Bürgermeisterwahl in Twistringen

Endspurt für Hömer und Bley: Aus der Mitte ins höchste Amt

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Frank Hömer (l.) und Jens Bley kandidieren in Twistringen als Bürgermeister.

Twistringen - Von Theo Wilke. Zweimal werden wir noch wach, heißa dann ist Wahl-„Tach“, sagt der Volksmund. Die Spannung steigt in der Twistringer Bevölkerung. Aus ihrer Mitte haben zwei Bürgermeister-Kandidaten parteiunabhängig und mutig ihren Hut in den Ring geworfen: Frank Hömer (46) aus Twistringen und Jens Bley (40) aus Mörsen streben das höchste Amt an. Hömer setzt voll auf Sieg. Und: Es werde sicher Veränderungen geben, sagt er. Bley wäre bei einer Niederlage zwar enttäuscht, würde sich aber weiterhin ehrenamtlich politisch engagieren. Im Interview stellen sie sich unseren Fragen.

Wie fühlen Sie sich, sind Sie aufgeregt so kurz vor der Wahlentscheidung am Sonntag?

Jens Bley: Selbstverständlich bin ich aufgeregt. Die letzten Wochen waren für mich intensiv und sehr spannend. Meine Frau, unsere Freunde, Helfer und Unterstützer haben sehr viel Kraft für mich investiert. Dafür kann ich einfach nur Danke sagen. Frank Hömer: Die letzten Wahlkampfwochen waren durch viele Termine, Vereins- sowie Haus- und Firmenbesuche geprägt. Bis jetzt ist alles positiv verlaufen, daher fühle ich mich gut. Bis Samstag einschließlich werde ich weiter aktiv sein. Aufgeregt bin ich bisher nicht, dafür bleibt auch keine Zeit. Das wird sicher am Sonntagmorgen kommen.

Wie sehen Sie Ihre Chancen, am Sonntagabend als neuer Bürgermeister gefeiert zu werden?

Hömer: Die Wähler entscheiden in unserer Demokratie durch ihre Stimme. Es war mir wichtig, den Bürgerinnen und Bürgern meine Vorstellung von etlichen Themen zu vermitteln, die für die Zukunft Twistringens von erheblicher Bedeutung sein werden. Ich möchte mich voll und ganz für Twistringen einsetzen und bitte deshalb um das Vertrauen der Wähler. Mit meiner Kandidatur war selbstverständlich von Anfang an verbunden, die Wahl zu gewinnen. Bley: Anfangs hat man mir mitgeteilt, die Chancen sind gering. Mittlerweile werde ich wahrgenommen und rechne mir aus, Bürgermeister werden zu können.

Sollten Sie wider Erwarten unterliegen, werden Sie sich neben ihrem Beruf weiter in der Twistringer Politik engagieren und Ihre Ehrenämter wahrnehmen?

Bley: Ja, natürlich. Ich bin bis 2021 zum Ortsbürgermeister in Mörsen gewählt. Auch wenn es für mich enttäuschend wäre, werde ich meinen bisherigen Tätigkeiten mit gleichem Engagement wie zuvor nachgehen.

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Hömer: Ich engagiere mich seit Jahren für die Allgemeinheit. Wer sich jemals für ein Amt hat wählen lassen, sollte dieses auch zu aller Zufriedenheit ausüben. Das war und ist für mich selbstverständlich. Wie es nach dem 26. Mai weitergeht, liegt in den Händen unserer Bürgerinnen und Bürger. Es wird sicher Veränderungen geben.

Was haben Sie sich bis zur Wahl noch vorgenommen, um die Twistringer zu überzeugen, etwa Hausbesuche oder Ähnliches?

Hömer: Mein Ziel war es von Anfang an, durch meine Hausbesuche mit den Twistringer Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen. Und die Menschen sollten sehen, wer sich zur Wahl stellt. Diese Hausbesuche werde ich bis einschließlich Samstag in allen Ortschaften fortsetzen.

Bley: Wir haben sehr viel gemacht. Ich bin den Twistringern dankbar, dass ich die Möglichkeit gehabt habe, mich ihnen vorstellen zu dürfen. Ich glaube, dass die Wähler einen Eindruck erhalten haben, dass ich neben meiner Fachlichkeit jemand bin, der aus ihrer Mitte kommt und sich für die Bürger einsetzen möchte.

Am Sonntag wird auch über das Europaparlament abgestimmt. Wie wichtig ist Europa für die Stadt Twistringen und ihre Einwohner?

Bley: Europa ist unglaublich wichtig. Europa trägt dazu bei, dass wir in einer noch nie so lang da gewesenen Friedenszeit leben. Die Wahl für das Parlament ist sehr bedeutend, aber der europäische Gedanke fängt viel früher an: in den Familien und im Freundes- und Bekanntenkreis. Dort gilt es, sich für ein tolerantes Zusammenleben einzusetzen. Allerdings vertrete ich die Auffassung, dass ein Zusammenleben nur möglich ist, sofern jeder unsere Verfassung achtet. Hömer: Ein geeintes Europa ist ein Garant für den Frieden in unserem Land. Das ist die wichtigste Botschaft. Fördergelder der EU konnten auch schon in Twistringen eingesetzt werden. Mir ist es immer eine Freude, wenn wir unsere französische Partnerstadt Bonnétable besuchen und es keine Grenzkontrollen gibt. Auch das ist ein Erfolg der Europäischen Union.

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