Entscheid der Bürgermeisterkonferenz

Keine Osterfeuer im Landkreis Diepholz

Stockbrot am Osterfeuer – das wird es in diesem Jahr nicht geben.
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Stockbrot am Osterfeuer – das wird es in diesem Jahr nicht geben.

Schon die Germanen sollen es entzündet haben: Das Osterfeuer hat tiefe traditionelle Wurzeln. Doch genau die können im Corona-Jahr 2021 nicht gepflegt werden. Die Bürgermeister der 15 Städte, Gemeinden und Samtgemeinden im Landkreis Diepholz genehmigen diese Brauchtumsfeuer nicht.

Landkreis  Diepholz – Auf die Absage aller Brauchtumsfeuer hat sich die Bürgermeisterkonferenz verständigt. Das berichtet deren Sprecher Jens Bley, Bürgermeister in Twistringen.

Private Osterfeuer sind ebenfalls verboten

„Aufgrund der bestehenden Verordnungslage sind Ansammlungen und Versammlungen nicht gestattet, was ein wesentlicher Punkt für die Brauchtumspflege ist und dadurch charakterisiert wird“, formuliert Jens Bley den entscheidenden Punkt: Corona bremst die Traditionsveranstaltungen aus, die in der Regel von Vereinen, Verbänden oder Feuerwehren organisiert werden.

Doch die Brauchtumspflege hat noch eine andere Seite, die Grünschnitt-Entsorgung nach dem Frühjahrsputz in den Gärten. Eine Verlagerung dieser Brennaktion in den privaten Bereich ist unzulässig, betonen die Bürgermeister ausdrücklich: „Ein ,privates Osterfeuer’ zum Abbrennen des Schnittguts zählt nicht zur Brauchtumspflege.“ Und noch deutlicher: „Treffen im privaten Kreis der Familie oder mit Bekannten erfüllen nicht die Kriterien der Brauchtumspflege und unterliegen ebenso den Bestimmungen der Corona-Verordnung.“

AWG überlegt für Schnittgutabgabe die Sammelstellen länger zu öffnen

Das Schnittgut aus dem Garten könne bei den ausgewiesenen Sammelstellen entsorgt werden, raten die Bürgermeister. Die Abfall Wirtschafts Gesellschaft (AWG) bietet solche Sammelstellen in den Städten, Gemeinden und Samtgemeinden im Landkreis an.

AWG-Geschäftsführer Andreas Nieweler rechnet mit bis zu 20 Prozent mehr Schnittgut, weil es bei den Osterfeuern nicht verbrannt wird. Überfüllte Sammelstellen wird es jedoch nicht geben: „Das können die Plätze abpuffern.“ Außerdem bestehe die Möglichkeit, Schnittgut vor Ort zu schreddern und es dann abzufahren. Das werde nach Bedarf entschieden. „Wir prüfen zurzeit erweiterte Öffnungszeiten und sprechen mit den Platzbetreibern“, so der AWG-Geschäftsführer. Das Ergebnis will die AWG zeitnah mitteilen.

Wie verwendet der Entsorgungsbetrieb das Schreddergut aus den Grünabfällen? „Es geht teilweise als Bodenverbesserungsmittel in die Landwirtschaft“, so der AWG-Geschäftsführer. Es könne aber auch kompostiert werden: Nach sechs bis acht Wochen wird das Substrat abgesiebt. Verwendung findet es in der Herstellung von Blumenerde. ANKE SEIDEL

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