Alles begann in einem verschneiten Winter

Wohnheim Twistringen besteht 25 Jahre

Zentral in einem Wohngebiet gelegen: Das Wohnheim der Lebenshilfe.
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Zentral in einem Wohngebiet gelegen: Das Wohnheim der Lebenshilfe.

Twistringen – Der 1. Januar 2021 steht kurz bevor. Für das Wohnheim Twistringen der Lebenshilfe Syke ist es ein besonderes Datum. Denn die Einrichtung, die Menschen mit Beeinträchtigung ein Zuhause bietet, besteht dann seit 25 Jahren.

Hilke Hickmann arbeitet von der ersten Stunde an in dem Wohnheim. „Es war ein ganz kalter Winter mit Schnee“, erzählt sie von den Anfängen im Januar 1996. Mit einem Lachen ergänzt sie: „Das weiß ich noch, weil die Heizung erst nicht funktionierte.“

An einem Dienstag kamen Hilke Hickmann und die anderen Mitarbeiter erstmals zusammen. Es gab allerhand zu tun, bevor der erste Bewohner am 10. Januar in das umgebaute Einfamilienhaus am Fritz-Reuter-Weg einziehen konnten. Hier fehlten Möbel, da musste der Dienstplan noch erstellt werden. Aber die Harmonie zwischen den Mitarbeitern stimmte von Anfang an. „Alle waren total engagiert. Daher hat es auch viel Spaß gemacht. Es war ein tolles Team“, erzählt Hickmann. Und ergänzt: „Das ist es auch heute noch.“

Hilke Hickmann fing als eine von zwei Hauswirtschafterinnen in dem Wohnheim an. Zur Belegschaft gehörten anfangs zudem vier Fachkräfte, zwei Zivis und drei Nachtbereitschaften.

Mittlerweile besteht das Team aus mehr als 30 Mitarbeitern. Ein bisschen ist das auch der wachsenden Bürokratie geschuldet, aber nicht nur. „Die Bewohner waren früher wesentlich selbstständiger“, sagt Hilke Hickmann. Das hat mit dem Alter zu tun. „Einige der Bewohner sind schon Rentner“, erklärt Hickmann. Wie das im Alter oft ist: Menschen bauen ab, werden vielleicht dement. Daher hat sich der Personalschlüssel erhöht.

Voraussetzung für einen Platz in dem Wohnheim war ursprünglich eine Beschäftigung in der Delme-Werkstatt. Aber mit steigendem Alter und somit dem Eintritt ins Rentner-Dasein wurde das Wohnheim um die tagesstrukturierende Betreuung erweitert. So gibt es seit 2010 für Senioren die Uhu-Gruppe (Uhu steht dabei für „Unter Hundert“). Zunächst bestand diese aus vier Bewohnern, inzwischen sind es acht.

Beruflich etwas anderes zu machen, kann sich Hilke Hickmann nicht vorstellen. Zu sehr sind der 53-Jährigen das Haus und dessen Bewohner ans Herz gewachsen. 22  Menschen mit Beeinträchtigung im Alter von 30 bis 77  Jahren leben dort aktuell, hinzu kommen neun Plätze in der 2003 eingerichteten Außenwohngruppe am Heinrich-Heine-Ring.

Neun Bewohner sind bereits von Anfang an dabei. Das berichtet die Wohnheimleiterin Wiebke Wachendorf. Sie hat ihre Leitungsposition erst vor wenigen Wochen angetreten, im Wohnheim arbeitet sie aber schon seit 13  Jahren. Im Oktober übernahm sie die Stelle von Daniela Warnke, die den Job seit 2013 innehatte. Die vorherigen Leiter waren Karin Senger (2007 bis 2013) und Carl-Georg Issing (1996 bis 2007).

Im Laufe der Jahre haben die Bewohner und Mitarbeiter des Wohnheims einiges erlebt. Die Lebenshilfe unterstützt sie bei Hobbys und bietet regelmäßig Aktivitäten wie zum Beispiel therapeutisches Reiten an. Außerdem erinnert sich Hickmann an Freizeiten in der Toscana, Barcelona, Holland oder auch Dänemark. „Es waren schon tolle Sachen dabei.“

Hinzu kamen Grillfeste oder andere Feiern, angefangen bei der Einweihungsfeier 1996. „Danach gab es alle fünf Jahre ein Sommerfest“, erzählt Hilke Hickmann. „Als wir Zehnjähriges hatten, haben Nachbarn uns wie bei einer Hölzernen Hochzeit einen Kranz aufgehängt“, sagt sie. Sie seien gut in die Nachbarschaft aufgenommen worden. „Gefeiert haben wir immer gerne.“

Umso bedauerlicher ist es, dass das Team aufgrund der Pandemie fürs Jubiläumsjahr erst einmal keine Feier planen kann. Aber das nächste Fest kommt bestimmt – irgendwann, wenn Corona es wieder zulässt.

Von Katharina Schmidt

Zu Anfangszeiten: Dieses Bild entstand bei einem Nachbarschaftsfest 1996.
Richtfest am Heinrich-Heine-Ring: Die Außenwohngruppe wurde im Jahr 2003 eingerichtet.

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