Reinhard Imken 40 Jahre im Polizeidienst

Dienst-Opel gegen die Revier-Wand

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Reinhard Imken

Twistringen - Von Theo Wilke. An zwei Erlebnisse erinnert sich der Oberkommissar (58) noch gut: Als Reinhard Imken vor 40Jahren in den Polizeidienst eintritt, gibt es gleich 800 Mark auf die Hand. Und seine erste Einsatzfahrt bei der Syker Polizei 1978 endet, kaum dass sie begonnen hat: „Ich habe den Dienstwagen, Opel Rekord, rückwärts aus der Garage gegen die Wand gefahren“, erzählt Imken, der seit 2007 die Polizeistation Twistringen leitet.

Das ist heute noch der Lacher bei den Twistringer Kollegen. Der Chef über das Missgeschick: Da sei kaum Platz gewesen, am Polizeirevier an der Bahnhofstraße in Syke, so verwinkelt alles. Wohin die erste Einsatzfahrt führen sollte, daran erinnert sich der Jubilar nicht mehr.

Am 20. September 1957 in Hunteburg, südlich vom Dümmer, geboren, besucht Imken Kindergarten und Grundschule, danach die Realschule in Damme. Von Mitschülern hört er, dass sie sich bei der Polizei beworben haben. Der Sohn eines Maurers und einer Hausfrau sagt sich: „Was die können, kann ich auch.“

„Nach Twistringen

wollte keiner“

Er ist ohnehin „vorbelastet“. Neben den Imkens im Mietshaus wohnt der Dorf-Gendarm Heinrich Brüggemann. „Der ist leider bei der Verfolgung eines Einbrechers erschossen worden“, sagt Imken. Als Kind spielt er häufig mit Brüggemanns Sohn.

Den Ausschlag gibt aber im „Tante-Emma-Laden mütterlicherseits“ der Sohn des Hausbesitzers, der bereits bei der Polizei ist. Imken besorgt sich Unterlagen und fährt zum Vorstellungsgespräch nach Bad Iburg.

Die Sonne scheint, es liegt kein Schnee am 1. Dezember 1975. Der Hunteburger ist 18 Jahre alt, als er durchs Tor der Polizeischule Hannoversch-Münden tritt. Patenonkel Paul Kusche hat ihn gefahren. Zum ersten Mal ist Reinhard so weit weg von zu Hause.

Ist es sein Traumjob? – Nein, gibt der 58-Jährige heute zu. Ob er den Schritt bereut hat? – Imken nachdenklich: Natürlich habe es gute und schlechte Zeiten und 2005 die überflüssigste Polizeireform überhaupt gegeben. Aber er habe es immer gut gehabt.

Nach einem Jahr in Hannoversch-Münden wechselt Imken nach Braunschweig zur „härtesten Bereitschaftspolizei Niedersachsens“. Nach eineinhalb Jahren „habe ich mich selbst entlassen und bei einer Einsatzhundertschaft in Oldenburg angefangen“. Die weiteren Stationen sind Syke und Stuhr.

Vor gut acht Jahren erfährt Reinhard Imken durch Zufall, dass händeringend jemand für Twistringen gesucht wird. Der Familienvater, der mit Ehefrau Karola in Syke wohnt: „Da wollte keiner hin.“ Imken will – und wird am 1. Mai 2007 mit offenen Armen empfangen. Im November tritt er die Nachfolge von Harm Sander als Stationsleiter an. Wenn möglich, möchte er auch bis zu seiner Pensionierung bleiben.

Oberkommissar Bernhard Glandorf, schon länger in Twistringen, lobt seinen Chef: „Reinhard ist ein Guter, hilfsbereit, bescheiden – und stellt sich nicht in den Vordergrund, obwohl das in unserem Job nicht immer von Vorteil ist.“

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