Melanie Kopka-Dill ist eine der wenigen Tagesmütter in Twistringen

„Mir gibt das ganz viel“

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Ida schaukelt gern. Und Melanie Kopka-Dill schubst gern an.

Twistringen - Von Maik Hanke. Rollern. Am liebsten rollern. Und schaukeln. Ganz viel schaukeln. Das macht die dreijährige Ida am liebsten, wenn sie bei „Melli“ ist. Melanie Kopka-Dill ist Idas Tagesmutter, eine von nur 15 Tageseltern überhaupt in Twistringen.

Melanie Kopka-Dill hat einen Mann, zwei Kinder, einen Hund, mehrere Patenkinder – und betreut als Tagesmutter acht weitere Kinder in der Woche, bis zu fünf gleichzeitig. „Unser Leben besteht irgendwie nur aus Kindern“, sagt Melanie Kopka-Dill und lacht.

Ihr Haus liegt im Norden Twistringens. Im Garten hängen drei Schaukeln, dort steht eine Rutsche. Den Garten umgibt ein Holzzaun. Die Straße, die am Haus vorbeiführt, ist ein verkehrsberuhigter Bereich. Gute Voraussetzungen für ein Leben mit Kindern.

Ida kommt jeden Morgen, seit sie ein halbes Jahr alt ist. Die anderen Kinder, die Kopka-Dill betreut, kommen mittags nach der Schule. Zweimal in der Woche passt Kopka-Dill auch auf ein sechs Monate altes Baby auf.

, sagt die 37-Jährige über ihre Arbeit als Tagesmutter. Kopka-Dill spielt mit den Kindern, macht mit ihnen aber auch Hausaufgaben, kocht, backt und geht einkaufen. Das muss sie alles nicht machen – aber sie will. Denn sie nimmt die Erziehungsverantwortung ernst. Besonders für Kinder im Vor-Kindergarten-Alter sei die Betreuung bei einer Tagesmutter sinnvoller als etwa in einer Krippe, findet sie. „Es ist der Sinn der Tageseltern, die Kinder mit ins Häusliche einzubinden.“

Noch ist beim Toben nie etwas Schlimmes passiert. Aber im Notfall hat Kopka-Dill einen Siebensitzer, einen Erlaubnisschein für den Arztbesuch sowie Kopien von Krankenkassenkarte und Impfpass.

Ida gehört mittlerweile quasi zur Familie. „Es ist, als wenn sie meine eigene Tochter wäre“, sagt Kopka-Dill. „Wenn Ida irgendwann mal geht, wird es mir das Herz zerreißen.“

Seit sieben Jahren ist Melanie Kopka-Dill Tagesmutter. „Irgendwie wollte ich schon immer was mit Kindern machen“, sagt sie. 2001 hat sie bereits einen Jugendleiterschein absolviert und im Jugendhaus gearbeitet. Ein paar Jahre später fragte ihre Schwester an, ob sie nicht für eine Freundin auf das Kind aufpassen könne. So ging es los. 2008 hat sie sich in einem speziellen Kurs fortgebildet – Voraussetzung, um als Tagesmutter arbeiten zu dürfen.

Die größten Momente für sie sind es, wenn die Kinder ganz unvermittelt zu ihr kommen und sagen: „Ich hab dich lieb.“ Das erfüllt Kopka-Dill. Sie freut sich auch über die Dankbarkeit der Eltern und die Anerkennung von ihrem Mann und den Nachbarn. Und ein bisschen Geld bleibt am Monatsende auch noch übrig.

Derzeit sucht die Stadt Twistringen händeringend weitere Tageseltern. „Der Bedarf ist sehr hoch“, sagt Susanne Knabe vom Familien-Kinder-Servicebüro.

Wer Tagesmutter oder -vater werden will, meldet sich im Familien-Kinder-Servicebüro unter Telefon 04243/ 413-165.

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