Grundsteinlegung auf der Baustelle der Grundschule am Markt in Twistringen

Münzen, Roboter und ein Hubschrauber

In 100 Jahren könnte Schule so aussehen, meinen die Jungen und Mädchen der Klasse 4 b am Markt.

Twistringen - Von Theo Wilke. Windböen fegen in der zweiten Grundschulpause über die Baustelle am Markt in Twistringen. Kurz lugt die Sonne durch dunkle Regenwolken. Im Schutz der ersten Grundmauern für den Erweiterungsbau wird am Mittwochmorgen symbolisch der Grundstein gelegt. Bis zum Herbst soll das neue Schulgebäude mit Mensa und zusätzlichen Klassenräumen bezugsfertig sein. Rund 3,4  Millionen Euro nimmt die Stadt Twistringen dafür in die Hand.

Zweigeschossig in U-Form und mit Satteldach entsteht der Neubau an der Bahnhofstraße. Ins Erdgeschoss kommt mittig die Pausenhalle mit Bühne und Musikraum. Mobile Wände ermöglichen einen Veranstaltungssaal mit mindestens 350 Plätzen, inklusive Empore. In den Seitenflügeln sind Versorgungsbereich mit Hausmeister- sowie Lagerraum, Aufzug ins Obergeschoss, sanitäre Anlagen, Lehrküche und Mensa vorgesehen. Im Obergeschoss gibt es ab Herbst links und rechts jeweils zwei Klassen- und Gruppenräume, dazu eine Galerie.

In einer Mauer klafft das Loch für die Grundstein-Kartusche. Mit der silbernen Rohrhülse in der Hand begrüßt Bürgermeister Jens Bley unter anderem Vertreter der Schule, der Baufirmen und Architekt Bernd Lange vom Büro Landwehr & Partner aus Sulingen. „Ich bin beeindruckt, was die Handwerker trotz des Wetters schon geschafft haben“, so der Bürgermeister. Während die Schülerschaft sich nebenan in der ersten großen Pause austobt, greifen die Gäste zu alkoholfreiem Sekt, Wasser, Kaffee und Butterkuchen.

„Das ist meine erste Grundsteinlegung“, sagt Jens Bley „furchtbar aufgeregt“. Gemeinsam mit Schulleiterin Marita Schröder-Geisler sei er sehr froh, dass es endlich so weit sei, dass jetzt nach Jahren die Grundschule am Markt die notwendigen zusätzlichen Räume und eine Mensa bekomme. Nach dem Abriss der Häuser Piening, Korfmacher und Grohe im vergangenen Jahr habe man im Oktober mit dem Rohbau begonnen. Ein dickes Lob gab es für das Planungsteam um Bernd Lange. „Mit Ihnen klappt das hervorragend“, heißt es. Und Bley dankt auch den Baufirmen für die gute Zusammenarbeit.

Der Neubau sei, bis auf ein paar Kleinigkeiten, im Plan, versichert der Bürgermeister. Er zeigt sich „guten Mutes“, dass die Baumaßnahme rechtzeitig abgeschlossen wird. „Ich weiß: Es ist sicher ein sportliches Ziel, die Fertigstellung im August zu erreichen“, gibt Bley zu. Bei diesem Projekt seien auch sein Fachbereichsleiter Carsten Werft und Hochbauingenieur Christoph Spatz besonders gefordert. Wichtig sei schließlich, dass alle Beteiligten im Dialog bleiben. „Der Erweiterungsbau ist ein guter Baustein für die Bildungs- und Schullandschaft in Twistringen“, betont Bley.

Schließlich hofft der Bürgermeister, dass er die silberne Rohrhülse nach dem Einmauern nie wieder sieht. Er lacht: Das würde ja nur passieren bei einem Abriss. In der Hülse befinden sich Zeitungsartikel, die Bauzeichnung, Geldmünzen und eine Schüler-Zeichnung.

Catharina und Isabell, 10  Jahre alt und aus der 4 b von Klassenlehrerin Schröder-Geißler, dürfen die Zeichnung in die Hülse legen. Sie erzählen, dass ihre Klasse überlegt habe, wie die Schule in 100 Jahren aussehen könnte, etwa mit Robotern statt menschlicher Lehrkräfte und einem Hubschrauber zur Schülerbeförderung.

Die Schulleiterin ist glücklich über den Baufortschritt: „Wir betrachten jeden Tag mit Interesse, wie es weitergeht.“ Vor einem Jahr hatte sie bei der Projektvorstellung im Ratsfachausschuss betont: „Das ist mein Wunsch-Entwurf. Da können wir auch unsere Ideen einbringen.“

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