Problem mit zu vielen Facetten

Verkehrsbelastung: Keine Patentlösung für Konrad-Adenauer-Straße in Sicht

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Schluss mit der zeitlichen Einschränkung für Tempo- und Tonnagelimit auf der Konrad-Adenauer-Straße – das ist der kleinste gemeinsame Nenner, auf den sich die Teilnehmer der Gesprächsrunde im Gasthaus Zur Penne verständigen konnten. 

Twistringen - Von Michael Walter. Das Tempo- und Tonnagelimit an der Konrad-Adenauer-Straße sollte uneingeschränkt gelten, und nicht nur auf Nachtzeiten und Feiertage reduziert sein. Auf diesen kleinsten gemeinsamen Nenner konnten sich am Montagabend die Teilnehmer des Informationsgesprächs verständigen, zu dem die Twistringer Grünen ins Gasthaus Zur Penne eingeladen hatten.

Hermann Niederwestberg wirkte am Ende fast schon ein bisschen verzweifelt: „Was können wir denn nun von euch in den Rat mitnehmen?“, wollte der Gruppenvorsitzende der Grünen und Linken im Twistringer Stadtrat wissen. Eine eindeutige Antwort erhielt er nicht. Und das, obwohl inklusive der Gastgeber nur elf Personen im Raum saßen. Zu unterschiedlich waren die einzelnen Interessenslagen.

Da wären zum einen die Anwohner der Konrad-Adenauer-Straße: Sie leiden unter dem seit Jahren zunehmenden Schwerlastverkehr ins Gewerbegebiet und zur Landwirtschaftsgenossenschaft und könnten sich gut eine strengere Tonnagebegrenzung auf 3,5 Tonnen maximales Gesamtgewicht vorstellen.

Höhere Verkehrsbelastung befürchtet

Da wären zum anderen die Anwohner der B 51. Die befürchten eine umso höhere Verkehrsbelastung vor ihrer Haustür, sollte der Schwerverkehr nicht mehr durch die Konrad-Adenauer-Straße fahren können – und lehnen eine strengere Tonnagebegrenzung daher ab.

Einig sind sich alle: Es gibt keine Patentlösung für dieses Problem. Auch darüber besteht allgemeiner Konsens: Die Straße völlig für den Lastverkehr zu sperren, ist kein Thema. „Das ist die wichtigste Zufahrtstraße für die Gewerbebetriebe am Bahnhof“, betonte auch Nierderwestberg.

Auch Pkw und Busse sind „überhaupt kein Problem“, hieß es seitens der Anlieger. Vielmehr jedoch der bauliche Zustand der Straße. Die sei Ende der 60er-Jahre gebaut und seitdem „nie wieder gemacht“ worden. Der Unterbau sei nicht geeignet, die immer schwerer werdenden Fahrzeuge aufzunehmen, und durch die Überlastung mittlerweile „komplett marode“, so ein Anwohner. Einfach nur die Löcher und Gullydeckel auszubessern, sei der falsche Weg. Eine Grundsanierung müsse her.

„Und wer soll die bezahlen?“, erhielt der Wortführer sofort Gegenwind von einem anderen Anlieger, der schon die Rechnung für die Anwohnerbeiträge zu den Straßenausbaukosten vor dem geistigen Auge hatte.

„Es gibt keine andere Straße für die Landwirte“

Gar nicht gut kam in der Runde die Stadtverwaltung weg – die sich auch nicht verteidigen konnte, da keiner ihrer Vertreter anwesend war. Die aktuelle Regelung mit einem zeitlich begrenzten Tonnagelimit auf 7,5 Tonnen sei mangelhaft, und die Einhaltung werde praktisch überhaupt nicht kontrolliert. Die Verkehrsführung für schwerere Fahrzeuge über Nienburger Straße und Industriestraße beruhe im Grunde nur auf Freiwilligkeit, Tempo 30 werde – mangels Kontrollen – ebenfalls als Empfehlung verstanden. Zumal auch niemand seitens der Anlieger je Tempo 30 gefordert habe.

„Kann man definieren, ob die höhere Belastung vom gewerblichen Lkw-Verkehr oder vom landwirtschaftlichen Verkehr ausgeht?“, wollte Niederwestberg wissen. „Schwer zu sagen“, lautete die Antwort. Aber zumindest in der Erntezeit sei der landwirtschaftliche Verkehr das Hauptproblem.

„Es gibt keine andere Straße für die Landwirte, um zur Genossenschaft zu kommen“, fasste Niederwestberg zusammen. Allein das mache eine Begrenzung auf 3,5 Tonnen Gesamtgewicht bereits schwierig. Im Prinzip habe es Twistringen 60 Jahre lang versäumt, sein Straßennetz den wachsenden Anforderungen anzupassen, fuhr Niederwestberg fort. „Der Verkehr hat sich verfünffacht, aber es ist nur eine einzige nennenswerte Straße dazu gekommen.“ Es sei zwar immer schwierig, sich als Grüner für mehr Straßen auszusprechen. „Aber wenn sich der Verkehr vermehrt, muss man sich Gedanken machen.“

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