Regelmäßig in seiner Heimatstadt

Reinhold Beckmann: „Entdecke Twistringen gerade wieder neu“

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Reinhold  Beckmann macht auch erfolgreich Musik, ist bundesweit auf Tournee.

Prominent ist der 63-Jährige, und so mancher Twistringer ist ein bisschen stolz auf den „Sohn der Stadt“: Reinhold Beckmann, der Wahlhamburger, kehrt regelmäßig in seine Heimat zurück.

Von Theo Wilke.  „Es hat auch damit zu tun, dass ich Twistringen für mich wieder entdecke. Zum Teil auch neu. Ich fahre gerne dahin und merke, dass die Twistringer das einfach gut machen. Da passt der eine auf den anderen auf. Dazu diese Geselligkeit und die Lust am gemeinsamen Feiern.“

Wie in der Clique seines Bruders: „Auch da wird auf den aufgepasst, dem es vielleicht gerade nicht so gut geht. Das ist der Unterschied zur Großstadt. Dort leben wahnsinnig viele Menschen allein“, sagt Beckmann.

Bekannt ist der gebürtige Twistringer nicht nur als prominenter Sportreporter, Fernsehmoderator und Talkmaster. Auch seine Musik hat inzwischen viele Fans, nicht nur in Twistringen.

Die Penne bleibt seine Lieblingskneipe

Reinhold Beckmann sieht seine Heimatstadt ständig „in Gemeinschaft unterwegs. So erlebe ich das immer wieder. Ich schätze das sehr, besonders jetzt, wo ich auch jenseits der 60 bin. In Twistringen existiert halt ein besonderes Gemeinschaftsgefühl. Mehr als anderswo“.

Drückt das auch aus, was Beckmann als Heimat versteht und was er an der Stadt so schätzt? – Seine Antwort darauf: „Es kann einem keiner ersetzen, was so prägend, gestaltend und wichtig in der Kindheit und Jugend war.“ Wenn man älter werde, erwische man sich dabei, die Weiden der Vergangenheit abzugrasen.

Diese Aufnahme mit Blick auf die alte B 51 und die Langenstraße weckt auch bei Reinhold Beckmann manche Erinnerungen.

„Die ersten 18 oder 19 Jahre habe ich ja ganz intensiv in Twistringen verbracht. Darüber bin ich wahnsinnig froh, dass ich dass, was man als Zuhause betrachtet, empfinden und leben durfte. Ich merke auch, wie gerne ich alte Kumpels und Freunde treffe“, erzählt der Musiker. Außerdem lebe ein Teil seiner Familie in Twistringen, die im Laufe der Zeit auch größer geworden sei. Dort könne er sich gut fallenlassen. Dort fühlt sich Beckmann gleich wieder aufgenommen.

Er muss nicht lange schnacken, wenn er in die Penne geht und bekannte Gesichter wiedersieht. Das ist immer noch seine Lieblingskneipe, „weil wir alle Familienfeste dort gefeiert haben“. Oder Reinhold Beckmann schlendert über den Centralplatz zum Griechen, besucht die Eisdiele. Das sei ein schönes Gefühl. In der Großstadt funktioniere das anders.

Wo sind denn Reinhold Beckmanns Lieblingsplätze? „Ich gehe zu Fuß und mit meinem Hund in Richtung Judenfriedhof spazieren. Das ist die Strecke der alten Kindheit.“

Lieblingsplätze der Kindheit

Dabei erinnert sich der 63-Jährige an die frühere Sandkuhle, in der sie als Kinder gespielt haben. „Das war wie ein Abenteuerspielplatz, gleichzeitig Wüste und Versteckspielort, aber auch ein bisschen gefährlich“, gibt er zu. Da war ja auch die Sorge der Eltern, es könnte ein Kind in dem Sand verschüttet werden.

Der Gang zum Judenfriedhof hat für den Wahlhamburger etwas Besonderes: Häufig hockten er und seine Freunde an der Delme, versuchten einen Damm zu bauen und den Fluss zu stauen. In der Nähe wohnte Bauer Schlake, mit dem Familie Beckmann befreundet war. Da saßen die Jungs dann im Kuhstall oder bei den Hühnern. Sie spielten dort und versuchten auch, ein paar frische Eier oder ein bisschen Milch mit nach Hause zu bringen.

„Der Twistringer geht gern vor die Tür“

Nach seinem Abitur absolvierte der junge Beckmann zunächst eine Lehre zum Radio-, Fernseh- und Videotechniker, um danach in Köln Germanistik, Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften zu studieren. Als freier Journalist arbeitete der Twistringer für den WDR und wurde dort für den Sport entdeckt.

Der Kontakt zur Heimatstadt ist nie abgerissen. Ein guter Grund, daran festzuhalten, ist: „Der Twistringer geht gern vor die Tür“, betont Beckmann. Nicht nur zu Weihnachten an die Glühweinbuden im Schatten der St.-Anna-Kirche. Auch in die Vereine, in die Feuerwehr, zum Kolping und in andere Gruppen.

Beckmann wünscht sich mehr Aufenthaltsqualität

Ganz aktuell beobachtet der Journalist die Verkehrs- und Lebenssituation in der Delmestadt: „Ich würde mir wünschen, dass Twistringen endlich mal eine Umgehungsstraße bekommt. Wenn ich sehe, wie sich die Lkw durch die Stadt quälen – mein Gott – die B 51 ist in der Woche das Grauen!“ 

Beckmann  und  Band feiern Erfolge in der Alten Ziegelei in Twistringen.

Die Stadt habe ein eigenes Zentrum verdient, wo mehr Raum zum Entspannen, Klönen und Ausgehen sei. Twistringen könnte viel mehr aus seinem Zentrum machen, auch im Kreuzungsbereich der Bahnhofs- und der Langenstraße. Mehr Aufenthaltsqualität wünscht sich Beckmann, dann gebe es auch mehr Lokalitäten, wo die Twistringer sicherlich gerne hingehen.

„Mir fehlt auch ein bisschen die Kultur, die erfassbar ist“. Und meint weiter: eine kleine Musikkneipe, denn der Twistringer habe das Bedürfnis rauszugehen. Gut wäre auch ein Haus für laufende Ausstellungen, und „Twistringen braucht noch ein Radrennen rund um die Stadt“, schlägt der passionierte Radrennfahrer mit einem Augenzwinkern vor.

Der Schwimmpark am Steller Moor ist auch ein Lieblingsplatz für Reinhold Beckmann. „Wann immer ich kann, fahre ich raus und freue mich, in das 50 Meter Becken springen zu können, um ein paar Bahnen zu schwimmen.“Das Freibad könnte von ihm aus gerne länger geöffnet sein, über das bisherige Saisonende hinaus.

Vielleicht mal eine Zweitwohnung in Twistringen

Denkt der „Twistringer Jung“ irgendwann daran, ganz in die Heimat zurückzukehren? – „Kann ich mir gut vorstellen, dass ich später eine kleine feste Bleibe in Twistringen habe. Ich werde aber in Hamburg wohnen bleiben. Ich werde bald 64. Das riecht ja schon nach einem ruhigeren Leben. Aber das muss gut durchmischt sein. Ein bisschen Arbeit soll bleiben.“

Wann gibt Reinhold Beckmann & Band wieder ein Konzert in der Stadt? Seine Antwort: Im Herbst 2020 komme die neue Platte raus. Danach, spätestens aber im Frühjahr 2021, dürfen sich die Fans wieder hautnah auf Reinhold Beckmann und seine Band freuen, vielleicht in der Alten Ziegelei oder im Gymnasium.

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