Betrug und Urkundenfälschung: Gericht verhängt 6.000 Euro Geldstrafe

Rentner missbraucht Ehrenamt als Betreuer

Twistringen - Von Dieter Niederheide. Seine Tätigkeit als ehrenamtlicher Betreuer einer inzwischen verstorbenen Frau hat ein Twistringer (74) in erheblichem Umfang missbraucht. Zu diesem Schluss kam jetzt das Amtsgericht in Syke und verurteilte den bisher unbestraften Mann zu einer Geldstrafe von 6000 Euro wegen Betrugs in 26 Fällen und Urkundenfälschung.

Die Schadenssumme lag laut Gericht bei über 4000 Euro. Der Staatsanwalt hatte eine Geldstrafe von immerhin 13 500 Euro beantragt. Die Strafanzeige gegen den Mann hatte der Sohn der damals in einem Altersheim lebenden Frau erstattet.

Die Betreuung der alten Dame soll der Angeklagte 2008 übernommen haben, die Betrugsfälle, wegen der er jetzt verurteilt wurde, hat er laut Anklage ab März 2012 über einen längeren Zeitraum hinweg verübt. Er hatte Kontovollmacht und hob damit Geld ab als Entschädigung für Dienstleistungen, zum Beispiel Gartenarbeiten.

Unterschrift auf Quittungen gefälscht

Was die Urkundenfälschung betrifft, ging es um Quittungen oder Rechnungnen für Dienstleistungen, die der Betreuer dem Rechtspfleger des Betreuungsgerichts vorlegte. Ausgestellt hatte er sie selbst, aber mit dem Namen eines anderen unterzeichnet. Dieser andere Mann soll zwar die abgerechneten Arbeiten ausgeführt, dafür aber kein Geld bekommen haben.

Der Verteidiger führte an, dass der Angeklagte für die alte Dame mehr geleistet habe als es seine Aufgabe gewesen sei. „Er hat versucht, der Frau zu helfen“, sagte der Anwalt.

In seinem Plädoyer verhehlte er allerdings nicht, dass das Vorgehen des Angeklagten falsch gewesen sei. Sein Mandant habe jedoch geglaubt, dass er es richtig gemacht hätte und sei bereit, den entstandenen Schaden zu regulieren.

Der Angeklagte selbst machte von seinem Recht Gebrauch, nicht aussagen zu müssen. Er hatte am Ende das „letzte Wort“ und gab an, er sei enttäuscht darüber, dass er angeklagt wurde, obwohl er der Frau zur Seite gestanden habe.

Zeugen waren zum Strafprozess nicht geladen

Richterin Petra Kutz stellte in ihrer Urteilsbegründung heraus: Betrogen worden sei hier eine betagte Seniorin, die sich nicht dagegen habe wehren können. Eine ehrenamtliche Betreuung sei nun mal ein Amt, für das es kein Entgelt gebe. Die Aufwandsentschädigung liege bei lediglich 399 Euro im Jahr. Wenn man nicht mehr bereit sei, dafür dieses Amt auszuüben, könne man eine Betreuung auch wieder abgeben.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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