Ausbildung zu Sport- und Fitnesskaufmann

Twistringer Daniel Wiese ist Landessieger

Der Twistringer Daniel Wiese (l.) ist Landesbester seines Ausbildungsjahrgangs. Frank Köhrmann, Inhaber der Fitness-Lounge und Arbeitgeber von Wiese, freut sich mit ihm. - Foto: Frank Jaursch

Twistringen - Von Frank Jaursch. Im Land Niedersachsen haben im laufenden Ausbildungsjahr 228 Personen die Prüfung zum Sport- und Fitnesskaufmann (oder zur Sport- und Fitnesskauffrau) absolviert. Der beste von ihnen kommt aus Twistringen: Daniel Wiese wird am Dienstag in Hannover dafür die Auszeichnung als Jahrgangsbester seines Berufes erhalten.

Nicht ohne Stolz nimmt der 26-Jährige die Landessieger-Urkunde entgegen. Er macht die Arbeit „mit Herz und Seele“, wie er im Gespräch mit der Kreiszeitung betont. Denn Sport und Ernährung „sind ein großer Teil meines Lebens“.

Bereits als Jugendlicher besuchte er Fitness-Studios. „Ich hab am Anfang natürlich alles kreuz und quer probiert und verkehrt gemacht“, erinnert er sich. Auch durch eine „krasse Muskelaufbau-Phase“ ging der Twistringer. Irgendwann fand er die richtige Balance; seitdem ist die Beschäftigung mit Sport und Fitness eines der beiden großen Hobbys – neben den Live-Rollenspielen mit Kindern und Jugendlichen mit seinem Drachenhöhle-Team.

Der berufliche Weg des 26-Jährigen ist damit auf einem – vorläufigen – Höhepunkt angekommen. Bis zu diesem Zeitpunkt verlief er nicht ganz ohne Unterbrechungen aufwärts: Nach dem Wirtschafts-Abitur studierte Wiese zunächst BWL und Sport-Ökonomie. „Aber ich hab’s ziemlich schleifen lassen“, blickt er selbstkritisch zurück. Er brach das Studium ab – und widmete sich vollends seinen beiden Leidenschaften: Er verkaufte Nahrungsergänzungsmittel und organisierte Kinderfreizeiten.

Eigentlich, so lacht Wiese rückblickend, wollte er für einen Trainer-Job nur ein Empfehlungsschreiben von Frank Köhrmann haben, dem Inhaber der Twistringer Fitness-Lounge. Doch Köhrmann überzeugte ihn stattdessen von der Idee, eine kaufmännische Lehre in seinem Fachbereich zu beginnen. „Der macht das schon so lange, das ist sein Ding“, war sich Köhrmann sicher. Er behielt damit recht.

Vieles von den Lerninhalten kannte Wiese schon – vom Wirtschaftsgymnasium, dem Studium und seiner Erfahrung als Fitnesstrainer. „Wenn man selber hobbytechnisch dabei ist, geht es eh weit über das hinaus, was in der Ausbildung vermittelt wird“, betont Daniel Wiese.

Der Rhythmus der vergangenen Jahre: ein Tag pro Woche Schule, vier Tage pro Woche Arbeit in der Fitness-Lounge. Im Juni hatte er seinen letzten Prüftermin.

Dort bekam schon mal ein Signal, dass er zu den Besten seines Jahrgangs gehört. In Hannover sagten die Prüfer, sie hätten so ein Prüfungsergebnis noch nicht gesehen. Klar gab es die Eins als Prüfungsnote. Und nun gibt es obendrauf die Auszeichnung am Dienstag.

Auch wenn Wiese seinen Job offenbar ausgezeichnet beherrscht: Ganz abgeschlossen ist die berufliche Ausbildung noch immer nicht. Parallel hat er ein Studium als Ernährungsberater absolviert; Anfang kommenden Jahres steht auch dort die Abschlussprüfung an.

Und dann? Wiese will als selbstständiger Ernährungsberater arbeiten und sein Wissen in Unternehmen vermitteln. Parallel dazu bleibt er auch der Fitness-Lounge erhalten. Wer sonst kann schon von sich behaupten, einen echten Landessieger zu beschäftigen?

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