Corona: Offener Brief der Bürgermeister Jens Bley und Christian Porsch an Versorgungsbetriebe

„Ohne Sie geht es nicht!“

Jens Bley

Bassum/Twistringen - Von Theo Wilke. Die Corona-Krise treibt nicht nur seltsame Blüten, sie entzweit auch Menschen. Viele durchleben eine schwere Zeit, selbst familiäre Besuche fallen hinten runter. Im äußerst eingeschränkten Alltag müssen sich die, die uns mit dem Nötigsten versorgen, bisweilen auch noch beschimpfen und beleidigen lassen. In einem offenen Brief wenden sich jetzt Bürgermeister Jens Bley (Twistringen) und Christian Porsch (Bassum) gezielt an „versorgungsrelevante Unternehmen“.

Das aufkommende Virus verändere unser Leben sehr stark und führe in unserer Gesellschaft zu neuen Sichtweisen, so die Bürgermeister. Neue Strukturen in den Tagesabläufen führten manchmal auch zu Ängsten und Unsicherheiten im Zusammenleben. „Wir sorgen uns um unsere Gesundheit und um unsere Grundbedürfnisse. Was vorher eine Selbstverständlichkeit war, erhält mit dieser Krise ein besonderes Augenmerk“, heißt es im offenen Brief.

„Wir kannten bisher keine Hamsterkäufe, die uns ungewöhnlich erscheinen und den täglichen Einkauf für unser Essen infrage stellen. Diese Sorge ist nachweislich völlig unbegründet. Leider kommt es im Einzelhandel auch vor, dass das Personal beleidigt und beschimpft wird, wenn die Lieferung oder das Einräumen der Regale sich verzögert. Wir wissen, dass Sie Ihr Möglichstes für uns tun.“

Dies gelte auch für die Beschäftigen in Apotheken und alle, die im Gesundheitswesen tätig seien. Auch sie würden dazu beitragen, „dass wir uns trotz aller Einschränkungen gut versorgt fühlen“.

Und alles wäre nicht möglich, wenn die Lieferketten für notwendige Waren nicht durch den unermüdlichen Einsatz der Mitarbeiter von Transportunternehmen gesichert werden könnten. Ebenso wichtig sind die Beschäftigten bei den Energieversorgern, Banken und Sparkassen, im Medienbereich, in öffentlichen Einrichtungen, etwa in den Rathäusern – die zum Teil inzwischen im Homeoffice arbeiten. Schließlich gehören dazu auch Bauhof-Mitarbeiter.

Porsch und Bley betonen ebenfalls das Engagement von Lehrkräften und Erzieherinnen bei der Notbetreuung in den Schulen und Kitas – um Eltern den Rücken freizuhalten.

„Unser Eindruck ist, dass die Bürgerinnen und Bürger in Twistringen und Bassum sehr besonnen und vernünftig mit der schwierigen Situation umgehen. Dieses Verhalten und dem besonderen Dienst am Kunden (...) ist es auch zu verdanken, dass Sie trotz der Ungewissheit um Ihre eigene Gesundheit und die Ihrer Familien, uns ein Gefühl der Sicherheit geben und dafür sorgen, dass wir an keinem Versorgungsmangel leiden“, heißt es weiter.

Manchmal brauche es eine besondere Situation, um zu erkennen, was wichtig und bedeutend sei. In der Krise sehe man die Versorgungsberufe nicht mehr als selbstverständlich an. Mit anderen Worten heißt es auch: „Ohne Sie geht es nicht!“

Die beiden Bürgermeister rufen dazu auf, symbolisch zusammenzurücken und physisch Abstand zu halten.

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