Sam Sievert möchte Erzieher werden / Ein Jahr als Bufdi im Waldkindergarten

Nicht nur Spiel mit Kindern

Sam Sievert mit Erzieherin Pia Henn und einigen Kindern der Kita Pusteblume. - Foto: Wilke

Twistringen - Von Theo Wilke. „Ich wusste schon in der Realschule, dass ich Erzieher werden wollte“, sagt Sam Sievert selbstbewusst. Der 18-Jährige sieht sich nach einem Jahr als Bundesfreiwilligendienstler des Pusteblume Kinder- und Familienzentrums im Waldkindergarten in seinem Berufswunsch bestätigt. Inzwischen sei er offener und selbständiger geworden. Ab August drückt der Twistringer für zwei Jahre die Schulbank. An der Syker Berufsfachschule wird er für den Abschluss zum Sozialassistenten büffeln.

„Das ist doof“, meint die fünfjährige Veronica. Auch Emilie, Jaane oder Jamie-Sophie werden Sam vermissen. Gestern war sein letzter Tag in der Pusteblume. Aber er geht nicht so wirklich. Das tröstet die Kinder. Denn der 18-Jährige kehrt ab August an die Vechtaer Straße zurück. Während seiner Berufsfachschulzeit wird Sievert jeweils donnerstags und freitags seine praktische Zeit in der Lebenshilfe-Einrichtung absolvieren. Dabei helfen ihm die guten Erfahrungen als Bufdi.

Eines weiß er ganz sicher: „Vorher war ich sehr schüchtern. Ich habe mich schwer damit getan, Leute anzusprechen. Heute kann ich das, ohne mich schlecht zu fühlen.“ Und auf die Resonanz aus seinem Umfeld, etwa von Freunden, reagiert Sam heute schon gelassener. „Erzieher bedeutet nicht nur, mit Kindern zu spielen“, betont er. Man müsse auf sie achten, sie betreuen, begleiten, ihnen helfen. „Das ist ein richtiger Beruf. Und es macht mir Spaß.“

In der neunten Klasse war ich bereits zum zweiwöchigen Praktikum in der Pusteblume“, erzählt der junge Mann. Und seine Mutter habe damals schon gesagt, er könne gut mit Kindern umgehen.

2015 hat er die zehnte Klasse der Twistringer Realschule abgeschlossen, sich dann an der Fachoberschule für Gestaltung in Diepholz versucht und ein Praktikum in einem Harpstedter Designer-Unternehmen absolviert. „Ich bin in meiner Freizeit viel am Computer, aber Gestaltung, das habe ich gemerkt, ist doch nicht das Richtige für mich. In Harpstedt haben wir am PC Autoteile designt. Das gefiel mir nicht.“ Eigentlich habe er nach der Schule auch nur noch mal was Anderes ausprobieren wollen.

Sievert bewarb sich vor einem Jahr in der Pusteblume um eine Bundesfreiwilligendienststelle und wurde genommen, ebenso wie Annalena Wessels. Sam ging in den Waldkindergarten in der Dehmse, Annalena in die Ganztagsgruppe an der Vechtaer Straße. In der Syker Fachschule werden sie sich im August wiedersehen. Für Sam ist klar: Er möchte nach den zwei ersten Schuljahren noch zwei zum Erzieher dranhängen.

Zurzeit macht er den Führerschein und geht so oft wie möglich mit seinem Hund Pepper spazieren, einer Michung aus Mops und Beagle, so seine Antwort auf die Frage nach Hobbys. Als Bufdi war er „morgens bei den Kindern im Wald, nachmittags im Hort, um bei den Hausaufgaben zu helfen“. Das Jahr habe ihm viel gegeben, es sei echt hilfreich gewesen. Er habe eigenverantwortlicher arbeiten, sich um andere kümmern müssen. Das Miteinander sei ihm ganz wichtig.

Sam Sievert lobt die Zusammenarbeit mit den Erzieherinnen Rita Horstmann und Pia Henn im Wald. „Ich habe mich nie allein gefühlt. Rita hat mir vieles erklärt, und sie hat gelobt, wenn ich etwas gut gemacht habe.“ Auch die verschiedenen Kinder mit ihren Gefühlen, mit ihren Sorgen, Nöten und Freuden zu erleben, habe ihn sehr beeindruckt. So manches war für ihn auch spannend, ob die Erzählfreude und die Geschichten der Kinder oder deren Kreativität.

Kita-Leiterin Roswitha Hormann kündigt schon mal an, dass es ab 1. August zwei neue Bufdis geben wird: Laura Bavendiek aus Twistringen und Sina Templin aus Beckeln. Für Hormann sind die Bundesfreiwilligen wichtig, denn „diese jungen Menschen bekommen viel fürs Leben mit“. Außerdem sei der Bufdi-Einsatz natürlich auch eine wertvolle Unterstützung für das Erzieher-Team.

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