Emil-Award an junge Talente

Twistringen zeichnet Nachwuchs-Schriftsteller aus

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Twistringens Bürgermeister Martin Schlake (von rechts) überreichte die diesjährigen Emil-Awards des Jugendschreibwettbewerbs an Rieke Kohlmeyer, Frederic Theek und Tristan Bischoff. 

Twistringen - Von Ulf Kaack. Einen dreifachen Ritterschlag für den literarischen Nachwuchs gab es kürzlich im Rathaus: Bürgermeister Martin Schlake zeichnete die Sieger im Jugendschreibwettbewerb Emil 2017 aus.

Nach den Sommerferien hatten Stadt und Stadtbibliothek zu dem neu geschaffenen Jugendschreibwettbewerb Emil aufgerufen, an dem sich Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 16 Jahren beteiligen konnten. Den Namen steuerte der berühmte Autor Erich Kästner bei, dessen erster Vorname Emil lautete.

Die Teilnehmer waren aufgefordert, zum Thema Helden eine Kurzgeschichte zu verfassen. „Berühmte Literaten wie Edgar-Allan Poe, Ernest Hemingway oder Jack London haben ihren schriftstellerischen Ruhm auf Shortstorys begründet“, wusste Martin Schlake augenzwinkernd zu berichten.

50 Einsendungen

Drei gleichplatzierte Preisträger hatten Twistringens Kulturbeauftragte Katja Bischoff, Büchereileiterin Monika Schröder und die Vorsitzende des Bücherei-Fördervereins Ulrike Ehlers aus rund 50 Einsendungen als die besten und kreativsten Manuskripte ermittelt. Klar, dass die Jungautoren nach der Aushändigung der Trophäen sowie Buchgutscheinen die von ihnen verfassten Geschichten vorlesen mussten.

Den Anfang machte der elfjährige Frederic Theek aus Bassum, der die spannende Kriminalgeschichte „Ein Held namens Fidi“ zu Papier gebracht hat. Im Zentrum der Geschichte steht der pfiffige Jugendliche Fidi, der aufmerksam und couragiert einen Autodieb zur Strecke bringt, dabei zwischenzeitlich in die Gefangenschaft des Täters gerät und sich – durch die Geschehnisse beflügelt – später für ein Praktikum bei der Polizei entscheidet.

„Tim, der Kater“ titelt die Story aus der Feder des zwölfjährigen Tristan Bischoff aus Heiligenloh. Tim ist eine junge streunende Katze, die auf dem Schulhof gefangen und ins Tierheim gebracht wird. Dort gerät der Straßenkater in die Fänge eines ominösen Tierfängers, kann am Schluss jedoch durch den Helden der Geschichte befreit werden.

13-Jährige überzeugt mit klassischer Parabel

Geradezu philosophisch muten die Zeilen der 13 Jahre alten Rieke Kohlmeyer aus Twistringen an. „Die heldenlose Stadt“, so der Titel, hat keinen Superhelden à la Spiderman. Als ein übermächtiger Bösewicht die Stadt bedroht, stehen alle Bürger zusammen und wenden die existenzielle Gefahr gemeinsam ab. Eine Parabel, wie sie klassischer nicht sein könnte.

Bewertet wurden Kriterien wie eine vielfältige Wortwahl, verständliche Satzbildung und der Erzählfluss. „Im Zentrum unserer Betrachtungen stand die Idee zu den einzelnen Kurzgeschichten“, erklärte Katja Bischoff das Procedere in der Jury. „Bei vielen eingereichten Arbeiten war der Plot aus dem Fernsehen oder von Videospielen abgekupfert. Das war nicht das, was gewollt war. Gefordert war die stringente Entwicklung einer eigenen Idee mit unerwarteten Wendungen, verschiedenen Erzählperspektiven und Überraschungen für den Leser.“

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