Mentoring „Politik braucht Frauen“: Sylvia Holste-Hagen betreut Ingrid Rasche

Tandem für ein Jahr

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Wollen als Tandem die Twistringer Politik aufmischen: Sylvia Holste-Hagen (l.) und Ingrid Rasche.

Twistringen - Von Maik Hanke. „Aber sowas von!“ ist die Antwort von Sylvia Holste-Hagen auf die Frage, ob in der Politik Frauenmangel herrscht. Im Twistringer Stadtrat sind unter 27 Mitgliedern nur vier Frauen – Holste-Hagen ist seit 2011 eine davon. Jetzt will die Grünen-Politikerin ihre Erfahrungen weitergeben: Ingrid Rasche ist ihr Mentee beim niedersächsischen Programm „Politik braucht Frauen!“.

„Es gibt 50 Prozent Männer und 50 Prozent Frauen in der Gesellschaft. Da sollte ein ähnliches Verhältnis im Rat herrschen“, findet Holste-Hagen. Deswegen setze sie sich für das Projekt ein. Frauen hätten einen anderen Blick auf die Dinge, eine andere Perspektive und andere Erfahrungen.

Das Mentoring-Programm soll engagierte Frauen ermutigen, sich stärker in den politischen Willensbildungsprozess einzubringen. Rasche ist derzeit die Einzige, die in Twistringen an die Stadtpolitik herangeführt wird.

„Dieses Jahr ist erst einmal zum Schnuppern, um Einblicke zu bekommen“, sagt Rasche. „Ich bewege mich auf einem Parkett, wo ich keine Ahnung habe.“ Die 50-Jährige aus Scharrendorf mag gern mitmischen und ihre Meinung sagen. Selbstbewusst erklärt sie: „Männer machen mir keine Angst.“ Sie hat vielmehr die Erfahrung gemacht, dass das Arbeiten in Gruppen bei einer guten Mischung von Männern und Frauen besonders produktiv, effektiv und angenehm sei.

Einer Partei gehört Rasche bisher nicht an, und ob sie sich in zwei Jahren bei den Kommunalwahlen aufstellen lassen will, weiß sie noch nicht. Sie wolle nichts überstürzen. „Ich bin so ein Mensch, ich sage: Ich nehme mir die Zeit.“

Ein Jahr läuft das Mentoring-Programm. In dieser Zeit geht Rasche mit Holste-Hagen zu Terminen und – alle zwei Monate – zu Seminaren, die Hannover anbietet. Rasche möchte herausfinden: „Fühle ich mich kompetent genug? Ist mir das zu anstrengend?“

Ein- bis dreimal pro Woche ist Holste-Hagen für die Grünen aktiv. Sie kann Rasche aber beruhigen: „Das ist überhaupt nicht anstrengend – weil es Spaß macht.“

Ihre Mentorin kennt Rasche seit einer Aktion für die Nachnutzung des Krankenhauses im Vorjahr. Im Herbst entschied sie sich dafür, beim Mentoring-Programm mitzumachen. Ende des Jahres fand sich schließlich das Frauen-Duo.

„Wir haben den Anspruch, so viel wie möglich als Tandem zu machen“, sagt Rasche. Holste-Hagen sei für sie die richtige Mentorin – präsent, authentisch, und sie gebe gerne von ihren Erfahrungen ab.

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