Grünes Licht für B 51-Sanierung

Der Radfahrstreifen kommt

Twistringen - Von Theo Wilke. Die B51 als Hauptverkehrstrasse durch Twistringen wird ab 2018 aufwändig durch die Landesstraßenbaubehörde saniert. Der Stadtrat hat sich diese Woche mehrheitlich (15 Ja- und 8 Neinstimmen) auch für einen beidseitigen Rad- und Gehweg zwischen Osterkamp und Harpstedter Straße sowie Radfahrstreifen zum Teil zwischen Harpstedter und Kögler Straße ausgesprochen. Bündnisgrüne, FDP, Die Linke und die FWG lehnten ab, sie sorgen sich vor allem um die Sicherheit der Radfahrer, um Parkstreifen und den Erhalt der Lindenbäume.

Zwei Grundsatzbeschlüsse gibt es (wir berichteten mehrfach): Vom Osterkamp (mit Querungshilfe) bis zur Harpstedter Straße sollen nach Kanalerneuerungsarbeiten des Wasserverbandes (OOWV) im Rahmen der Sanierung der der Bremer Straße gleichzeitig Rad- und Gehweg hinter den Bäumen neu angelegt werden, jeweils einseitig in Fahrtrichtung rechts. Ortsrat und Fachausschuss hatten zuvor empfohlen, auch in Höhe Nordstraße und Hol-ab-Markt eine zweite Querungshilfe vorzusehen. Der Bund würde bei dieser Komplettsanierung zum Teil auch die neuen Geh- und Radwege bezahlen. Sie sollen mindestens 2,50 Meter breit sein, plus ein bis zu 75 Zentimeter breiter Sicherheitsstreifen.

Zum Abschnitt Harpstedter bis Köglerstraße: „Unter Berücksichtigung und Abwägung aller Belange“ aus den Ortsräten und dem Fachausschuss steht die Sanierung bis zur Westerstraße als Variante 1 im Skizzenentwurf – mit beidseitigen Radfahrstreifen auf der Fahrbahn. Dabei sollen möglichst viele Kurzzeitparkplätze erhalten bleiben. Von der Wester- bis zur Köglerstraße wird die Variante 2a favorisiert. Neben einer Querungshilfe in Höhe Köglerstraße favorisieren die Ortsräte Twistringen und Mörsen einen Kreisel an der Nienburger Straße. Einen beidseitigen Rad- und Gehweg hinter den Linden sieht auch der Entwurf ab Westerstraße bis zum Ortsausgang vor. Dabei sollen so viele stadtbildprägende Bäume wie möglich gesichert werden. Bei Fällungen müsse Ersatz gepflanzt werden.

Besonders bei den Radfahrstreifen haben die Bündnisgrünen und Die Linke „Bauchschmerzen“. Zu gefährlich, sagen sie. Grünensprecher Hermann Niederwestberg hat im Rat seine Bedenken wiederholt. Sein Antrag, den Punkt zum Abschnitt Bremer Straße von der Tagesordnung zu nehmen, wurde mit großer Mehrheit abgelehnt. Auf seine Argumentation, es gebe keine konkrete Planung, erwiderte Fachbereichsleiter Carsten Werft: Wie der neue Bereich aussehen könnte, habe die Landesbehörde aufgezeigt. Sie brauche jetzt einen Grundsatzbeschluss des Rates, um ein Planungsbüro beauftragen zu können. Markus Thiede (FDP): „Das ist eine Entscheidung ins Blaue. Wir wissen nicht genug.“

Niederwestbergs Fraktionskollege Heinfried Dießelberg erklärte eindringlich, was ihn umtreibt. Hier werde über ökologische Aspekte hinweggegangen, und über die Belastung der Anwohner, zu denen auch Dießelberg gehört. Alle Anwohner würden sich für den Bäume-Erhalt aussprechen. Der Schwerlastverkehr schädige auch Häuser, von der Schadstoffbelastung gar nicht zu reden.

Mit Antworten von der Landesbehörde zeigte sich Dießelberg sehr unzufrieden. Wie könne eine Behörde, die keine aktuellen Verkehrszahlen und Emissionswerte habe, sagen, nach der Sanierung würde sie keine höheren Belastungen erwarten. Anfang der 1960er-Jahre sei der Durchbruch in der Innenstadt für die Bundesstraße ein städtebaulicher Frevel gewesen. Endlich müsse man mal aus den Fehlern lernen, so Dießelberg. Es sei eine blauäugige Planung.

Udo Helms meinte für die Freie Wählergemeinschaft (FWG), die große Sanierungslösung sei überzogen. Inzwischen wisse man von Experten, dass die Radfahrstreifen auf der Fahrbahn gar nicht die sichersten seien. Helms plädierte wie die Grünen für die sogenannte Nulllösung: Fahrbahnsanierung, Erhalt der Bäume und Parkplätze. FDP-Sprecher Ansgar Wilkens sah es ebenso: „Jeder sollte mal seinen gesunden Menschenverstand einsetzen.“

CDU-Sprecher Bernhard Kunst erklärte, die Sanierung habe nichts mit der Ortsumgehungsplanung zu tun. Der Verkehr werde nicht zunehmen. Es würden nur zumeist nur abgängige Bäume gefällt. Peter Dünzelmann: Die B 51 neu werde die Stadtsanierung abschließen.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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