Menschen in Not helfen

Freiwilligen-Forum jetzt mit Seniorenberatung durch Heiner Koopmann

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Ehrenamtlich engagiert im FFT (v.l.): Waltraud Schlake, Hermann Brackmann und Heiner Koopmann.

Twistringen - Von Theo Wilke. „Menschen in Not helfen“, betont Hermann Brackmann, sei schon seit 1997 die Aufgabe des Freiwilligen-Forums Twistringen (FFT). Die Ehrenamtlichen betreuen Obdachlose, übernehmen Fahrdienste, begleiten Senioren beim Einkauf oder zu Ärzten.

Was fehlt, ist eine regelmäßige Seniorenberatung. Dies wird sich ändern. Ab kommenden Montag wird Heiner Koopmann jeweils von 9 bis 12 Uhr im ehemaligen Küsterhaus (04243/ 933060) ältere Menschen bei Fragen und Problemen beraten. „Der Bedarf ist da“, ist der 67-Jährige überzeugt.

Koopmann, der mehr als 51  Jahre beim Landkreis angestellt und überwiegend im Sozialamt beschäftigt war, hat sich schon länger mit dem Gedanken getragen, sich ehrenamtlich für Senioren einzusetzen. Sein Angebot, die städtische Seniorenbeauftragte Stephanie Kröger zu unterstützen und zu entlasten, wurde abgelehnt. Warum? Nun, Beratung sei eine Aufgabe für hauptamtlich Beschäftigte, außerdem gebe es ausreichend Beratungsangebote in Twistringen – und er sei nicht versichert, wenn er falsch beraten sollte, erklärte man ihm im Rathaus. Koopmann hat das enttäuscht.

Freude über weiteres Engagement

Beim FFT sind sie nun sichtlich froh über Koopmanns Engagement unter dem Dach der katholischen Kirchengemeinde St. Anna. Der Pensionär, der auch bei der städtischen Aktion „Gemeinsam statt einsam“ mitmacht, kann sich Hilfen in verschiedenen Bereichen vorstellen – und zwar für alle Senioren aus Twistringen und den dazugehörigen Ortschaften. Er schränkt allerdings ein: „Ich beantworte keine Fragen zum Thema Pflege oder Pflegeeinstufung, ebenso wenig zu Widerspruchs- und Klageverfahren.“ Er vermittele auch gerne die notwendigen Kontakte zu Behörden und Einrichtungen. „Ich bin da gut vernetzt“, so Koopmann.

Ob es um alltägliche Sorgen und Nöte geht, um die Verkehrssituation vor der Haustür, zugeparkte Gehwege, fehlende Infrastruktur, Gesundheitsfragen oder auch Hilfen beim „Papierkram“: Jeden Montag steht Koopmann zur Verfügung, wird im sanierten Küsterhaus an der Steller Straße 2 auch Telefonanschluss und Computer haben.

Weitere Pläne für die Zukunft

Waltraud Schlake, neben Hermann Brackmann und Ute Hellmann Ansprechpartnerin im Freiwilligen-Forum, könnte sich für die Zukunft auch einen Ansprechpartner für Angehörige von Menschen mit Handicap vorstellen. Besorgt äußert sich Schlake darüber, dass es in Twistringen kein Angebot gebe, wo sich Angehörige behinderter Kinder mal austauschen könnten. Darauf Heiner Koopmann: „Wir wollen erstmal anfangen und sehen, wo ich helfen kann und ob die Seniorenberatung angenommen wird.“

1997 war das FFT von Pastor Friedhelm Fuest im Diakonie-Ausschuss initiiert worden. Zum ersten Treffen im alten Küsterhaus kamen Jakob Haas, Heide Strahmann und Hermann Brackmann. Seitdem werden Obdachlose betreut, zurzeit im wöchentlichen Wechsel von acht Freiwilligen. „Nach einem festen Plan“, so Brackmann.

In einer Sozialwohnung der Stadt an der Lindenstraße können bis zu vier Obdachlose höchstens drei Tage übernachten. Für Frauen gibt es ein abschließbares Zimmer. „Kommt aber selten vor“, erzählt Brackmann. In den ersten Jahren seien Obdachlose am Mörsener Kirchweg untergekommen – bis zum Bau der Wohnpflege St. Josef.

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