Muss der Ofen raus?

Ist der Kaminofen zwischen 25 und 35 Jahre alt und kann die geforderten Grenzwerte nicht einhalten, muss er modernisiert oder ausgetauscht werden.
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Ist der Kaminofen zwischen 25 und 35 Jahre alt und kann die geforderten Grenzwerte nicht einhalten, muss er modernisiert oder ausgetauscht werden.

Öfen-Besitzer aufgepasst: Ende dieses Jahres müssen Sie ihr altes Heizgerät gegebenenfalls austauschen lassen. Grund ist, dass die geräte nicht aktuellen Immissionsschutzvorgaben entsprechen. Doch welche Öfen sind betroffen, woran erkennen die Besitzer, wie alt sie sind und wie viele Schadstoffe sie ausstoßen? Und wer überprüft das Ganze?

Landkreis Diepholz – Die gute Nachricht zuerst: Es müssen nicht alle Öfen ausgetauscht werden. „Ausgenommen sind Grundöfen, Herde und offene Kamine. Auch Leute, die ausschließlich mit Öfen heizen, sind nicht betroffen“, gibt Maic Wetzel Klarheit. Die Besitzer können ihren alten Ofen also behalten, selbst wenn er die Werte nicht einhalte (siehe Infokasten).

Maic Wetzel ist Schornsteinfegermeister und im Vorstand der Schornsteinfegerinnung Hannover. In den Kehrbezirken Ehrenburg, Neuenkirchen sowie Twistringen und Bassum ist er unterwegs. Er erklärt: „In der Regel steht auf dem Typenschild, wie alt ein Ofen ist.“

Ein Austausch sei dann erforderlich, wenn er zu viel Feinstaub und Kohlenmonoxid ausstößt, der Ofen also nicht den Vorgaben der aktuellen Bundesimmissionsschutzverordnung entspricht, so der Fachmann. „Öfen, die bis zum 31. Dezember 1994 eingebaut worden sind, müssen bis zum 31. Dezember 2020 außer Betrieb genommen werden, wenn sie diese Werte nicht einhalten.“

Wer wissen möchte, ob der eigene Ofen die Werte erfüllt, kann sich im Internet die Datenbank des Industrieverbands Haus-, Heiz- und Küchentechnik (HKI) anschauen.

Der zuständige Schornsteinfeger informiert die Betreiber im Rahmen der Feuerstättenschau darüber, wann sie ihren Ofen austauschen oder nachrüsten müssen. „Die macht der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger zweimal in sieben Jahren“, erklärt er. Jeder Schornsteinfeger habe einen bestimmten Rhythmus. Wenn der Besitzer keine Unterlagen mehr hat oder das Typenschild fehlt, könne der Schornsteinfeger vor Ort messen, ob der Ofen die Werte einhält. „Oft kennen wir die Öfen aber auch und wissen, wie die Werte sind. Oder wir schauen selbst in der Datenbank nach.“

Wetzel sagt: „Wir sind dafür da, die Leute aufzuklären und das auch kundenfreundlich umzusetzen.“ Stellt der Fachmann bei seinem Besuch fest, dass der Ofen die Werte überschreitet, dann „setzen wir eine angemessene Frist zum Austausch. Das ist für den Besitzer ja auch mit Kosten verbunden“. Der Kunde bekomme „genügend Zeit“, damit er sich Angebote einholen und sich nach einem neuen Gerät umschauen kann. Bei Fragen sei es immer ratsam, mit seinem Schornsteinfeger zu sprechen“, empfiehlt Wetzel.

Und wenn der Besitzer seine Feuerstätte innerhalb dieser Frist nicht modernisiert oder austauscht? „Wenn der Kunde sich nach Ablauf der Frist nicht bei uns meldet, erinnern wir ihn noch mal daran.“

Weiter sagt er: „Und wenn sich dann immer noch nichts tut, dann werden wir das den vorgesetzten Behörden sagen, also dem Landkreis Diepholz.“ Der würde die Kunden notfalls zwingen.

Der Schornsteinfeger betont, dass es aber auch „jede Menge“ Öfen gebe, die älter als 25 Jahre alt seien und diese Werte trotzdem einhalten.

Ist der eigene Ofen betroffen, könne statt eines Neukaufs auch der Einbau eines Staubabscheiders eine Option sein. Das sei allerdings nicht ganz günstig. „Ein Staubabscheider kostet um die 1 500 Euro.“ Hinzu komme, dass sie nicht in jede Feuerstätte reinpassen. „Zum Teil ist der Einbau aufwendig“, erklärt Wetzel.

Der Vorteil neuerer Feuerstätten sei, dass sie in der Regel weniger Holz verbrauchen. „Die Effizienz ist höher und hinzu kommt, dass die Feuerstätten besser konstruiert sind und sie schadstoffärmer brennen“, erklärt Wetzel.

25 Kehrbezirke gibt es im Landkreis Diepholz. „Ich schätze, dass es um die 1 000 Kaminöfen pro Kehrbezirk gibt. In den Städten gibt es etwas weniger Kaminöfen, auf dem Land dafür etwas mehr. Also gibt es etwa 20 000 Öfen im Landkreis Diepholz“, sagt der Schornsteinfeger Maic Wetzel.

Weitere Informationen

Kunden können sich

unter www.cert.hki-online.de/geraete informieren, ob ihr Ofen die Werte einhält.

Weitere Informationen im Internet unter www.bmu.de.

Von Lara Terrasi

Die Effizienz ist höher und hinzu kommt, dass die Feuerstätten besser konstruiert sind und sie schadstoffärmer brennen.

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