Rabenwiese: Kein Erlebnisparcours / Nur ein bisschen Stein und Holz

„Sind richtig enttäuscht“

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Ihren Humor haben sie nicht verloren (v.l.): Mary Putjenter, Manfred Diephaus und René Blome am enttäuschenden „Naturspielweg für alle Sinne“ auf der Steller Rabenwiese.

Stelle - Von Theo Wilke. Über die Rabenwiese fegen Windböen. Gerade kein Wetter für Ausflügler, die sonst den Rast- und Bolzplatz „Luftkuhort“ anfahren. Der Blick fällt auf vier kantige Steinblöcke und drei kleine Baumstämme – der Gewinn nach einem Spielplatzwettbewerb im Internet. „Wir sind richtig enttäuscht. Es sollte ein Naturerlebnisparcours sein,“ sagt Mary Putjenter, Vorsitzende des Schießsport- und Heimatvereins.

Über das, was mehr als ein Jahr zurückliegt, mögen Putjenter, Mitstreiter Manfred Diephaus und Jugendvertreter René Blome erst heute öffentlich reden. Im August 2013 hatte sich Stelle über den 260 Mitglieder starken Verein, mit Unterstützung der Stadt Twistringen, am Wettbewerb „100 Spielplätze in 100 Tagen“ von Fanta, Kinderhilfswerk und Tüv Rheinland beteiligt. 140 bewarben sich im Internet. Am Ende schaffte Stelle 81201 Klicks und landete auf dem 28. Rang.

„Wenn wir das vorher gewusst hätten, hätten wir die 1000 Euro genommen“, betont Putjenter. Auch für Diephaus, der die Rabenwiese betreut, war das Ergebnis ernüchternd. Das Modul „Naturspielweg für alle Sinne“ sei auch als Bild unter anderem mit „Baumstämmen, Kiesel- und Bruchsteinen“ angepriesen worden. Deshalb traute er seinen Augen nicht, als die vier Steinblöcke und drei Baumstämme angeliefert wurden.

Der Schießsport- und Heimatverein sorgte 2014 selbst für eine Aufwertung des Spiel- und Bolzplatzes. Hannelore Uhlhorn spendierte Schreddermaterial, der Twistringer Bauhof ein Schaukelpferd. Das alte Schaukelgerät wurde mit Farbe aufgehübscht. Thomas Meyer vom Bokelskamp – laut Putjenter ein ganz Aktiver im Verein – baute unter dem Motto „Jugend forscht“ am Day of Caring mit Kindern und Jugendlichen aus dem Dorf nicht nur das Insektenhotel am Dorfgemeinschaftshaus, sondern anschließend auch noch ein ähnliches Exemplar für die Rabenwiese.

Jugendvertreter René Blome, fast 18 Jahre alt, Abiturient am Twistringer Gymnasium und ebenfalls engagiert im Verein, sieht wie Mary Putjenter und Manfred Diephaus für dieses Jahr keine Chance, die Rabenwiese noch attraktiver zu machen.

DGH-Sanierung hat

jetzt oberste Priorität

Oberste Priorität hat nämlich die energetische Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses. Dringend müssen sanitäre Anlagen (Schaffung behindertengerechter Toiletten) sowie Fenster und Türen erneuert werden. Laut Vorsitzende Putjenter werden sich die Gesamtkosten ohne Eigenleistungen im mittleren fünfstelligen Euro-Bereich bewegen.

Der Stadt Twistringen liegt zwar schon ein Zuschussantrag vor, über den aber wohl erst im Sommer entschieden wird. Der Rat hat gerade erst den Grundsatzbeschluss zur Förderung von Dorfgemeinschaftshäusern gefasst.

In diesem Jahr, im Frühjahr oder im Herbst, werde der Schießsport- und Heimatverein an den „Stiens-Hütten“ (in der Nähe der Rabenwiese) noch einen weiteren Blühstreifen anlegen sowie im Bereich „Zum Jericho“ Brombeeren pflanzen, kündigt Manfred Diephaus an.

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