1452 Unterschriften gesammelt

Twistringer wollen das MVZ – das allein genügt aber nicht

Twistringen - Von Marc Lentvogt. Röntgen – das geht in Twistringen seit zwei Monaten nicht mehr. Seitdem ist das medizinische Versorgungszentrum St. Ansgar (MVZ) geschlossen. Ein nicht hinnehmbarer Zustand, finden der Seniorenbeirat der Stadt, die Ortsverbände des Sozialverbandes VdK, des Deutschen Roten Kreuzes, des Sozialverbandes Deutschland (SoVD) sowie die Kolpingfamilie Twistringen und der Ortsrat.

„Wir wollten nicht auf den Landrat und die Alexianer los“, erklärt SoVD-Vorsitzender Bernhard Landwehr. Daher entschied sich das Bündnis, eine Unterschriftensammlung zu beginnen. Bei Hausärzten und Apotheken lagen die Listen aus, 61 sind ausgefüllt zu den Organisatoren zurückgekommen. 1 452 Stimmen Twistringer Bürger sind es insgesamt, die die derzeitige Situation nicht hinnehmen wollen. Die Zahl überwältigt alle Beteiligten, die tiefen Dank für das Engagement der Twistringer äußern.

Empfänger der Listen ist Landrat Cord Bockhop, der betont, er lasse sich regelmäßig informieren, wie es um die chirurgische Praxis stehe. „Ich hoffe wie Sie darauf, dass es uns gelingt, die chirurgische Praxis mit dem einzigen Röntgengerät Twistringens baldmöglichst wieder zu öffnen“, heißt es in einem Brief Bockhops an die Initiatoren.

Für Landwehr, Siegfried Wilkens (Seniorenbeirat), Heinrich Schmidt (SoVD), Hermann Brackland (VdK) und Frank Hömer (Ortsrat) ist das nicht ausreichend. Sie hatten sich mehr erhofft. Nun sind sie auf Horst Wiesch, stellvertretender Bürgermeister, zugegangen, um ihm die Dringlichkeit des Problemes zu erläutern. Wiesch zeigte sich aufgeschlossen. Mit einem knappen „Jo!“ bestätigte er seinen Gästen im Rathaus, dass die medizinische Situation in der Stadt ihm am Herzen liege.

Akute Lösung liegt nicht in der Luft

Was seine Gesprächspartner indes wenig erfreute: Wiesch sieht für die Stadt kaum Hebel, an der sie ansetzen könnte, um eine Verbesserung herbeizuführen. „Veranlassen kann man die Ärzte nicht, sich auf dem Land niederzulassen.“ Das gehe über Werbung, und da sei der Landkreis bereits gut aufgestellt. Zudem könne Wiesch bestätigen, dass auf allen Ebenen an dem Problem gearbeitet werde. Wiesch dazu: „Dem Landkreis und dem Landrat ist das Problem der ärztlichen Versorgung sehr bewusst.“

Hoffnung mache das Anliegen der Volksbank Vechta, neue Räume für den „gesundheitsnahen Bereich“ zu schaffen. „Wir haben in Gesprächen mit der Volksbank deutlich gemacht, dass die Stadt das auf alle möglichen Arten unterstützt“, so Wiesch. Die akute Problematik rund um das MVZ werde dadurch aber natürlich nicht gelöst.

Wiesch selbst versprach, noch einmal das Gespräch mit Landrat Cord Bockhop und Michael Schmitz, Geschäftsführer der Verdener Bezirksstelle der Kassenärztlichen Vereinigung, zu suchen und die Initiatoren der Kampagne auf dem Laufenden zu halten. „Es wird nichts unter den Tisch gekehrt“, verspricht er.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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