Ortsbürgermeisterin fiebert Landesentscheid entgegen

Nachnutzung der Kläranlage eine Herzensangelegenheit

Anke Borchers, Ortsbürgermeisterin in Heiligenloh. - Foto: Marco Gallmeier

Heiligenloh - Von Theo Wilke. Die aktualisierte Bewerbungsmappe liegt seit Ende Januar in Hannover vor. Heiligenloh wird nach dem Sieg im Kreisentscheid in diesem Jahr am Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ teilnehmen. Ortsbürgermeisterin Anke Borchers wünscht sich für den Besuch der Jury erneut die viel gelobte positive Grundstimmung der Heiligenloher aus 2017. Borchers äußert sich im Gespräch mit dieser Zeitung auch zu drängenden Themen in diesem Jahr.

Zu den Höhepunkten 2017 zählte der Gewinn des Kreisentscheids. „Das Positive war vor allem die Motivation der Heiligenloher, und dass alle mitgemacht haben“, schwärmt die Ortsbürgermeisterin. „Wir haben gerade die neue Bewerbungsmappe erstellt. Da war der Verkehrs- und Verschönerungsverein mit seinem Vorsitzenden Jürgen Heitböhn wieder federführend.“

Ehrenamt nicht mit Füßen treten

Weniger erfreulich ist das schon heftig diskutierte Thema Ortsbudget, das der Ortsrat jedes Jahr von der Stadt Twistringen bekommt – und die Ankündigung aus dem Rathaus, den Topf für alle Ortschaften zu verringern. Auch in Heiligenloh werde viel in Eigenleistung erledigt, so Anke Borchers. Aber „wenn der Betrag gekürzt wird, dann wird das Ehrenamt mit Füßen getreten“. Ein Euro für den Ortsrat sei am Ende zwei Euro wert, weil in Heiligenloh viele selbst anpacken, etwa Anlieger und Landwirte.

Völlig in Ordnung sei, den Bereich Gräbenreinigung auszugliedern. Gerade in Ridderade und Borwede gebe es sehr viele Gräben. Das Problem dabei: Diese können erst an die Unterhaltungsverbände abgegeben werden, wenn sie sich in einem vernünftigen Zustand befinden. „Da ist aber seit Jahren nichts getan worden“, fügt Borchers hinzu. Warum? Weil dafür nicht ausreichend Geld im Ortsbudget vorhanden sei.

Eine Herzensangelegenheit ist für die Ortsbürgermeisterin die ehemalige Kläranlage. „Da kommt jetzt Bewegung rein. Wir geben nicht auf“, sagt sie optimistisch. Jüngst erst habe es Gespräche mit der Stadt und dem Fischereiverein Twistringen gegeben, der das inzwischen verwilderte Gelände mit den alten Klärbecken gerne nutzen möchte. Bisherige Verhandlungen mit der Stadt scheiterten. Weil die Verwaltung bislang auch noch Geld für die „Schrottimmobilie“ (Zitat Borchers) verlangt hat. „Wir müssen jetzt entscheiden, wie es weitergehen soll. Der Zuschlag an den Fischereiverein wäre ein Gewinn für Heiligenloh“, heißt es. Schließlich würden die Angler auch eine intensive Jugendarbeit betreiben.

Dekorative Säule mit Ortswappen geplant 

Sichtlich zufrieden macht Anke Borchers, dass Heiligenloh trotz des Rückzugs der Rüssener in der geplanten Flurbereinigung geblieben ist.

Auf die Frage nach der Verwendung des Sieger-Preisgeldes nach dem Kreisentscheid erzählt die Heiligenloherin, dass für die 4 .500 Euro eine dekorative Säule mit Ortswappen in Sandstein sowie kleine Messingschilder geplant seien. Die Schilder sollten an die bisherigen Wettbewerbserfolge erinnern. Ortsrat sowie Verkehrs- und Verschönerungsverein stimmen den Standort noch mit dem Landkreis ab. Vorgeschlagen worden ist bereits das Beet in der Kurve vor dem Gasthaus Bitter.

Außerdem sind die sogenannten „Toreinfahrten“ am Dorfrand schon länger im Gespräch. Sie sollen optisch die Zufahrten verengen und für eine Temporeduzierung sorgen. „Das ist noch nicht ausdiskutiert“, sagt die Ortsratsvorsitzende. Aber man müsse die Sache auf jeden Fall in diesem Jahr angehen, und „wir wollen der Landesjury schon mal was zeigen“. Im Mai ist der Vorentscheid, im Sommer folgt der finale Wettbewerb.

Für eine moderne Bushaltestelle mit Hochbord und taktilen Hinweisen (für Blinde) an der Grundschule ist ein Förderantrag an die Landesnahverkehrsgesellschaft schon unterwegs. Bislang nutzen die Schüler eine von Hausmeister Heiner Hogeback gezimmerte Nothütte. Anke Borchers hofft, dass der Zuwendungsbescheid Ende Februar kommt.

Sagenhafter Erfolg des ersten Weihnachtsmarktes

Freude herrsche im Dorf, so schildert die Ortsbürgermeisterin, über die Wiederbelebung der Henckemühle und den sagenhaften Erfolg des ersten Weihnachtsmarktes auf dem denkmalgeschützten Hof Kuhlmann. Auch beim Spielplatz an der Alten Dorfstraße gehe es weiter. Vom Erlös des Spielplatzfestes 2017 würden neue Spielgeräte angeschafft. Außerdem werde ein Zuschussantrag gestellt. Die Gestaltungspläne seien fertig.

Ein persönlicher Wunsch von Borchers ist noch, dass die Fläche zwischen Bockstedter und Poststraße saniert und bebaut werde, um zentrumsnah neue Wohnungen auch für Senioren anbieten zu können. Allerdings braucht es dazu einen Investor. Da ist die Ortsbürgermeisterin zuversichtlich.

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