Jugendrichter greift durch

Polizisten bespuckt und beleidigt: Acht Monate Haft für Twistringer

Twistringen - Von Dieter Niederheide. Acht Monate Jugendstrafe, für die Dauer von zwei Jahren zur Bewährung ausgesetzt, verhängte ein Jugendrichter des Amtsgerichts Syke gegen einen Heranwachsenden aus Twistringen. Damit ging der Jugendrichter weit über den Antrag der Staatsanwältin hinaus, die eine Geldstrafe in Höhe von 320 Euro (40 Tagessätze zu je acht Euro) beantragt hatte.

Dem jungen Mann wurde ferner ein Bewährungshelfer zur Seite gestellt. Er soll beim Verein Kontakt an einem Seminar gegen Aggressionen teilnehmen. Das Urteil erging wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt, Beleidigung und versuchter Körperverletzung.

Mehrere Polizeibeamte waren in einer Juninacht in Twistringen auf dem Parkplatz des Gymnasiums im Einsatz. Im Raum stand der Verdacht, dass der Heranwachsende mit seinem Auto unterwegs war und einen Unfall verursacht hatte. Darum ging es im Strafprozess jedoch nicht. Angeklagt war der Twistringer, weil er gegen die Polizisten, die ihn zur Klärung mit nach Syke auf die Wache nehmen wollten, Widerstand geleistet hatte. Dabei soll er nach den Beamten getreten und sie mit obszönen Worten beleidigt haben.

Der Heranwachsende behauptete, dass einer der Beamten ihm einen Faustschlag ins Gesicht versetzt und ihn verletzt hatte. Der Beamte gab als Zeuge an, dass es keinen Faustschlag gegeben habe. Er habe den Kopf des Heranwachsenden zur Seite drehen müssen, weil der Mann spuckte.

Aggressiv und aufgebracht

Wie Polizeibeamte als Zeugen aussagten, weigerte sich der Angeklagte, in den Streifenwagen einzusteigen, um nach Syke gefahren zu werden. Ihm wurden wegen seiner heftigen Gegenwehr Handfesseln angelegt. Ein Polizist als Zeuge: „Er hat wie wild um sich gezappelt und nach uns gespuckt.“ Eine Polizeibeamtin: „Er war schon aggressiv und aufgebracht, als wir ankamen.“ Unter anderem soll der Angeklagte den Beamten gedroht haben, ihren Familien etwas anzutun.

Der Heranwachsende gab zu, dass er in der Nacht wegen seines Autos sauer gewesen sei. Beleidigende Beschimpfungen äußerte der Angeklagte gegen einen Beamten per Whats-App-Gespräch mit einem Bekannten. In dem Gespräch bezeichnete er den Polizisten unter anderem als „Penner“.

Der Twistringer war bereits früher wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt und Körperverletzung strafrechtlich auffällig geworden. Aus den richterlichen Maßnahmen habe er nichts gelernt. Es sei für den Heranwachsenden Zeit, sich in den Griff zu bekommen, so der Richter.

Rubriklistenbild: © dpa-tmn

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