Robert Buschmann aus Twistringen arbeitet als Sachverständiger für Fotovoltaikanlagen

Ein Ermittler in Sachen Sonnenenergie

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Robert Buschmann mit der Bestellungsurkunde der IHK.

Twistringen - Von Robin Grulke. Er ermittelt, aber er ist kein Polizist: Robert Buschmann kommt dann ins Spiel, wenn die Fotovoltaik-Anlage nicht den versprochenen Ertrag abwirft, wenn sie fehlerhaft installiert oder gar beschädigt ist und sich der Installationsbetrieb weigert, nachzubessern. Robert Buschmann steigt dann in seine Arbeit ein: Er kümmert sich um die Beweissicherung, Schadensbegrenzung und macht Ansprüche der Betreiber geltend. Der 37-Jährige ist nämlich Sachverständiger im Bereich der Fotovoltaik.

Nicht nur Privatleute wenden sich an Buschmann – zu seinen Auftraggebern gehören auch Versicherungen und – Gerichte. Wenn es Streit gibt, versucht der Twistringer den Fall zu lösen. Er prüft fotovoltaische Anlagen und erstellt Gutachten, die in Streitfällen vor Gericht eine entscheidende Rolle spielen. Doch wie muss man sich die Arbeit als Sachverständiger vorstellen? Und wie kommt man überhaupt dazu, als solcher zu arbeiten?

Buschmann gehört zu denen, die in ihrem speziellen Bereich überdurchschnittliche Kenntnisse und Fähigkeiten haben müssen. Tätig ist Buschmann seit knapp 15 Jahren im Bereich der Fotovoltaik. Zuvor hatte er den Beruf des Elektroinstallateurs erlernt und anschließend Elektrotechnik studiert. Als „Master of Business and Engineering“ übernahm er in einer großen Bielefelder Firma verantwortlich die Produktentwicklung und den Bereich Produktmanagement. Er verrät: „Ich war viele Jahre mehrmals im Jahr in Asien und weltweit unterwegs, um mir Produktionsstätten anzuschauen.“

Nachdem der heute 37-Jährige im Jahr 2011 eine Weiterbildung zum Gutachter für fotovoltaische Anlagen absolviert hatte, folgte er einer Einladung des Tüv Rheinland. Der wollte Buschmann als Referent. Er hielt den Vortrag und traf auf einen Mitredner, der damals Richter beim Landgericht gewesen war und dem Twistringer nahegelegt habe, sich als Sachverständiger öffentlich bestellen und vereidigen zu lassen. „Warum eigentlich nicht?“, sagte und fragte sich der Twistringer. Er sah es als logischen nächsten Schritt in seiner Laufbahn an und war überzeugt, dass sein Fachwissen von Nutzen sein könnte.

Der Begriff des Sachverständigen ist allerdings nicht offiziell geschützt. „Jeder kann sich Sachverständiger nennen“, sagt Buschmann. Neben zertifizierten Sachverständigen gebe es auch öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige. „Es ist so, dass man eine Art Bewerbungsprozess durchläuft.“ Der Sonnenenergie-Spezialist aus Twistringen stellte zunächst einen formlosen Antrag, in diesem Fall bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Hannover. Dabei reichte er Mustergutachten ein, die von einem Fachgremium überprüft wurden. Als die Bewertung der Gutachten durch das Fachgremium positiv ausgefallen war, stellte sich Buschmann einer mündliche Prüfung vor dem Gremium. Der gesamte Prozess von Antragsstellung bis zur Bestellung und Vereidigung brauchte allerdings eine ziemlich lange Zeit. „Eineinhalb bis zwei Jahre“ habe es bei Buschmann gedauert.

„95 Prozent der Sachverständigengutachten, die ich schreibe, sind für die Gerichte“, sagt Buschmann. Kommt es aufgrund von Meinungsverschiedenheiten zum Prozess, so wird durch den Richter meist ein öffentlich bestellter Sachverständiger mit der Erarbeitung eines Gutachtens beauftragt. Dieser prüft dann vor Ort die Anlagen auf mögliche Fehlerquellen oder Schäden. Dadurch holt sich der Richter quasi Fachwissen in den Gerichtssaal, um die Problematik rechtlich beurteilen zu können.

Die Kosten eines Gutachtens hat in der Regel der Antragssteller, derjenige, der die Überprüfung bestellt hat, zu tragen. Die Höhe des Honorars, die der Experte einstreichen darf, regelt das Justizvergütungs- und -entschädigungsgesetz (JVEG).

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