Auftakt mit Mitternachtsnähen und Werkstatt

Neues Leben in der Henckemühle

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Tina Lehmkuhl möchte die lange verwaiste Heiligenloher Mühle wiederbeleben.

Heiligenloh - Von Theo Wilke. Die Henckemühle von 1366 erwacht zu neuem Leben. Die letzten Spuren der Verwahrlosung sind beseitigt, eingeworfene Scheiben provisorisch repariert. Die mühsam gereinigten und mit passenden Möbeln ausgestatteten Räume strahlen eine gemütliche Atmosphäre aus.

Da strahlt auch die neue Mieterin Tina Lehmkuhl. Die 37-Jährige hat sich in den Kopf gesetzt, ein neues Kapitel in der Geschichte der Mühle aufzuschlagen. Ideen gibt es schon: Kreativ-Nähkurse, Musik-Events, Lesungen, Weinabende oder einfach mal ein Treff zum Butterkuchen backen. Da gehört Ortsbürgermeisterin Anke von der Lage-Borchers zu ihren ersten Unterstützern, die auch mitmachen würde. Büchereileiterin Sabine Groß ist ebenfalls von der Reaktivierung der Mühle begeistert.

Wo 1976 der „Verein der Freunde und Förderer der Jugendarbeit in der Mühle Heiligenloh“ einen Jugendtreffpunkt aufgebaut hatte und 2009 noch umfangreich saniert wurde, lief zuletzt schon länger nichts mehr. Das idyllisch an der Beeke gelegene Fachwerkgebäude wurde buchstäblich links liegengelassen.

Wild entschlossen ist nun die gebürtige Bremerin Tina Lehmkuhl, etwas aus der Henckemühle zu machen und mehr Kultur hineinzubringen. Die Diplom-Sozialpädagogin, die es vor zehn Jahren der Liebe wegen nach Heiligenloh verschlagen hat, startet am kommenden Sonnabend von 20 bis 24 Uhr mit einem „Mitternachtsnähen“ für Fortgeschrittene, Anfänger mit oder ohne Ideen.

Anmeldungen sind wegen begrenzter Teilnehmerzahl nötig unter 04246/ 919875 oder 0172/ 4225768.

Seit der Kindheit genäht

Warum gerade Nähen? Tina Lehmkuhl erklärt, sie habe nach Räumen für ihre Nähgruppen gesucht. „Bislang habe ich den Bauwagen zu Hause genutzt.“ Lehmkuhl hat die kreative Ader von ihrer Mutter, einer Damenschneiderin aus Neuenkirchen. „Ich bin damit aufgewachsen“, sagt die Tochter eines Elektro-Ingenieurs. Sie habe seit ihrer Kindheit genäht, einiges von der Mama gelernt, sich aber auch vieles selbst beigebracht. Seit etwa vier Jahren betreibt die zweifache Mutter ihr Hobby intensiver. Mit Ehemann Sven und den Kindern (drei und sieben Jahre alt) lebt sie im Eigenheim hinter Harms Holt.

Tina Lehmkuhl hat vor gut einem Jahr ihren Job als Personalleiterin eines Sägewerks in Goldenstedt (Sven ist für die Firma im Außendienst) aufgegeben. „Das habe ich zehn Jahre lang gemacht“, erzählt sie, während sie die aufgehübschten Räume zeigt. Zwei Monate habe sie in und an der Mühle „malocht“, altes Mobiliar rausgeworfen und durch eigene Möbel ersetzt.

Im Erdgeschoss steht bereits ein Zuschneidetisch, eine Etage höher, im Küchenbereich, soll am großen Tisch genäht werden. Und unter dem Dach befindet sich sozusagen eine Lounge, ein Rückzugsraum etwa für Musikgenuss, für Gesprächsrunden oder auch zum Lesen.

„Lerne die Henckemühle als offene Nähwerkstatt kennen“ lädt Tina Lehmkuhl „blutige Anfänger“ und Wiedereinsteiger zu Schnupperstunden ein, erstmalig am Freitag, 1. Dezember, von 19 bis 21 Uhr. Auch hier bittet Lehmkuhl um vorherige Anmeldung. Bereits für Donnerstag, 23. November, sowie Mittwoch, 13. Dezember, bietet Lehmkuhl jeweils von 19.30 bis 21.30 Uhr eine Weihnachtswerkstatt an. Und auch Männer möchten offenbar nähen. „Da habe ich schon eine Anmeldung bekommen.“ Weitere Ideen zur Belebung der Henckemühle nimmt die Heiligenloherin gern an. Und wer einfach nur mal reinschauen möchte, ist ihr ebenfalls willkommen.

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