Meinungsbild nach Infoabend eindeutig / Kein Radfahrstreifen auf die B51

Null-Lösung soll Linden und Parkstreifen retten

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Die Lindenstraße in Höhe des Schützenplatzes. Die Twistringer fürchten um ihre Stadtbild prägenden Bäume.

Twistringen - Von Theo Wilke. Der Widerstand im voll besetzten Ratssaal war am Donnerstagabend bei mehr als 100 Bürgern groß und das Meinungsbild eindeutig: Diese Twistringer wollen ihre Lindenbäume und die Parkstreifen möglichst behalten. Sie favorisieren die Null-Lösung im Vorfeld der B51-Sanierung, sie lehnen Radfahrstreifen auf der Fahrbahn oder auch beidseitige Rad- und Fußwege ab.

Niemand bestreitet, dass die Bundesstraße, die den Twistringer Stadtkern durchschneidet, dringend saniert werden muss. Jeder weiß inzwischen: Die Landesstraßenbauverwaltung plant, schon in diesem Jahr, die Bremer Straße (zwischen Osterkamp und Harpstedter Straße) zu sanieren und schadhafte Stellen an Parkstreifen, Gehweg und Gosse punktuell auszubessern. Dafür muss die Stadt finanziell nichts beitragen.

Problematisch wird es im zweiten Bauabschnitt, zwischen Harpstedter Straße und Raiffeisenstraße. Dafür liegen bislang nur Skizzen der Landesbehörde vor – aber noch keine konkreten Pläne oder Kostenschätzungen. Drei Sanierungsvarianten hatte sie im Bauausschuss vorgestellt (wir berichteten).

Bürgermeister Martin Schlake, Erste Stadträtin Birgit Klingbeil, Fachbereichsleiter Carsten Werft und Baufachmann Christian Gelhaus erklärten am Donnerstag die Alternativen. Dabei betonte Schlake, dass die Landesbehörde versprochen habe, keine Entscheidung über die Köpfe der Twistringer hinweg zu treffen. Das Landf drängt allerdings bis Ende März auf eine Stellungnahme.

Variante I bedeutet unter anderem: beidseitig markierter Radfahrstreifen (1,85 Meter breit) auf Fahrbahnniveau, daneben Schutzstreifen, dann Park- oder Grünbereich sowie Gehweg. Dazu eine Querungshilfe im Bereich der Kreuzung mit Kögler- und Raiffeisenstraße.

Was Landesbehörde, Polizei und ADFC als höchsten Gewinn an Sicherheit favorisieren, ist am Donnerstag gleich durchgefallen. Bei der Bürger-Info hieß es, der Radfahrstreifen sei zu gefährlich auf der auch von Schwerlastern viel befahrenen Lindenstraße. Außerdem würden bei allen Varianten zu viele Bäume und Parkstreifen der Erneuerung zum Opfer fallen. Zudem plant der Wasserversorger OOWV die Verlegung von größeren Rohren unter die Fahrbahn. Bis zu vier Meter tief würde im Seitenraum gebaggert und angesichts zu nah stehender Bäume das Wurzelwerk gefährdet.

Auch Variante II konnte die große Mehrheit nichts abgewinnen: beidseitiger Rad- und Fußweg 1,50 beziehungsweise 2,0 Meter breit, durch Schutzstreifen, Bordstein und Gosse von der Straße getrennt. Aus Platzgründen müssten komplette Parkstreifen und viele Bäume weichen.

Variante III bedeutet: wie bisher einseitiger Radweg auf der Ostseite, westlich ein Fußweg, aber heutigen Mindeststandards angepasst. „Auch nicht optimal“, so der Bürgermeister.

Grünen-Ratsherr Hermann Niederwestberg ist für die Null-Lösung (nur Straßensanierung wie auf der Bremer Straße). CDU-Ratsherr Peter Dünzelmann wehrt sich gegen einen „Bruch“ zwischen erstem und zweiten Bauabschnitt. Fachbereichsleiter Werft erklärte, seit Jahren würden Anlieger den Zustand der B51 beklagen.

Bürgermeister Schlake schließlich: Rat und Verwaltung würden alle Anregungen und Bedenken der Bürger berücksichtigen, bevor die Stadt ihre Stellungnahme abgebe.

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