Automatisch, praktisch, gut

Neuer Automat in der Stadtbibliothek Twistringen

Ein Automat, davor liegen Bücher
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Der neue Automat in der Stadtbücherei Twistringen

In der Stadtbibliothek Twistringen steht jetzt ein Selbstverbuchungs-Automat. Wer Bücher ausleihen oder zurückgeben will, muss sich dafür nicht mehr unbedingt am Tresen anstellen.

Twistringen – Der neue Mitarbeiter der Stadtbücherei in Twistringen ist eher pragmatischer Natur. Für einen Plausch zwischendurch ist er nicht zu haben. Dafür ist er unermüdlich und steht stets zu Diensten, sobald jemand Medien ausleihen, zurückgeben oder verlängern will.

„Der Neue“ ist ein Selbstverbuchungsautomat. Er soll dem Bibliotheksteam mehr Luft für andere Aufgaben verschaffen. Darüber hinaus könnte das Gerät womöglich der erste Schritt auf dem Weg zu einer modernen „Open Library“ sein, in der Nutzer sich auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten mit Lesestoff eindecken können.

Das Prinzip des Automaten ist kinderleicht: Zum Ausleihen scannen Nutzer ihren Bibliotheksausweis und legen ihre ausgewählten Bücher auf eine markierte Fläche. Fertig. Die Rückgabe verläuft ähnlich. Ein Bildschirm zeigt, was wann zu tun ist. Wer mag, kann sich am Schluss einen Beleg ausdrucken.

Mehr Zeit für andere Aufgaben dank neuem Gerät

Bisher waren während der Öffnungszeiten der Bücherei ständig zwei Mitarbeiter an die Ausleihtheke gebunden. Durch den Automaten soll sich das ändern – sodass das Team der Bücherei mehr Zeit hat, Bücher zu empfehlen, an den Arbeitsplätzen zu helfen oder über die Onleihe zu informieren. Mit dem Automaten sind die Twistringer Vorreiter im Landkreis. Wer mit dem Gerät nicht warm wird, kann Bücher immer noch auf die klassische Art ausleihen oder zurückgeben.

Damit der Automat jedes Buch sofort erkennt, hat das Team der Bücherei laut Leiterin Antje Miebach in sämtliche Medien – 14500 an der Zahl – speziellen RFID-Etiketten geklebt. Bei RFID (Radio-Frequency Identification) handelt es sich um eine Form des kontaktlosen Datenaustausches.

Die Umstellung war ein gutes Stück Arbeit. Damit nichts durchrutscht, hat das Team alle fertig etikettierten Medien mit einem UV-Stift gekennzeichnet. Die Markierung ist nur mit einer speziellen Taschenlampe sichtbar.

Die Kosten für den Automaten, Etiketten & Co betragen rund 17 000 Euro. Sie werden zu 75 Prozent über das Soforthilfeprogramm „Vor Ort für alle“ des Deutschen Bibliotheksverbands finanziert. Der Förderverein der Bücherei steuert 500 Euro bei, die Stadt zahlt den Rest.

Soforthilfeprogramm: Vor Ort für alle

Mit dem Soforthilfeprogramm „Vor Ort für alle“ unterstützt der Deutsche Bibliotheksverband bundesweit zeitgemäße Bibliothekskonzepte in Kommunen mit bis zu 20 000 Einwohnern. Das Programm wird durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur rund Medien im Rahmen des Programms „Kultur in ländlichen Räumen“ gefördert. Die Mittel stammen aus dem Bundesprogramm „Ländliche Entwicklung“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft.

Der Deutsche Bibliothekenverband (dbv) vertritt bundesweit rund 10 000 Bibliotheken mit 25000 Beschäftigten und elf Millionen Nutzern. Sein zentrales Anliegen ist es, Bibliotheken zu stärken, damit jeder Zugang zu Informationen hat.

Stadtbibliothek Twistringen soll an die Bahnhofstraße ziehen

Wie berichtet, soll die Bibliothek eine neue Bleibe an der Bahnhofstraße bekommen. Dort soll eine Sporthalle mit Kultur- und Bildungszentrum entstehen. Im Entwurf für den Haushalt 2022 ist das Vorhaben mit 2 350 000 Euro veranschlagt. Die Stadt erhält aber Fördermittel. Der Zuwendungsbescheid trudelte kürzlich ein.

Der Automat wird natürlich mit an die Bahnhofstraße ziehen. Dort wäre laut Bürgermeister Jens Bley dann eine „Open Library“ denkbar: „Da spielt genau so ein System eine wichtige Rolle.“ Der Bürgermeister bedankt sich bei dem Büchereiteam und dem Förderverein für ihre Bemühungen bezüglich der Anschaffung des Automaten.

Von Katharina Schmidt

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