Im Ortsrat: Anlieger-Kritik an Zufahrtswegen zum Baugebiet / Begehung nötig

Laster sorgen für Zündstoff

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In Scharrendorf verursacht der Baustellenverkehr zum neuen Wohngebiet „Im Bruchacker“ erhebliche Straßenschäden. Blick auf den Straßenendausbau.

Scharrendorf - Von Theo Wilke. Etwa 15 bis 20 neue Wohnhäuser könnte sich Ortsbürgermeister Hubert Diephaus-Borchers gegenüber der Scharrendorfer Schule vorstellen. Der Ortsrat hat sich am Dienstagabend im Schützenhaus für ein weiteres Baugebiet ausgesprochen. Vorausgesetzt, die Eigentümer ziehen mit. Indes sorgt das Baugebiet „Im Bruchacker“ für Zündstoff. Lastzüge und Baufahrzeuge verursachen Schäden an nach mehr als 20 Jahren endlich ausgebauten Wohnstraßen.

Twistringens Bürgermeister Martin Schlake hat dem Ortsrat und betroffenen Anwohnern nördlich der Sulinger Straße einen klärenden Ortstermin zugesagt. In der Einwohnerfragestunde gab es nämlich reichlich Diskussionsstoff. Mehrere Scharrendorfer regten sich über nicht mehr tragbare Zustände auf, etwa über von schweren Fahrzeugen „wegradiertes“ neues Straßenpflaster am Schützenplatz, Ecke Achternweg, oder im Bereich Amselweg.

Weiteres Baugebiet

am Findling im Blick

Der Ortsrat sprach sich allerdings dafür aus, an der bisherigen schriftlichen Fahrtrouten-Empfehlung der Stadt an Bauherren und Baufirmen festzuhalten. Das heißt: Das 2015 gestartete Baugebiet soll über den Alten Kirchweg angefahren werden.

Dass viele Lastzüge dennoch am Schützenplatz landen, liege wohl daran, dass „viele nach Navi“ fahren, vermutet Ortsbürgermeister Diephaus-Borchers. Sein Vorschlag: Die Firmen sollten das Baugebiet von der Steller Straße (K103) aus über den Schlackenweg anfahren. Ortsratsmitglied Clemens Beuke meinte, besser wäre noch eine Einbahnstraßenregelung – zunächst bis zur Steller Kapelle und über die Straße Burheide, zurück dann über den Schlackenweg. Beide Vorschläge scheiterten.

Keiner würde sich an die Tonnenbegrenzung halten, sofern vorhanden, an manchen Straßen gebe es gar keine Begrenzung, meinte ein verärgerter Zuhörer. Da müsse dringend was geschehen und der direkte Weg zum Baugebiet viel besser ausgeschildert sein. Ein anderer Scharrendorfer kritisierte unter anderem, er habe häufiger hinter dem zuständigen Fachbereich im Rathaus hinterher telefoniert. Nichts habe sich bisher getan. „Ich fühle mich verarscht.“ Täglich würden die gerade erst endgültig ausgebauten Straßen durch den Baustellenverkehr belastet. Bürgermeister Schlake nahm auch die Kritik an der mangelhaften Ausschilderung mit: „Ich weiß davon nichts. Ich dachte, das läuft über den Alten Kirchweg.“ Er werde mit Fachbereichsleiter Carsten Werft sprechen.

Über die Wohnbauentwicklung in Scharrendorf ist der Ortsrat ganz froh, auch über den letzten Straßenendausbau im Bereich Achternweg. Vor allem junge Menschen siedeln sich im Umfeld der Schule an, im Bruchacker entstehen 27Wohnhäuser. Die Nachfrage sei unvermindert groß, heißt es. Aber die Flächen innerhalb des rechtsverbindlichen Bebauungsplans werden in zwei Jahren komplett bebaut sein.

Deshalb möchte der Ortsrat weitere Flächen ausweisen. Dies lässt der Flächennutzungsplan der Stadt Twistringen zu. Ins Auge gefasst hat das Gremium schon einen laut Ortsbürgermeister früher mal „durch den Rost gefallenen“ Bereich gegenüber der Schule, zwischen Sulinger Straße, Paradiesweg und Am Findling. Stichstraßen für die Erschließung seien schon vorhanden. Zunächst müssten aber die Flächeneigentümer befragt werden, ob sie zum Verkauf bereit seien. „Es wäre einen Versuch wert“, betonte Hubert Diephaus-Borchers. In dem Areal gebe es keine großen Ackerflächen mehr. Vielleicht finde sich dafür, wie im Bruchacker, ein Investor.

Als Nachrücker für Andrea Müller (nach Bremen verzogen) sitzt jetzt Friedhelm Drieling (CDU) bis zur Kommunalwahl im September im Ortsrat. Bis 2011 saß Drieling schon 15 Jahre in diesem Gremium. Die FDP hat einen Sitz verloren: Pascal Larmann ist nach Hannover gezogen. Einen Nachrücker gibt es nicht.

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