittelprächtig. „Die Felder links und rechts der Straße waren ja plötzlich sooo lang“, sagt Spiekermann mit einem süffisanten Grinsen. Schnell war der untermotorisierte Roller gegen einen größeren mit 125 Kubikzentimetern Hubraum eingetauscht. Der machte dann deutlich mehr Spaß. So viel, dass schon bald ein zweiter gekauft wurde, damit beide gemeinsam spazierenfahren konnten.

Die Spazierfahrten wurden länger, man lernte andere Fahrer kennen – und irgendwann landeten beide bei einem Roller-Club in Bremen. „Vor vier Jahren sind wir dann nach Twistringen gezogen“, erzählt Spiekermann. „Zu den Clubtreffen waren das dann jedesmal 100 Kilometer hin und zurück. Da haben wir uns gedacht: Machen wir doch hier bei uns mal einen Stammtisch.“

Gottesdienst und Ausfahrt am 13. August

Zu dem kamen damals 14 Fahrer aus dem Raum von Sulingen bis Dötlingen. Daraus sind heute die „Rollerfreunde Niedersachsen“ geworden. Kein Club, kein Verein, sondern ein loser Zusammenschluss, für den Kurt Spiekermann federführend den Kopf hinhält.

Kurz darauf sind Spiekermann und Schierholz angesprochen worden, ob man denn nicht auch mal einen Roller-Gottesdienst in Twistringen organisieren könnte. „Vor drei Jahren hatten wir den Testlauf“, sagt Spiekermann. Und jetzt schließt er mit Doris Schierholz gerade die Vorbereitungen für den vierten ab. Der ist am 13. August.

Doris Schierholz muss lachen, wenn sie an die Premiere vor drei Jahren denkt: „Wir haben geglaubt, das machen wir mal eben so. Aber wir hatten den Aufwand völlig unterschätzt. Um so ein Ding aufzuziehen, braucht man ein gutes halbes Jahr Vorlauf.“

Beide zählen auf: „Wir müssen an sämtliche Behörden ran: Ordnungsamt, Verkehrsamt, Polizei,... Dann brauchen wir ein Lokal, Essen muss organisiert werden, und dann muss man die Clubs anschreiben und einladen. Nach dem Gottesdienst gibt es immer eine kleine Tour. Dazu müssen wir die Route aussuchen und abfahren, und dann müssen wir die Strecke bei den Behörden anmelden. Die Kreuzungen müssen ja gesichert werden, damit uns niemand in die Kolonne rauscht.“

Die Streckenposten stellen die Johanniter und das Rote Kreuz. Absperrmaterial bringt der Bauhof. Und auch die Nachbarn von Doris Schierholz und Kurt Spiekermann sind mit im Boot: Die backen Kuchen. Insgesamt rechnen die beiden am 13. August mit über 60 Fahrern aus ganz Norddeutschland plus Begleitung. „Plus die ganzen Helfer, die auch alle mit zum Essen kommen“, sagt Spiekermann. Das Programm steht. „Den Gottesdienst hält unsere neue Pastorin Christina Ernst. Sie hat dafür zur Bedingung gemacht, dass sie anschließend auch die Rundfahrt mitmachen darf.“ Damit das geht – die Pastorin ist blind – haben Schierholz und Spiekermann extra ein Motorrad mit Beiwagen für sie organisiert. Nicht gerade ein Motorroller. Aber darauf kommt es den Organisatoren auch gar nicht so sehr an. „Willkommen ist alles, was fährt und mindestens 125 Kubikzentimeter hat“, sagt Spiekermann.

Die Zeit bis dahin wird den beiden nicht lang: Sobald es etwas wärmer wird, geht es auf Tour durchs Alte Land. Und Anfang Juni fahren sie zehn Tage durch Österreich. „Aber mit Pkw und Anhänger“, sagt Spiekermann. „Das haben wir schon mal gemacht. Da waren wir mit unseren 125ern sogar bis zum Großglockner. Man konnte zwar viel kucken links und rechts. Aber wir sind raufgekommen.“

rollerfreunde-niedersachsen.de.tl

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