In Zeiten von Corona: Twistringer Trio gründet Band und stellt neuen Song ins Netz

„Red Carded“ packt die Gefühle

Das sind B 51 North: Gerd Hartjens (v.l.), Kristi Heinz und Jens Weymann. Foto: B 51 North

Twistringen - Von Sabine Nölker. „B 51  North“ nennt sich die neue Band. Endlich mal etwas Positives, das in Zeiten von Corona zustande gekommen ist. Drei Twistringer Vollblutmusiker begeistern zurzeit mit ihrem Song „Red Carded“ in den modernen Medien. Ein Song, der die Gefühle ausdrückt, die wohl jeden in dieser Corona-Zeit bewegen, wie zum Beispiel der Frust, zur Untätigkeit verdammt zu sein.

Geschrieben und komponiert wurde der Song von Kristi Heinz, die sich Gerd Hartjens und Jens Weymann an die Seite geholt hat.

An einem Morgen vor vier Wochen erhielt die gebürtige Amerikanerin ein Video von einer Freundin. Diese hatte gemeinsam mit ihrer Tochter ein Kinderlied umgedichtet und einen Corona-Song daraus gemacht. „War mir ein bisschen zu brav“, erinnert sich die ausgebildete Opernsängerin. „Ich schickte ihr was mit viel mehr Power.“

Und so schrieb Heinz in nur zehn Minuten die deutsche Urfassung des Textes auf einen Briefumschlag. Sie nahm das Lied auf, wobei sie, wie sie selber sagt, „auf der Gitarre dazu ein bisschen klimperte“ und schickte es ihrem Chorbruder Gerd Hartjens, ein Profi an der Gitarre. Dieser befand den Song als sehr gut und holte sich Jens Weymann als Bassisten dazu. „Das erste Face-to-Face-Treffen gab es im Studio“, erzählt Kristi Heinz. Nach nur drei Sessions – die Technik dafür stellte André Jürgens – ging es ins Tonstudio von Sven Koopmann in Barnstorf.

„Ich kenne Sven sehr gut, und er stellte uns das Studio kostenlos zur Verfügung“, ergänzt Jens Weymann. Dann galt es, ein Video zu drehen. Dazu gehört vorab ein Storyboard. „Wir haben noch nie ein Script geschrieben und wussten gar nicht, ob das überhaupt was wird“, erinnert sich Hartjens. Kristi und ihre Familie fuhren zu einem großen alten Hof nach Steinfeld, um die Sequenzen einzuspielen. Jens Weymann ging mit dem Kamerateam Susanne Wilts und Tobias Möhlenhaskamp nach Stelle, um seine Szene auf dem dort öffentlichen WC zu drehen.

An einem Sonntag durfte die Band sogar in einen Supermarkt. „Alles unter Einhaltung der vorgeschriebenen Hygiene- und Abstandsregeln“, betont das Team. Das sei ihnen wichtig gewesen, in der ganzen Zeit der Aufnahmen. Nachdem die Filme im Kasten waren, wurde alles an Simon Roughan geschickt, der das Video schnitt und fertigstellte. Nach nur dreieinhalb Wochen war aus dem Song auf dem Briefumschlag ein klasse Song mit Video geworden, der bereits zahlreiche Klicks in den modernen Medien erhielt. Und am Donnerstagabend bereits in Bakersfield, USA, im Onlineradio gespielt wurde. „Meine Heimatstadt“, so Heinz stolz. Dafür musste sie eigens eine „Kid-Friendly-Version“ einspielen, da es in Amerika verboten ist, das Wort „Shit“ über den Äther zu schicken.

„Das ist echt eine wahnsinnige Hauruck-Aktion gewesen“, resümiert Hartjens. Er ist begeistert, wie übrigens alle, die dabei mitgewirkt haben. „Und das Unglaubliche an der Geschichte ist, dass es uns nichts gekostet hat“, fügt Kristi hinzu. „Die haben alle einfach so mitgemacht“, freut sich die 49-Jährige. „Ein Low-Budget-Produktion“, strahlt auch der Gitarrist.

Die Chemie stimmt zwischen den Musikern. Deshalb wollen sie auch in Zukunft zusammenarbeiten. Dafür schreibt die Mezzosopranistin neue Songs. Wie es zeitlich klappt, wird sich zeigen. Denn Heinz singt in Berssenbrück in ihrer Rockband „Feeling Good“, Hartjens ist bei „Wednesday Overdrive“ und „Redlight Disctrict“ als Gitarrist und Weymann ist Bassist bei „Scythe Beast“ und „Snoozebutton“.

Die Hobbymusiker haben auch ihre Vollzeitsjobs, von der Informatikerin über den Firmenchef bis hin zum Agrartechniker. Und die Familien sind auch noch da. „Aber wir packen das“, ist das Trio überzeugt. Da kann sich die Fangemeinde auf eine neue Band in der laut Hartjens „richtig geilen Twistringer Musikszene“ freuen.

Am Dienstag reist das Trio übrigens nach Delmenhorst, wo sie zu einem Interview beim Radiosender 90.vier eingeladen sind. Die Sendung wird am Sonntag zwischen 13 und 15 Uhr ausgestrahlt.

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