Konzert in der Twistringer Kirche

Orgel und Saxofon vereint im Tango

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Die Musiker nutzen die Gelegenheit, vor dem Konzert die Funktionsweise eines Saxofons zu erläutern.

Twistringen - Von Anette Hoffmeier. Eine ganz besondere musikalische Spezialität hatte Organist Dietrich Wimmer aus Bruchhausen-Vilsen am Sonntag im Rahmen der Konzertreihe „Orgelschätze plus“, an diesem Tag zugleich „Twistringer Orgelfrühling“, mit in die Martin-Luther-Kirche gebracht: Orgel und Saxofon.

Begleitet wurde Wimmer dann auch von gleich drei jungen Saxofonistinnen – Alissa Bremer, Lene Clausen und Lena Pawlikowski – sowie einer großen Schar aus dem ganzen Kirchenkreis angereister orgelbegeisterter Zuhörer, die sich auf das innovative Musik-Event freuten.

Vor dem Konzert hatten Twistringer Gemeindemitglieder aus dem Frauenkreis im Gemeindehaus noch Kaffee und Kuchen aufgetischt, und Dietrich Wimmer nutzte die Chance, die Funktionsweise eines Saxofons zu erläutern, das, obwohl aus Metall gefertigt, gleichwohl zu den Holzblasinstrumenten zählt.

Zu Beginn des Konzerts erfolgte eine Einstimmung in das Programm. Wimmer über die Stücke für Orgel und Saxofon und warum auf dem Programm so oft „Dietrich Wimmer“ steht: „In Ermangelung passender Literatur habe ich einfach selbst etwas geschrieben.“

Zahlreiche eigene Improvisationen

Zahlreiche eigene Improvisationen sowie Stücke von Vincent Lübeck, über J.S. Bach, John Stanley, Erik Satie bis hin zu Flor Peeters vervollständigten das fast eineinhalbstündige Programm.

Der Organist betonte mit Begeisterung, wie sehr die Twistringer Orgel durch die jüngste Überarbeitung und das neue Prinzipal 8‘-Register an Qualität gewonnen habe, und hatte bewusst Stücke und Improvisationen gewählt, um die Spannbreite aller Register umfassend vorzuführen.

So „kurvte“ Wimmer in Bachs „Kleinem Harmonischen Labyrinth“ nur so durch die Tonarten, schnelle Läufe über die nun leichtgängige Traktur in den selbstkomponierten Jazz-Variationen zu „Verleih uns Frieden ewiglich“ ließen die Konzertbesucher mitschwingen. So hatte man die Orgel noch selten gehört.

Wimmer singt selbst

Zur „Messe des Pauvres“ von Satie sang Wimmer selbst das Kyrie. Die Fülle der neuen klanglichen Möglichkeiten wurde voll ausgeschöpft und demonstriert. Wimmers Ehefrau hatte als Registrantin gut zu tun.

Das Herz des Konzerts bildeten aber die gemeinsam mit den drei Saxofonistinnen gespielten Stücke: Neben Liedsätzen zu „Ich lobe meinen Gott“, „Möge die Straße“ und „Großer Gott wir loben dich“ hatte Wimmer eine Kanon-Sonate mit vier Sätzen komponiert. Saxofon- und Orgelklänge verschmolzen wunderbar miteinander und bildeten einen beeindruckenden musikalischen Klanghimmel, der die Zuhörer in seinen Bann zog. Die jungen Musikerinnen zeigten im Zusammenspiel große Professionalität und Qualität.

Zum Schlussstück boten sie gar noch einen Tango. Wenn man bis dahin noch nicht Fan der Orgelschätze-Reihe war, konnte man es nach diesem Konzert sicher werden. Die fast 50 Zuhörer spendeten reichlich Applaus und erhielten noch eine Zugabe aus der Kanon-Sonate.

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