„Einzigartige Erfahrung“

Bea Beuke war ein Jahr in den USA

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Bea Beuke (2.v.r.) feierte das Weihnachtsfest 2016 in den USA.

Marhorst - Von Sabine Nölker. Ein Jahr im Ausland leben, selbstständig werden, ein neues Land und neue Menschen kennenlernen. Davon träumte Bea Beuke aus Marhorst schon lange. Im August 2016 setzte sie diesen Traum in die Tat um und zog für knapp ein Jahr zu einer fünfköpfigen Familie nach Charlotte im US-Staat North Carolina. „Es war eine tolle Zeit“,erzählt Bea Beuke nach dieser einzigartigen Erfahrung von ihrem Erlebnis. Nun bietet ihre Familie der italienischen Schülerin Lara Betocchi für ein Jahr ein Zuhause.

„Wir sind sehr international“, gibt Mutter Petra Beuke zu. Denn während ihre Tochter in den USA weilte, beherbergte die Familie für einige Monate einen brasilianischen Austauschschüler. Sohn Neel verbringt derzeit ein Jahr in Kanada. „Und nun bereichert Lara das Familienleben, so wird es nie langweilig“, erklärt die Physiotherapeutin. Für sie und ihren Mann Berthold sei es selbstverständlich gewesen, ihren Kindern diese Auslandsaufenthalte möglich zu machen.

„Jeden Tag die gleichen vier Fächer“

Bea war 16 Jahre alt, als sie nach der neunten Klasse beschloss, für ein halbes Jahr in die USA zu gehen. Ihre Gastfamilie sei toll gewesen. „Vor allem meine drei Gastschwestern“, mit denen sie immer noch regen Kontakt pflegt. Wie zu den zahlreichen, neu gewonnen Freunden. Die fand sie auf der Charlotte Highschool, die sie besuchte.

Unterricht hatte sie täglich von 8 bis 15 Uhr. „Jeden Tag die gleichen vier Fächer“, fügt sie hinzu. Bea entschied sich für die Fächer Erziehung, Französisch, Gesundheitswesen und amerikanische Geschichte.

Gastschwester wurde Homecoming Queen

Als die Zeit der Abreise näher rückte, wollte Bea ihren Aufenthalt verlängern. Es klappte und so blieb sie am Ende ein Schuljahr lang. In der zweiten Hälfte belegte sie die Fächer Mode, Französisch, Englisch und Spanisch. „Kein Mathe, keine Naturwissenschaften“, dafür aber mehrmals die Woche Hockey und Lauftraining nach der Schule.

Besonders schöne Erinnerungen hat die inzwischen 17-jährige Marhorsterin an den Homecoming Ball. „Meine Gastschwester Madison wurde sogar zur Homecoming Queen gekürt.“

Lara (l.) und Bea im Herbst auf einer Reise nach Portugal.

Die Erinnerung an die Weihnachtszeit im vergangenen Jahr lässt die Schülerin des Hildegard-von-Bingen-Gymnasiums schmunzeln. Es sei so voller Kitsch, „bei vielen Bäumen sah man vor lauter Lichtern kein Grün mehr“.

Großstädterin in kleines Twistringen verliebt

In den Gärten: aufblasbare Weihnachtsmänner, Rentiere, Gummi-Schneemänner und blinkende Lichter. „Und das bei subtropischem Klima.“ In den USA fange die Weihnachtszeit nach Thanksgiving an. „Dann wird schon der Tannenbaum aufgestellt.“ Am Heiligabend und Weihnachten laufe es ähnlich wie hier: „Essen, Geschenke und Verwandtenbesuche.“

Lara Betocchi, die in Triest eine slowenische Schule für Naturwissenschaften besucht, ist hochzufrieden mit ihrem Aufenthalt in Twistringen und hat ihn ebenfalls verlängert. „Vor allem das Gymnasium ist toll.“ In ihrer Heimat seien lediglich 120 Schülerinnen und Schüler auf ihrer Schule. „Da kennt jeder jeden.“ Hier ist sie von der technischen Ausstattung mit Laptops und Beamern beeindruckt. Weitere Begeisterungsstürme löste der von Gastmutter Petra selbst gebastelte Adventskalender aus. „Bei uns bekommen nur die kleinen Kinder einen.“

Viele Freunde gewonnen

Nun freut sich die Familie, nach den Feiertagen gemeinsam in den Skiurlaub zu fahren. Anders als bei Bea, wird das Auslandsschuljahr bei Lara anerkannt. „Aber unser Schulsystem ist auch anders“, erklärt sie. Man gehe fünf Jahre auf die Grundschule, drei Jahre auf die Mittelschule und weitere fünf Jahre auf die Fachhochschule. Sie wolle später Medizin studieren, weshalb sie die Naturwissenschaften gewählt habe.

„Hier ist alles so klein“, lacht die 17-Jährige, die aus einer Großstadt kommt. „Ich finde es super, überall mit dem Fahrrad hinzukommen.“ Allerdings bemängelt sie die fehlenden Angebote für Jugendliche. „Aber ich habe hier viele Freunde gewonnen, spiele in der Volleyballmannschaft des SCT mit.“ Denn obwohl Bea und Lara in einem Haus wohnen und in dieselbe Klasse gehen, verbringen sie nicht ihre gesamte Freizeit zusammen. „Eben wie bei normalen Geschwistern auch.“

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