Ausstellung zu 100 Jahre Frauenwahlrecht

„Mitgestaltung von politischer Kultur“

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Die Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises mit der ersten Besucherin der Ausstellung, Marion Urbanski (r.).

Twistringen - 100 Jahre Frauenwahlrecht – für die Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises ein guter Anlass die Ausstellung „…um die Stimmen der Frauen“ in den Landkreis zu holen. Bis zum 28. März ist diese letztmalig im Rathaus in Twistringen zu sehen. „Die Ausstellung schärft das politische Bewusstsein von Frauen“, sind sich die Veranstalterinnen sicher. „Sie gibt Anstöße für die konstruktive Mitgestaltung von Politik und politischer Kultur im Hinblick auf die Gleichberechtigung der Geschlechter.“

Zur Eröffnung der Ausstellung am Dienstag, die sich im ersten Stock des Rathauses befindet, erschien Marion Urbanski, die auch gleich lobende Worte im Gepäck hatte. „Sehr schön, sehr vielfältig und sehr informativ“, so die Ratsfrau.

„Wenn du Adenauer wählst, ist es aus“, steht auf einem Wahlplakat in der Ausstellung im Twistringer Rathaus.

Dass Urbanski (Linke) heute im Stadtrat sitzt, ist dem Kampf vieler Frauen zu verdanken. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts forderten sie, wählen zu dürfen. Doch sie mussten bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts, genau gesagt bis zum November 1918, warten. Erst da sprach ihnen der „Rat der Volksbeauftragten“, die provisorische Regierung nach dem Ersten Weltkrieg in Deutschland, das Wahlrecht zu.

Der Gang zur Urne erfolgte Anfang 1919. Im Anschluss gab es zahlreiche Wahlplakate der verschiedenen Parteien, die auf die Damenwelt zugeschnitten waren. „Deutsche Mutter! Es geht um dein Kind! Gegen Konfessionsschulen, wählt FDP!“, prangt auf einem Plakat zur Wahl des niedersächsischen Landtages aus dem Jahr 1951. Die SPD buhlt kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs um die Gunst der Wählerinnen mit den Worten: „An der Seite des Mannes ist der Platz der Frau!“ Und kleingedruckt darunter: „Mit gleichem Recht und mit gleicher Verantwortung vor unseren Kindern, unserem Volk und der Menschheit“

Insgesamt sind es 45 Plakate aus den Jahren 1919 bis 2002, auch aus der ehemaligen DDR, die Beachtung verdienen. Sie präsentieren vor diesem politischen Hintergrund historische und aktuelle Plakate von Reichs- und Bundestagswahlen. „Die Ausstellung dokumentiert, wie Parteien um die Gunst der Wählerinnen werben und verdeutlicht Kontinuität und Wandel von Frauenbildern“, so Heike Harms. Als Gleichstellungsbeauftragte der Stadt hofft sie auf viele – nicht nur weibliche – Besucher.

Die Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises planen bereits jetzt eine weitere Ausstellung für den Herbst. Sie zeigt die „Vier Mütter des Grundgesetzes“, wie die Juristin Elisabeth Selbert, die sich dafür einsetzte, dass der Satz „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ als Verfassungsgrundsatz aufgenommen wurde.  

sn

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