Geschäftsführer geht ein Jahr früher als erwartet

Neue RWG verändert Strukturen

Vor der Fusion: Arno Schoppe (l.) und Hans-Peter Schorling 2014 vor einem Porträt von Friedrich-Wilhelm Raiffeisen. - Archivfoto: Seidel

Twistringen/Schweringen - Von Anke Seidel. Es ist ein ehrgeiziges Projekt, das die erst zwei Jahre alte RWG Niedersachsen Mitte an ihrem Standort Twistringen verwirklichen will: Um das Vierfache soll die Mischfutter-Produktion in der Zukunft steigen. RWG-Geschäftsführer Hans-Peter Schorling wird das von seinem Twistringer Bürofenster aus nicht mehr erleben: Er verlässt das Unternehmen – völlig überraschend – ein Jahr früher als geplant.

Im Zuge der Fusion hatten die Geschäftsführer Arno Schoppe (RWG Grafschaft Hoya) und Hans-Peter Schorling (RWG Twistringen) ihre gemeinsame Führungsstrategie und Personalpolitik präsentiert. Damals hatte Schorling verkündet, das Unternehmen 2017 im Alter von 63 Jahren verlassen zu wollen. Dass er jetzt schon geht, hat nicht wenige RWG-Mitglieder überrascht.

Sie argwöhnen, dass der Personalausschuss der neuen RWG nach zwischenmenschlichen Differenzen eine Macht-Entscheidung getroffen hat – zum Nachteil des Twistringer Bereiches.

Das wollte Udo Harms-Martens als bisheriger Aufsichtsratsvorsitzender der neuen RWG weder bestätigen noch dementieren. Fakt ist, dass der Landwirt aus Twistringen-Borwede sein Amt Ende April zurückgegeben hatte – ebenfalls völlig überraschend. Hans-Peter Schorling selbst erklärte auf Nachfrage: „Wir haben uns im gegenseiten Einvernehmen getrennt. Beide Seiten haben das akzeptiert.“

Ein Vierteljahrhundert lang war Schorling Geschäftsführer der RWG Twistringen. Seit der Fusion – einer „Vernunftehe“ aus wirtschaftlichen Gründen – ist er als Geschäftsführer der RWG Niedersachsen Mitte so etwas wie ein „Brückenkopf“ für den Twistringer Bereich.

Künftig hat die RWG Niedersachsen Mitte mit Arno Schoppe nur noch einen Geschäftsführer. „Neuer Geschäftsstellenleiter in Twistringen wird Jens Harms“, so Schorling.

Unabhängig davon sind am Standort Twistringen bereits 750.000 Euro investiert worden, um die Basis für einen neuen Geschäftsbereich zu schaffen: Pferdefutter. „Wir haben diese Linie neu aufgenommen“, so Bernd Becker als Geschäftsführer des Raiffeisen-Kraftfutterwerks Mittelweser-Heide, an dem die RWG Niedersachsen Mitte zur Hälfte beteiligt ist.

In den nächsten Jahren würden noch bis zu 1,5 Millionen Euro in Twistringen investiert. Schritt für Schritt solle die Produktion von Schweine-, Rind-, Geflügel- und Pferdefutter gesteigert werden. „Erstmal auf 500 bis 600 Tonnen am Tag“, so Becker. In der Zukunft sollen es dann 1.200 Tonnen am Tag sein – das Vierfache der heutigen Produktionsleistung von 300 Tonnen täglich.

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