Polizei: Sohn soll mit Feuer gespielt haben

Rauchmelder retten junger Familie das Leben

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Die Überreste im Wohnzimmer nach der Brandnacht an der Langenstraße in Twistringen. 

Twistringen - Von Theo Wilke. Über Nacht hat eine siebenköpfige junge Familie in Twistringen an der Langenstraße, Ecke Buschweg ihr Zuhause verloren – und dabei noch Glück im Unglück gehabt. Dass sie noch am Leben ist, hat sie laut Feuerwehr wohl Rauchmeldern und dem ältesten Sohn (6) zu verdanken, der am Donnerstag gegen 0.45  Uhr den Vater weckt. Offenbar ist das Feuer im Wohnzimmer entstanden.

Der Vater von fünf Kindern im Alter von eineinhalb bis sechs Jahren wählt nachts sofort den Notruf. Die Familie rettet sich auf die Straße. Die Ortsfeuerwehr Twistringen und die Löschgruppe Marhorst rücken mit 40 Einsatzkräften an. Der alarmierte Rettungsdienst kümmert sich gleich um die Familie. Zum Glück ist äußerlich niemand verletzt. Die Hauskatze, eine Kornnatter (Schlange) und mehrere Zierfische im Aquarium sind nicht mehr zu retten.

Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte steht das Wohnzimmer schon in Flammen. „Aufgrund der großen Hitzeentwicklung hat sich bereits der Putz von der Wand gelöst“, berichtet später Feuerwehrsprecher Dennis Heuermann. Der Rauch breitet sich im ganzen Haus aus. Das Feuer ist schnell gelöscht, mit einem Hochleistungslüfter wird das Haus belüftet. Gegen 2 Uhr rückt die Feuerwehr ab.

Familie unter Schock

Am Morgen danach untersuchen Brandermittler der Polizei das Haus. Die Familie steht offenbar immer noch unter Schock. Der junge Vater: „Seit Kurzem habe ich wieder Arbeit, hier in Twistringen bei einer Firma. Und dann das.“ Tief betroffen schaut er auf das Haus. Die Familie muss sich jetzt eine neue Bleibe suchen. Seine Frau steht ebenso fassungslos daneben. „Gestern Abend erst hat die Patentante unseres ältesten Sohnes einen neuen Rucksack und alles nötige für den Schulbeginn gebracht...“ Der Sechsjährige wird nächste Woche eingeschult. Und der Vater meint, er habe am Abend noch überlegt, ob er ein zweites Becken für die Fische einrichten sollte. „Gut, dass ich das nicht gemacht habe.“ Die Eltern vermuten, dass das Feuer hinter dem Wohnzimmersofa entstanden sein könnte. Im Friseurladen, ein paar Häuser weiter, äußern die Beschäftigten ihr Mitgefühl: „Das ist ja schrecklich!“

Mittags meldet die Polizei unter anderem: „Das Wohnzimmer im Erdgeschoss brannte vollständig aus. Aufgrund der Rauchentwicklung und des Löschwassers ist das Wohnhaus derzeit nicht bewohnbar.“ Die Familie kommt zunächst bei Verwandten in Bassum unter.

Die Brandermittler schließen eine technische Brandursache aus. „Nach derzeitigem Ermittlungsstand ist davon auszugehen, dass der sechsjährige Sohn durch das Spielen mit einem Feuerzeug den Brand verursachte. Der geschätzte Sachschaden beträgt etwa 30.000 Euro“, erklärt Sandra Franke, Pressesprecherin der Polizeiinspektion Diepholz.

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