Pia Phoenix und Gary Castle ziehen von Hamburg nach Twistringen – und lieben es

Mörsen ist so „englisch“

Die richtige Entscheidung: Pia Phoenix und Garry Castle sind in ein Bauernhaus nach Mörsen gezogen.
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Die richtige Entscheidung: Pia Phoenix und Garry Castle sind in ein Bauernhaus nach Mörsen gezogen.

Mörsen – Wo lebt es sich besser? In London, Hamburg oder Mörsen? Lieber ein buntes und turbulentes Stadtleben oder doch der Charme und die Idylle auf dem Land? Für Pia Phoenix und Gary Castle ist die Antwort darauf eindeutig: „In Mörsen!“ Der gebürtige Engländer und die Bremerhavenerin zogen vor mehr als einem Jahr von Hamburg in die Twistringer Ortschaft und sagen aus Überzeugung: „Hier ist nun unser Zuhause!“

Das erste, was dem Besucher des Ehepaares auffällt, ist das Strahlen in dessen Augen und das Glück, das ihnen ins Gesicht geschrieben steht. Voller Lebensfreude erzählen sie, wie sie nach mehr als 30 Jahren Hamburg in Mörsen gelandet sind. Gary Castle zog es schon als Jungen schnell aus London und sogar aus England fort. Sein Beruf als Musiker half ihm dabei, denn er zog mit Bands durch ganz Europa. In Hamburg wurde er sesshaft und gründete eine Familie.

Auch Ehefrau Pia zog es schnell fort aus Bremerhaven. Als Reisekosmetikerin tourte sie durch die Welt und kam schließlich zum Studium der Meteorologie nach Hamburg. Dort entdecke sie bald, dass Malen sie viel glücklicher machte, als ihre vorherigen Berufe und schaffte es, sich einen Namen als Künstlerin zu machen.

Vor 14 Jahren trafen sich die beiden dann bei dem Abschiedskonzert von Garys Band und sind seitdem unzertrennlich. So unzertrennlich, dass sie die Idee hatten, auch zusammen arbeiten zu wollen. „Was haben wir für Talente und was können wir daraus machen?“ Im Schnelltext, Gary ließ sich zum Trainer für Business English ausbilden und sie gründeten eine Englischschule.

In der Wirtschaftskrise 2009 entwickelten sie dann ein Firmen-Training, in dem die Mitarbeiter direkt per Telefon unterrichtet werden, um die Angst vor englischen Telefonaten zu verlieren. Ihre Kunden sind kleine und große Firmen, die sie mit inzwischen 20 Mitarbeitern betreuen. Vom Empfang über Sachbearbeiter bis zum Manager bekommen so alle sicheres Business-Englisch in einer eins zu eins Betreuung via Telefoncoaching.

Doch Garys Traum, aufs Land zu ziehen, ließ ihn nicht mehr los. Nach vielem Reden und Überreden willigte Pia ein und sie stießen im Internet auf den Hof in Mörsen an der Dorfstraße. „Wir wollten ein altes Bauernhaus, das gut isoliert und im Winter warm ist, und wir wollten Hühner, Kühe und Pferde in der Nähe haben“, erinnert sich Pia. „Außerdem sollte man mit dem Rad schnell zum Einkaufen kommen und der Ort musste eine gute Bahnanbindung haben.“

Es war dann „Liebe auf den ersten Blick“, als sie das Haus besichtigten. Trotz mehreren Interessenten fiel die Wahl des Vermieters auf das Hamburger Ehepaar.

„Aber wir hatten Angst, dass wir als Zugereiste oder Ausländer nicht Fuß fassen werden“, gibt Gary ehrlich zu. „Die Angst war vollkommen unbegründet“, erklärt Pia. „Wir wurden vom ersten Tag an super aufgenommen.“ Kaum seien die letzten Umzugskartons auf der Diele abgestellt worden, kam bereits der erste Nachbar und lud zum Blumenbinden und Birken schlagen ein, da man für das Schützenfest schmücken wolle. „Seitdem sind wir nicht nur auf sämtliche Familienfeiern in der Nachbarschaft eingeladen worden, wir waren auch beim Weihnachtssingen und Schützenfest dabei.“

Mörsen ist für Pia und Gary „so englisch“. Heißt für sie: generationenübergreifend, hilfsbereit und freundlich.

„Und dann kam Corona“, fährt Pia Phoenix fort. „Und wir saßen nicht eng in einer Hamburger Wohnung, sondern in unserem Traumhaus mit großem Garten in Mörsen.“ Sie hätten Zeit für ihre Kunst und Musik, Gary pflanzte das erste Mal in seinem Leben Gemüse an, und Pia widmete sich ganz ihren Vintagemöbeln. „Twistringen ist perfekt für uns.“ Es gibt eine tolle Gastroszene, viele Einkaufsmöglichkeiten, eine gute Bahnanbindung, viel Natur und vor allem freundliche Menschen.

Darüber hinaus lobt Pia Phoenix die wunderschönen Radwege und vor allem ihren Lieblingsort, Bellersens Garten. Für Gary sind es die vielen positiven Überraschungen – von den offenen und interessanten Menschen und Orten wie den Hochzeitswald, bis hin zur Ruhe, der Natur und der Langsamkeit – die ihn begeistern. „Uns zieht nichts mehr weg! Wir bleiben hier!“

Von Sabine Nölker

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