In den Weiden in Twistringen läuft voll

Neues Gewerbegebiet nicht in Sicht

Borchers Reisen wird hier bauen – gegenüber von MST (links hinten) und Vetterkind. Fotos: Theo Wilke
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Borchers Reisen wird hier bauen – gegenüber von MST (links hinten) und Vetterkind.

Twistringen - Das Grundstück für den Twistringer Familienbetrieb Borchers Reisen ist im Gewerbegebiet In den Weiden bereits abgesteckt. In diesem Jahr noch will das Busunternehmen den Standort an der Zitadelle im Stadtzentrum verlassen und an der Justus-von-Liebig-Straße ansiedeln. Südlich der Nienburger Straße hält die Stadt Twistringen noch ein paar freie Grundstücke vor, wie Stadtplaner Christian Gelhaus betont.

Das Gebiet In den Weiden  I, direkt an der Landesstraße 341, ist inzwischen komplett belegt. Links und rechts der Zufahrt (Justus-von-Lieb-Straße) haben sich zum Beispiel MST und Vetterkind erweitern können. Gegenüber wird bald Borchers Reisen für etwa 4,2 Millionen Euro neu bauen. Das 14.000 Quadratmeter große Areal gehört zum Gewerbe In den Weiden II, das langsam vollläuft.

„Die Kernbotschaft ist: Wir haben noch was frei, und wir führen häufiger Gespräche mit Interessenten. Manchmal sind es auch nur Anfragen“, berichtet Twistringens Stadtplaner. Bis auf ein auswärtiges Unternehmen seien es ausschließlich ortsansässige Firmen, die sich In den Weiden ansiedeln konnten. „Das ist nach und nach gewachsen. Twistringer Firmen brauchten mehr Platz, um zu erweitern. Das ist eine positive Entwicklung“, so Gelhaus.

Im Gewerbe- und Industriegebiet an der B 51 und der Nienburger Straße sind noch gut fünf Hektar verfügbar. Dort haben sich bereits Firmen in den Branchen Herstellung und Vertrieb von Geotextilien, Maschinenbau, Elektrotechnik und Schaltanlagen- sowie Straßen- und Hausbau angesiedelt. Im Haushalt der Stadt sind gegenwärtig rund 440 000 Euro zum Erwerb von Grundstücken veranschlagt. Auf der Einnahmenseite wird mit knapp 640 000  Euro aus Verkäufen gerechnet. „Wir nehmen wieder viel Geld in die Hand, um das Gewerbe zu fördern“, meinte Ratsvorsitzender Rolf Meyer Ende 2019.

Stadtplaner Gelhaus zeigt auf den Plan In den Weiden.

Christian Gelhaus zur Weiterentwicklung: Im äußersten Südosten verfügt die Stadt über rund 1,2  Hektar. Weil das Rückhaltebecken kleiner ausgefallen ist, soll dieses Areal hinter dem Unternehmen Roess für eine weitere Gewerbeansiedlung umgeplant werden, so der Stadtplaner. Aber das sei zurzeit nicht entscheidend. Einen Vorentwurf hat Christian Gelhaus schon in der Schublade.

Hinter Borchers Reisen stehen etwa zwei Hektar zur Verfügung. Es gebe zwar ein dort ansässiges Unternehmen, das eine Option zur Erweiterung habe. Aber wenn sich konkret ein anderer Betrieb für die Fläche entscheide, werde sich der Optionsinhaber entscheiden müssen.

Ebenfalls im Süden, zwischen der Erschließungsstraße und dem Graben, der In den Weiden begrenzt, liegen nach Angaben von Gelhaus weitere 2,6 Hektar Ackerland und daneben noch etwa zwei unbebaute Hektar in Richtung B 51. Schließlich gibt es westlich vom Borchers-Grundstück eine rund 2,4 Hektar große Erweiterungsfläche für einen ansässigen Betrieb.

„Die großen Flächen sind weg“, stellt der Stadtplaner fest. „Wenn ein Unternehmen vielleicht fünf bis sechs Hektar braucht – die haben wir so nicht“, heißt es. Überlegungen dazu gebe es im Rathaus, aber das Thema sei noch nicht so konkret. Berücksichtigt werden müsste unter anderem auch die zukünftige Trasse der Ortsumgehung. Twistringen könne kein geeignetes Gelände aus dem Hut zaubern. Mögliche Flächen könnten im Bereich Osterkamp neben Elektro Funke liegen, oder bei Gemüse Meyer. Dort halte die Binghauser Firma eine größere freie, planfestgestellte Fläche vor. Ob in Zukunft die Möglichkeit überhaupt bestünde, dort ein anderes Unternehmen anzusiedeln, das zur Gewerbeentwicklung vor Ort passe, müsse erst einmal mit dem Eigentümer besprochen werden, so Gelhaus vorsichtig.

Freie Gewerbeflächen gibt es noch in Richtung B 51.

Auch in anderen Bereichen des Stadtgebietes sei die Ausweisung eines weiteren Gewerbegebietes schwierig, schon wegen der landschaftlichen Struktur und Wohnbebauung, wegen geringer Abstandsgrenzen und Lärmschutz-Anforderungen. Etwa südlich der Nienburger Straße, neben dem Gewerbe In den Weiden, in einem Bereich zwischen den Fluren Sollacker und Haselacker, vor dem Borweder Windpark.

Für Gewerbebetriebe „eher ungünstig“ hält Christian Gelhaus Flächen beidseitig der Steller Straße, zwischen Bahnstrecke und Landschaftsschutzgebiet beziehungsweise Wohnbebauung. Auch zwei Flächen nordwestlich der B 51, in der Ortschaft Mörsen, seien problematisch. Da sei es wohl eher möglich, Gewerbe auf der grünen Wiese entlang der Bundesstraße in Richtung Kreuzung Borwede/Heiligenloh anzusiedeln.

Im Gewerbe- und Industriegebiet Scharrendorf sind nur noch rund 0,6   Hektar verfügbar.

„Die Frage ist: Wo kommt das nächste zentrale Gewerbegebiet hin? Und diese Frage ist noch nicht geklärt“, betont Gelhaus.

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