Von Radwegen, Stromtrassen und Straßensanierung

Natenstedts neuer Ortsbürgermeister heißt Carsten Meyer

In das Haltehäuschen soll noch eine Bank kommen. Die seit Jahren geforderten Radwege scheinen aber noch immer in weiter Ferne.
+
In das Haltehäuschen soll noch eine Bank kommen. Die seit Jahren geforderten Radwege scheinen aber noch immer in weiter Ferne.

Natenstedt – Auf der konstituierenden Ortsrats-Sitzung in Natenstedt wurde Mittwochabend Carsten Meyer zum neuen Ortsbürgermeister gewählt – einstimmig. Etwas heißer diskutiert wurde der Abend bei den Diskussionen um Radwege, Stromtrassen, Blühwiesen und die Sanierung der Straßen.

Natenstedt – Carsten Meyer ist Natenstedts neuer Ortsbürgermeister. Der Ortsrat wählte ihn am Mittwochabend bei der konstituierenden Sitzung im Dorfgemeinschaftshaus. Gegenstimmen gab es keine. Den Posten des stellvertretenden Ortsbürgermeisters übernimmt ab sofort Jan-Hendrik Kolshorn.

Bei der Sitzung ging es auch um die seit Jahren geforderten Radwege an den Kreisstraßen K101 und 104 sowie an der Landesstraße 342. Udo Helms brachte das Thema aufs Tapet. Er sieht den Landkreis und das Land Niedersachsen in der Verantwortung, sich zu kümmern. Aber darauf warten die Natenstedter schon lange. Seit Jahren passiert nichts.

Verkehrsgutachten beantragt

Was also tun? Eine Möglichkeit wäre, dass die Stadt die Sache selber in die Hand nimmt und Radwege baut. Erster Stadtrat Harm-Dirk Hüppe machte jedoch unverblümt klar: Das kann sie nicht leisten. Viel zu teuer. Dann gäbe es da noch die Option, zumindest an der Landesstraße einen sogenannten Bürgerradeweg in Angriff zu nehmen. Dabei übernehmen Bürger die Vorplanungen und verhandeln zum Beispiel mit Anliegern über den Verkauf der benötigten Grundstücke. Aber auch da machte Hüppe nicht allzu viele Hoffnungen. Es gebe an etliche Orten Bürgerinitiativen für solche Radwege, und das Budget des Landes sei begrenzt.

Um in der Sache irgendwie voranzukommen, schlug Helms folgendes vor: Die Stadt solle ein Verkehrsgutachten in Auftrag geben und es ans Land schicken, um die Dringlichkeit zu unterstreichen. Hüppe zeigte sich skeptisch, ob das was bringt. Der Ortsrat beantragte letztlich trotzdem ein solches Gutachten. Stephan Klügel will auch die Idee, eine Bürgerinitiative ins Leben zu rufen, nicht gleich verwerfen. Er regte an, in der nächsten Sitzung noch einmal darüber zu sprechen.

Stromtrasse zur Energiewende

Insgesamt hatte Udo Helms am Mittwochabend einen ganzen Stapel an Themen dabei. So sprach er den Bau der 380-kV-Stromleitung durch Tennet an. Der Stromnetzbetreiber sagt klipp und klar: Er zahlt für die Nutzung der Wege nichts, was nicht zwingend notwendig ist. Begründung: Der Bau der Trasse stehe im Bundesinteresse, schließlich solle die Energiewende damit umgesetzt werden. Helms eckt an dieser Aussage an. Die Straßen gehöre immerhin der Gemeinde. „Und wenn wir sie sperren, sperren wir sie.“

Hüppe wandte ein: Öffentliche Straßen kann jeder nutzen, auch wer eine Stromtrasse bauen will. Die Stadt hat mit Tennet vereinbart, dass nach den Arbeiten entstandene Schäden repariert werden. Sofern die Trasse fertiggestellt ist, erhalten Kommunen pro Kilometer Leitung in etwa 10000 Euro pauschalisierte einmalige Entschädigungszahlung. Diese Kompensation ist gesetzlich vorgegeben und steht allen betroffenen Kommunen zu.

Helms beantragte auch, die 70er-Zone auf der K101 um etwa 500 Meter in nördliche Richtung zu versetzen. Dadurch würde der gefährliche Kurvenbereich etwas sicherer. Auch müssten Schulkinder die Straße nutzen, um die Bushaltestelle Uhlhorn zu erreichen. Der Rest des Ortsrats unterstützte den Vorschlag. Hüppe nahm die Anregung auf. Er soll in der nächsten Verkehrsschau berücksichtigt werden.

Neues Haltestellenwartehäuschen in Lechernhausen

Der Ortsrat unterhielt sich auf Anregung von Udo Helms auch über verwilderte Blühwiesen und den Gemeindeverbindungsweg zwischen den Grenzen von Colnrade und Barnstorf. Letzterer soll saniert werden, was vermutlich auch die Anlieger teuer zu stehen kommen würde. Laut dem Wegezweckverband reicht eine sogenannte DSK-Maßnahme (Dünne Schichten im Kalteinbau) nicht aus. Udo Helms vermisst an dieser Stelle nachvollziehbare Gründe und fordert ein unabhängiges Gutachten. Sein Antrag wird im städtischen Bauausschuss weiter behandelt werden. Dort ist vorgesehen, dass Verantwortliche des Wegezweckverbandes Stellung nehmen.

Schnell abgehakt war der Tagesordnungspunkt „Verwendung von Ortsratsmitteln“. In Lerchenhausen gibt es ein neues Haltestellenwartehäuschen. Ortsratsmitglied Stephan Klügel beantragte „ein bisschen Kleingeld für Hölzer, damit ich eine Bank reinbauen kann“.

Der neue Ortsbürgermeister Carsten Meyer (l.) und sein Stellvertreter Jan-Hendrik Kolshorn.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Angela Merkel: die wichtigsten Momente ihrer Karriere

Angela Merkel: die wichtigsten Momente ihrer Karriere

Meistgelesene Artikel

Oldtimer nur noch Müll? Behörde droht dem Besitzer mit Verschrottung

Oldtimer nur noch Müll? Behörde droht dem Besitzer mit Verschrottung

Oldtimer nur noch Müll? Behörde droht dem Besitzer mit Verschrottung
Blitzer im Landkreis Diepholz: Dies sind die aktuellen Standorte

Blitzer im Landkreis Diepholz: Dies sind die aktuellen Standorte

Blitzer im Landkreis Diepholz: Dies sind die aktuellen Standorte
Feuerwehrfrauen Beverstedt bringen 2022 wieder Kalender raus

Feuerwehrfrauen Beverstedt bringen 2022 wieder Kalender raus

Feuerwehrfrauen Beverstedt bringen 2022 wieder Kalender raus
Mit Sicherheitsdienst

Mit Sicherheitsdienst

Mit Sicherheitsdienst

Kommentare