Heftige Debatten um Sanierung der B 51

Mehrheit für Radfahrstreifen

Die Stadtratsentscheidung zur B 51 erlebten mehr als 150 Zuhörer im Rathaussaal. - Foto: Wilke

Twistringen - Von Theo Wilke. Mehr als 150 Zuhörer erlebten am Donnerstagabend im Rathaus eine ungewöhnlich lange Stadtratsitzung, die erst nach Mitternacht endete. Nach teils heftigen Diskussionen sprach sich eine deutliche Ratsmehrheit für die Sanierung der B 51 mit Radfahrstreifen bis zum Rathaus sowie für einen beidseitigen Rad- und Gehweg hinter der Lindenallee aus. Bündnisgrüne, FDP und Freie Wählergemeinschaft lehnten ab.

Grünensprecher Hermann Niederwestberg wollte nicht über Planskizzen beschließen: „Wir wissen gar nicht, wie es später aussehen und was es kosten wird.“ Für ihn sei der Beschluss ein „Schuss ins Knie“. Wenn die Ortsumgehung komme, müsse man sicher wieder zurückbauen.

CDU-Sprecher Bernhard Kunst kritisierte „Kanonendonner und Nebelwerfer“ aus dem Lager der Gegner, was der Bevölkerung den Blick aufs Wesentliche und Machbare verschleiere. Die Sanierung der B  51 sei ein Glücksfall für die Stadt.

Für die Freie Wählergemeinschaft sprach sich Ulrich Helms auch für einen Kompromiss aus, aber „Kompromisse können wir erst beschließen, wenn wir konkrete Pläne haben“.

Dass der Rat am Ende gar nicht entscheidet, sondern nur empfehlen oder wünschen kann, ist noch nicht jedem Ratsmitglied aufgegangen. Der Bund ist Baulast- und Entscheidungsträger. Mit 16 Ja- bei neun Neinstimmen und einer Enthaltung befürwortet der Rat „unter Berücksichtigung und Abwägung aller Belange“ die Sanierung der B 51 folgendermaßen: im nördlichen Streckenabschnitt von der Harpstedter bis zur Westerstraße soll es Variante 1 (Radfahrstreifen auf der Fahrbahn) sein, ab Westerstraße bis zur Köglerstraße die Variante 2a mit kombiniertem beidseitigem Geh- und Radweg, ab Mörsener Kirchweg dann hinter den Lindenbäumen, und jeweils nur in einer Richtung befahrbar.

Priorität hat laut Ratsmehrheit bei Variante 1 der „größtmöglicher Erhalt der Kurzzeitparkplätze“ sowie bei Variante 2a ein Erhalt der stadtbildprägenden Linden. Werden Bäume gefällt, sind entsprechende Nachpflanzungen gefordert.

Auch bei einer Null-Lösung, so Bürgermeister Martin Schlake, würden Bäume fallen. Er sieht in der neuesten Skizze den „größten Gewinn für die Stadt“ und die einmalige Chance, nach der Umgestaltung der zentralen Plätze auch das Umfeld attraktiver und für Fußgänger und Radfahrer sicherer zu machen. Parkplätze seien wichtig für ein gesundes Geschäftsleben, aber wenn die Zukunft eines Geschäfts von zwei Parkplätzen vor der Tür abhänge, müsse der Inhaber mal sein Geschäftsmodell überdenken, betonte Schlake.

Im Zuge der Sanierung würden doch mehr Parkstreifen als bisher angenommen erhalten, aber eben nicht alle.

Vor Weymann und in Höhe Zitadelle (Busausfahrt) bleiben Parkbuchten erhalten, auch vor der Postagentur und Klausis.

Im Bereich Kreissparkasse und Apotheke signalisieren private Flächenbesitzer Gesprächsbereitschaft für die Einrichtung zusätzlicher Parkplätze. Die zukünftige Verkehrsführung in Höhe Aldi-Parkplatz verspricht mehr Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer. Am Rathaus soll es weiterhin einen Parkstreifen geben, etwa für Tagesgäste in Bussen, dafür soll der Gehweg auf den Rathausvorplatz verlegt werden.

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- Ein Kommentar zur B51 von Redakteur Theo Wilke

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