Gemeinsame Aktion von Stadt und SC Twistringen

Platz zum Bolzen: Tore am Jugendhaus

Freuen sich über die Tore: (v.l.) Claudia Möllenkamp, Jari Schütte vom Bauhof, Kevin Krowiorsch und Jens Bley.
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Freuen sich über die Tore: (v.l.) Claudia Möllenkamp, Jari Schütte vom Bauhof, Kevin Krowiorsch und Jens Bley.

Twistringen – Jugendliche und Kinder brauchen Plätze zum Treffen, Spielen und Kabbeln. Davon könnte es in Twistringen mehr geben, findet Bürgermeister Jens Bley. „Es gibt wenig Möglichkeiten, wo sie sich hinbegeben können“, sagt er. Das soll sich ändern. Ein Schritt in diese Richtung sind zwei Fußballtore am Jugendhaus. Die Stadt hat sie zusammen mit dem SC Twistringen aufgestellt.

„Kaum standen die Tore, ging das ab wie Schmitz’ Katze“, erzählt Twistringens Jugendpflegerin Claudia Möllenkamp. Kevin Krowiorsch, Jugendleiter beim SCT, bestätigt das. „Es gibt Tage, da sind da 25 bis 30 Kinder.“

Die Tore sind aus stabilem Stahl. Dank eines Betonsockels im Boden halten sie auch härtere Schüsse aus. Bei Bedarf können die Tore hochgezogen und an einen hohen Zaun am Rand des Bolzplatzes gehängt werden – wenn Schützenfest ist zum Beispiel, oder Trödelmarkt.

Der SCT hat sie spendiert, der Bauhof aufgestellt. Die Tore waren über, weil der Verein sie durch mobile Modelle ersetzt hatte, um die Größe des Fußballfeldes besser variieren zu können. „Und wir hatten schon lange vor, Tore aufzustellen“, sagt Möllenkamp. Eine glückliche Fügung also.

Der Bolzplatz war zuvor eine einfache Rasenfläche. „Da haben sich auch schon Jugendliche getroffen, aber mit den Toren ist das jetzt einfach ein anderer Schnack“, freut sich Möllenkamp.

Sie hat die Erfahrung gemacht: „Die Gesellschaft an sich hat nicht mehr so viel Verständnis für Kinder und Jugendliche. Früher war es ein anderes Miteinander.“ Zugleich fehle zuhause oft der Platz, um sich mit Gleichaltrigen in größeren Gruppen zu treffen. Umso glücklicher ist sie über die verständnisvollen Nachbarn des Jugendhauses: „Die müssen schon mal Kummer ertragen. Herzlichen Dank, dass sie das so mittragen.“

Auch Bley sagt: „Jugendliche sind nicht überall willkommen.“ Er sieht darin auch einen möglichen Grund für Vandalismus. Die Fälle hatten sich zuletzt in Twistringen gehäuft. „Da muss man sich fragen: Warum ist das so?“, führt Bley aus.

Die Verwaltung beschäftige sich gerade mit einer möglichen Satzung über die Nutzung von Anlagen, berichtet er. Eine solche Satzung könnte auch Konsequenzen für Randalierer festschreiben. „Das ist eine Möglichkeit, damit umzugehen“, schildert der Verwaltungschef. „Die wesentlich bessere ist aber, Räume zu schaffen.“

So wie jetzt beim Jugendhaus. Vielleicht könnte man auch noch etwas im Bereich des Schwimmparkes machen, überlegt er, und beim Centralplatz.

In der Vergangenheit wurden Spielplätze in Wohnsiedlungen laut Bley eher zurückgebaut, aus Rücksicht auf die Anwohner. Corona habe die Situation für Kinder und Jugendliche zusätzlich erschwert.

Jens Bley sieht die Vereine als wertvolle Ergänzung der städtischen Jugendarbeit an. Kevin Krowiorsch trainiert selbst Kinder und freut sich, wenn sie draußen aktiv sind, anstatt zuhause vor dem Fernseher zu daddeln. Er würde sich wünschen, dass Eltern öfter mal mitziehen und ihren Kindern beim Spielen zuschauen. „Man kann seine Kinder auf dem Sportplatz durchaus unterstützen“, meint er.

Eine Beobachtung, die sowohl er als auch Möllenkamp gemacht haben, ist: Beim Training oder beim Besuch im Jugendhaus bleibt immer mehr liegen. „Das hat es früher nicht gegeben, dass die Kinder ohne ihre neue Winterjacke nach Hause kamen und es niemandem aufgefallen ist.“ Vieles werde einfach liegengelassen – vielleicht auch, so die Mutmaßung, weil es Kinder nicht anders lernen.

Möllenkamp betont: Bei Vermüllung oder auch Vandalismus seien nicht immer Kinder und Jugendliche Schuld. „Es ist doch erstaunlich, wie viele Masken durch die Gegend fliegen, seitdem wir die Maskenpflicht haben“, sagt die Jugendpflegerin. Sie wünscht sich: „Mehr Miteinander. Den anderen so wie er ist zu akzeptieren, aber auch in die Schranken zu weisen, wenn er zum Beispiel die Maske einfach auf den Boden schmeißt.“

Von Katharina Schmidt

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